Dritter Liederkreis




1. Gruppe        Lieder an Agni


3,1. An Agni


1. Da du wünschest, daß ich den starken Trank des Soma opfere, o Agni, so hast du mich zum Leiter bei dem Opfer gemacht, um den Weihspruch zu sprechen. Bis zu den Göttern leuchtend - während ich den Preßstein in Gebrauch nehme und den Dienst versehe, o Agni, - finde du an dir selbst Wohlgefallen!
2. Wir haben das Opfer vorgeführt, das Lied soll wachsen. Mit Brennhölzern und Verneigung bevorzugten sie den Agni. Des Himmels Seher haben die weisen Reden der Seher angeleitet. Sie suchten für ihn, der schon selbst erfahren und stark ist, einen Weg.
3. Freude schuf der Weise von lauterem Wollen, durch seine Geburt der nahe Verwandte von Himmel und Erde. Sie fanden den sichtbaren im Wasser, die Götter den Agni in der Tätigkeit der Schwestern.
4. Die sieben jüngsten Ströme zogen den Holden groß, den weiß und rötlich in voller Größe geborenen. Sie kamen zu ihm wie Stuten zum neugeborenen Füllen, die Götter staunten bei seiner Geburt den Agni an.
5. Mit seinen lichten Gliedern den Raum durchdringend, seinen Geist klärend durch die Klärungsmittel der Seher, in Glut sich kleidend und in der Wasser Lebenskraft, entfaltet er seine hohe, vollkommene Schönheit.
6. Er ging in sie ein, die nicht essen und nicht Schaden leiden, in die jüngsten Töchter des Himmels, die sich nicht kleiden und auch nicht nackt sind. Dort haben die Alten, die immer jugendlich sind, die einen gemeinsamen Schoß haben, den einen Keim empfangen, die sieben Stimmen.
7. Ausgebreitet sind seine zusammengefalteten Glieder, die bunten im Schoße des Schmalzes, im Strome der Süßigkeiten. Dort standen die milchstrotzenden Kühe. Die Mütter des Meisters sind das große Paar Himmel und Erde.
8. Ausgetragen bist du Sohn der Kraft aufgeleuchtet, lichte, grelle Farbenpracht annehmend. Es triefen die Güsse des süßen Schmalzes dort, wo der Bulle an Seherweisheit groß geworden ist.
9. Er fand gleich bei seiner Geburt des Vaters Euter; er entfesselte dessen Strahlen, dessen Stimmen. Ihn, der vor seinen guten Freunden sich verborgen hielt - vor den jüngsten Töchtern des Himmels war er nicht verborgen.
10. Er trug die Leibesfrucht des Vaters und Erzeugers; er als einziger saugte an vielen Milchstrotzenden. Die beiden Verwandten Himmel und Erde sind dem reinen Bullen seine gemeinsamen Frauen. Gib acht auf seine beiden menschlichen Frauen!
11. Der Große ist im weiten unbeengten Raum aufgewachsen; die Wasser zogen den Agni groß, denn ein Geehrter hat viele Frauen beisammen. Im Schoße der Wahrheit ruhte der Hausgebieter, Agni inmitten der Tätigkeit der verwandten Schwestern.
12. Wie ein tragender Elefant im Zusammenfluß der Hochwasser, ein begehrter Anblick für den Sohn, glanzverschönt, er der als Erzeuger die Kühe hervorgebracht hat, das Kind der Gewässer, der mannhafteste, der jüngste Agni.
13. Das gerngesehene Kind der Wasser, der Pflanzen hat in veränderter Gestalt das holde Reibholz geboren. Auch die Götter waren ja damit einverstanden; sie bevorzugten den hochgeschätzten, starken, als er geboren war.
14. Hohe Strahlen begleiten den glanzverschönten Agni wie die hellen Blitze den Regen. Ihm, der gleichsam heimlich in seiner Heimat groß geworden war im unermeßlichen Ozean, stehen die den Göttertrank milchenden Kühe zur Seite.
15. Und ich rufe dich als Opfernder mit Spenden an; ich rufe deine Freundschaft und Huld aus Zuneigung an. Mit den Göttern erweise dem Sänger Gnade und behüte uns mit deinen häuslichen Erscheinungsformen!
16. Als deine Hausgenossen, du guter Führer Agni, alle Glücksgüter empfangend, durch den Ruhm eines guten Samens uns fortpflanzend wollen wir die feindseligen Gottlosen bestehen.
17. Du Agni wardst zum Feldzeichen der Götter, du der Wohlredende, der alle Weisheiten kennt. Du gabst als Hausherr allen Sterblichen Wohnung; du suchst als Wagenfahrer die Götter erfolgreich auf.
18. In der Sterblichen Haus hat sich der Unsterbliche als König niedergelassen und läßt die Opfer gelingen. Das Schmalzgesicht ist weithin aufgeleuchtet, Agni, der alle Weisheiten kennt.
19. Komm zu uns mit deinen gütigen Freundschaftsdiensten, du der Große mit deinen großen Hilfen, dich beeilend! Schaff uns reichlichen, über die Not helfenden Besitz und einen ehrenvollen Anteil, von dem man gut spricht.
20. So habe ich deine alten Geburten, o Agni, deine jüngsten dir, dem Allerersten verkündet. Diese großen Trankopfer sind für den Bullen bereitet. Von Geschlecht zu Geschlecht wird der Jatavedas eingesetzt.
21. Von Geschlecht zu Geschlecht eingesetzt wird der nie ermattende Jatavedas von den Visvamitra´s entflammt. An dieses Opferwürdigen Gunst, an seinem glückbringenden Wohlwollen möchten wir teilhaben.
22. Dieses Opfer bring, du Machtvoller, für uns gern gebend zu den Göttern, du Wohlgesinnter! Gewähre uns, o Hotri, große Labsale; erbitt für uns großes Gut, o Agni!
23. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,2. An Agni Vaisvanara


1. Für Agni Vaisvanara, den Mehrer der Wahrheit, schaffen wir ein Werk, abgeklärt wie Schmalz. Abermals bringen ihn, der der Hotri auch des Manu war, die Priester mit Kunst zustande wie das Beil den Wagen.
2. Er erleuchtete gleich bei seiner Geburt beide Welten; der Sohn ward von beiden Müttern zu berufen. Agni ist der Opferfahrer, nicht alternd, beliebt, der schwer zu hintergehende Gast der Clane, der Glanzreiche.
3. Mit der Klugheit des Verstandes, um ihre Macht auszubreiten, mit Überlegung erzeugten die Götter den Agni. Dem im Glanze, im Lichte erstrahlenden Großen rede ich zu wie dem Rennpferd der, der den Siegerpreis gewinnen will.
4. Um ihn zu erringen suchen wir uns den ausgesuchten, nicht bescheidenen, preislichen Gewinn des wohlredenden Agni aus, die Gabe der Bhrigu´s, den Usij, der Sehergabe besitzt, den Agni, der mit himmlischer Glut der Opfer waltet.
5. Den Agni haben die Menschen, um seine Gunst zu gewinnen, hier an die Spitze gestellt, den siegesberühmten, indem sie das Barhis herumlegen, mit bereit gehaltenem Opferlöffel, den schön leuchtenden, allen Göttern bekannten, den Rudra der Opfer, der das Opfer der werktätigen Priester erfolgreich macht.
6. Reinflammender Hotri! Um deine Wohnstatt sitzen ja erwartend bei den Opfern die Männer auf dem herumgelegten Barhis, indem sie deine Zuneigung, deine Freundschaft suchen, o Agni. Denen bring Reichtum!
7. Er füllte beide Welten an, er die große Sonne, als die Werktätigen den Neugeborenen festhielten. Der Weise wird für den Gottesdienst herumgeführt wie ein Renner zur Preisgewinnung, der Beliebte.
8. Verneigt euch vor dem Opferausteiler, der den Gottesdienst gut versieht; bevorzuget den häuslichen Jatavedas! Er ward der ausgezeichnete Lenker der hohen Opferordnung, Agni der Bevollmächtigte der Götter.
9. Die unsterblichen Usij weihten drei Brennhölzer für den umwandelnden jüngsten Agni. Während sie das eine von diesen zum Nutz für den Sterblichen bestimmten, gelangten die zwei anderen in die verschwisterte Welt.
10. Den weisen Herrn der Clane haben die menschlichen Labsale scharf zu machen vermocht wie eine Axt. Er geht arbeitend auf und abwärts. In diese Wesen legt er seinen Keim.
11. In bunten Leibern sich fortpflanzend regt sich der Stier wie ein Löwe brüllend, der Vaisvanara in breiter Gestalt, der Unsterbliche, der die Güter, die Schätze dem Opferspendenden austeilt.
12. Vaisvanara hat in alter Weise das Firmament erstiegen, zum Rücken des Himmels, von den Sinnreichen beneidet. Wie früher dem Menschen Reichtum schaffend zieht er wachsam im Kreise die gleiche Bahn.
13. Den wahrhaften, opfergewaltigen, redefertigen, preislichen, den Matarisvan an sich nahm, da er im Himmel wohnte, ihn, dessen Ausfahrt prächtig ist, den goldhaarigen, schön leuchtenden Agni gehen wir zu erneuter Wohlfahrt an.
14. Emsig wie die helle Sonne auf der Fahrt, sonnenaugig, des Himmels Banner, im Glanze weilend, am frühen Morgen wach, das unbestrittene Oberhaupt des Himmels, den sieggewinnenden Agni gehen wir mit hoher Verbeugung an.
15. Den wohlredenen Hotri, den lauteren, aufrichtigen, preislichen Hausgebieter, bei allen Leuten bekannt, prächtig wie ein Wagen, zum Anstaunen schön, von Manu eingesetzt, ihn gehen wir immerdar um Reichtümer an.



3,3. An Agni Vaisvanara


1. Dem Vaisvanara von breiter Gestalt weihen sie die Redeperlen, um auf sicherem Grunde zu wandeln, denn der unsterbliche Agni bevorzugt die Götter, und er entweiht von jeher nicht die Satzungen.
2. Als Bote verkehrt der Meister zwischen beiden Welten, zum Hotri eingesetzt, als Bevollmächtigter des Menschen. Mit jedem neuen Tag nimmt Agni seinen hohen Wohnsitz ein, von den Göttern geheißen, der Gedankenreiche.
3. Das Banner der Opfer, den Erwirker von Weisheit, den Agni verherrlichen die Redekundigen nach ihrer Einsicht, auf den sie ihre Werke, ihre Lobesworte vereinigt haben; von ihm bittet sich der Opfernde Gunstbeweise aus.
4. Der Vater der Opfer, der Gebieter der Redekundigen ist Agni, der Maßstab und die Richte der Priester. Er zog in die beiden vielgestaltigen Welten ein, der vielliebe Seher wird um seiner Eigenschaft willen gelobt.
5. Den schimmernden Agni mit schimmerndem Wagen, dessen Werk golden ist, den Vaisvanara, der im Wasser wohnt, der das Sonnenlicht findet, den untertauchenden, zielerreichenden, von Stärken umgebenen, ungeduldigen, herrlichen haben die Götter hierhergesetzt.
6. Agni, der das durch die Dichtung reich verzierte Opfer wie ein Gewebe aufzieht, von den Göttern und den Nachkommen Manu´s die das Opfer vollstrecken, aufgefordert, er verkehrt zwischen beiden als Wagenlenker, der flinke Gebieter, der üble Nachrede entfernt.
7. Agni! Wache während eines kindergesegneten Lebens, schwill von Kraft, bring uns Labsal mit deinem Lichte! Errege die Kräfte und zwar große, du Wachsamer! Du bist der Fürbitter bei den Göttern, der gute Berater der Reden.
8. Den Stammesfürsten, den jüngsten Gast, den Lenker der Gedanken und der Fürbitter der Priester, das Wahrzeichen des Opfers, den Jatavedas preisen immerdar die Männer unter Verneigung mit Aufmunterungen, daß das Opfer gedeihlich werde.
9. Der strahlende erfreuliche Gott Agni umfängt schützend die Wohnsitze mit seiner Macht auf schönem Wagen. Wir wollen seiner Dienste, des Viellabenden im Hause mit Lobesliedern warten.
10. Vaisvanara! Deine Eigenschaften wünsche ich mir, durch die du Hellsehender der Erfinder des Himmelslichtes wardst. Eben geboren hast du die Welten, Himmel und Erde erfüllt. Agni! Alle diese Welten umspannst du in eigner Person.
11. Aus den Meisterkräften des Vaisvanara ließ der einzige Seher mit schöner Schöpferkraft den hehren Samen fließen. Beide Eltern, die samenreichen Himmel und Erde, erhöhend wurde Agni geboren.



3,4. Aprilied


1. Mit jedem Brennscheit sei uns freundlich gesinnt, mit jeder Flamme gewähre uns die Gnade des Gottes! Fahre, o Gott, die Götter zur Verehrung her; als Freund verehre die Freunde wohlgeneigt, o Agni!
2. Den die Götter, Varuna, Mitra, Agni, dreimal am Tag alltäglich erbitten, mache du dieses Opfer von uns süß, o Tanunapat, mach, daß der Verehrer auf Schmalz gebettet ist!
3. Die Andacht, von allen begehrt, schickt sich an, den Opferpriester der Schmalzspende zuerst zu verehren, den Bullen unter Verbeugungen herzuschmeicheln. Als bester Opferer aufgefordert möge er die Götter verehren.
4. Aufwärts ist bei dem Opfer euer beider Weg bereitet, aufwärts haben sich die Flammen in die Lüfte erhoben. Oder im Nabel des Himmels hat der Hotri sich niedergelassen. Wir breiteten das Barhis weit aus, das für die Götter Platz hat.
5. Die sieben Priesterämter im Geiste sich ausbittend, alles in Bewegung setzend sollen die Götter in rechter Ordnung wiederkehren. Sie ziehen zu diesem Opfer ein durch die vielen Tore, die Männerfigur haben und bei den Opfern Vorrang bekommen.
6. Morgen und Nacht die gelobten, nachbarlichen setzen sich her und sie lächeln uns zu, beide an Körper verschiedenartig, so wie Mitra, Varuna Wohlgefallen an uns haben mögen oder auch Indra mit den Marut in ihrer Herrlichkeit.
7. Die beiden ersten göttlichen Opferpriester nötige ich zum Kommen. Die sieben Lebenskräftigen ergötzen sich nach eigenem Ermessen. Die Wahrheit gelobend sprechen sie nur die Wahrheit, als Hüter des Gesetzes über das göttliche Gesetz nachsinnend.
8. Die Bharati soll vereint mit den Bharati´s, Ila mit den Göttern, Agni mit den Menschen, Sarasvati mit den Sarasvata´s näher kommen. Die drei Göttinnen sollen sich auf das Barhis setzen.
9. Und du, Gott Tvastri, entbinde uns freigebig den fruchtbaren Samen, aus dem ein tatkräftiger, verständiger Sohn geboren wird, der die Preßsteine in Gebrauch nimmt und die Götter liebt!
10. O Baum, entlaß es zu den Göttern; Agni, der Zurichter, soll das Opfer schmackhaft machen. Derselbe soll als der echte Hotri unter den beiden das Opfer vollziehen, so wie er der Götter Geschlechter kennt.
11. Komm entflammt näher, o Agni, mit Indra und den höheren Göttern auf gleichem Wagen! Auf unser Barhis soll sich Aditi, die Mutter guter Söhne setzen. Unter Svaharuf sollen sich die unsterblichen Götter ergötzen!



3,5. An Agni


1. Den Morgenröten entgegen ist Agni prangend erwacht, der beredte Pfadspürer der Seher. Mit breiter Gestalt, von den Gottergebenen entzündet, hat der Wagenlenker des Opfers das Tor der Finsternis geöffnet.
2. Agni hat sich an den Lobgesängen, an den Lobreden der Sänger erbaut, der mit Lobliedern zu verehren ist, der die vielen Anblicke des rechten Brauchs gern hat, er ist als der Bote erstrahlt im Schein der Morgenröte.
3. Agni ward unter die menschlichen Stämme gesetzt, der Gewässer Kind, der Mitra, der auf rechtem Wege zum Ziel kommt. Der Begehrte, Verehrungswürdige hat die Erhöhung bestiegen; der Redekundige ist jetzt in Liedern anzurufen.
4. Agni wird Mitra, wenn er angezündet ist; Mitra ist er als Hotri, Varuna als Jatavedas. Als eifriger Adhvaryu, als Hausgebieter ist er Mitra, Mitra der Flüsse und Berge.
5. Er hütet den lieben Gipfel der Erde, die Spur des Vogels; der Jüngste hütet den Weg der Sonne. Agni hütet im Nabel der Erde den Siebenköpfigen; der Aufrechte hütet den Aufmunterer der Götter.
6. Er erwarb sich den teuren, anzurufenden Namen Ribhu, der Gott, der alle Mittel und Wege kennt. Den schmalzreichen Schlauch der Speise, die Spur des Vogels, das alles hütet Agni unablässig.
7. Agni hat den schmalzigen Schoß mit breitem Zugang bestiegen, verlangend den verlangenden. Leuchtend, rein, aufrecht, klar, macht er immer wieder seine beiden Eltern neu.
8. Eben geboren ist er durch die Pflanzen groß geworden, wenn ihn die sprossenden mit ihrem Schmalz stärken. Wie die gleißenden Gewässer stromabwärts sucht Agni im Schoße seiner Eltern das Weite.
9. Unter Lobpreis ist der jüngste durch das Brennholz aufgeleuchtet zu des Himmels Höhe im Nabel der Erde. Als Mitra ist Agni anzubeten, der Matarisvan. Als Bote fahre er die Götter zur Verehrung her.
10. Durch das Brennholz sich aufrichtend hat Agni das Firmament emporgerichtet, indem er das höchste aller Lichter wird, wenn Matarisvan ihn, der sich vor den Bhrigu´s verborgen hielt, als den Opferfahrer entzündet hat.
11. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,6. An Agni


1. Mit eurem Denken euch aufschwingend, ihr Dichter, holet gottergeben den für die Götter bestimmten Schmalzlöffel her! Von rechts gebracht, gewinnbringend, geht der Schmalzlöffel vorwärts, für Agni die Opferspende bringend.
2. Du erfüllest bei deiner Geburt die beiden Welthälften und du Opfersamer ragtest auch noch an Größe sogar über Himmel und Erde hinaus, o Agni. Deine siebenzüngigen Wagenrosse sollen sich in Galopp setzen!
3. Himmel und Erde und die opferwürdigen Götter setzen dich zum Opferpriester für das Haus ein, wenn die menschlichen Stämme gottergeben, eine Labung bereithaltend, deine helle Flamme anrufen.
4. Der Große, der dauernd an seinen Platz gesetzt ist, verkehrt als Begehrter zwischen Himmel und Erde, den mächtigen, den verträglichen Frauen des gleichen Gemahls, den alterlosen, unverletzbaren, immermelken Milchkühen des Weitschreitenden.
5. Groß bist du und groß ist dein Walten, o Agni. Mit deiner Einsicht hast du beide Welten durchzogen. Eben geboren wardst du der Bote, du der Führer der Völker, o Bulle.
6. Oder lege lieber mit den Sielen das mähnige, schmalztriefende, rötliche Rossepaar an das Joch des rechten Brauches und fahre, du Gott, die Götter alle her; versieh den Gottesdienst gut, o Jatavedas!
7. Bis zum Himmel leuchten deine Leuchten; den vielen erglänzenden Morgenröten glänzest du nach, während deiner gierig in den Hölzern brennenden Tätigkeit, des wohlredenden Hotri, die Götter Beifall spenden, o Agni.
8. Seien es die Götter, die im weiten Luftraum schwelgen oder die im Lichtraum des Himmels sind oder welche verehrungswürdigen Helfer sonst sich gern rufen lassen, oder deren Wagenrosse, o Agni, hergelenkt wurden.
9. Mit denen komm heran, o Agni, auf gleichem Wagen oder auf besondrem Wagen, denn du hast ausreichend Rosse. Die dreiunddreißig Götter mit ihren Frauen fahre aus eigener Vollmacht her und ergötze dich!
10. Er ist der Hotri, dessen Opfer auch die beiden weiten Welten immer wieder zustimmen, daß es gedeihlich werde. Beide stehen bereit da wie das Opfer, ihren Platz behauptend, die rechtzeitigen, wahrhaftigen Mütter des zu rechter Zeit geborenen Agni.
11. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,7. An Agni


1. Die Strahlen, die vom Sitze des Weißrückigen ausgegangen sind, sind in die beiden Eltern eingezogen, zu den sieben Stimmen gedrungen. Die umgebenden Eltern treffen sich; sie dehnen ihr Leben wunderbar lang aus.
2. Des im Himmel wohnenden Stieres Stuten sind die Milchkühe; er hat die göttlichen bestiegen, die das Süße mit sich führen. Um dich, der am Sitz des rechten Brauches weilt, wandelt die eine Kuh ihre Bahn.
3. Er bestieg sie, die leicht zu lenken sind, der kundige Herr Gemahl, der Finder der Reichtümer. Der Dunkelrückige trieb sie aus dem Sitze des dürren Holzes fort, der vielerlei Gesichter hat.
4. Die Flüsse führen den alterlosen Sohn des Tvastri mit sich, ihn mächtig stärkend, den sich festhaltenden. An seinem Sitze mit den Gliedern ausstrahlend, ging er in beide Welten ein, als wären sie eine einzige Gattin.
5. Sie kennen den teuren Namen des rötlichen Bullen und sie freuen sich über die Herrschaft des Bradhna, des vom Himmel leuchtenden, die Erleuchteten, Erstrahlenden, zu deren Gefolge die Ila und die gewaltige Rede gehört.
6. Auch an die beiden großen Eltern richteten sie kundig ihren Ruf, die große Ermunterung, wobei der Stier gegen Schluß der Nacht der eigenen Art des Sängers gemäß erstarkt ist.
7. Mit den fünf Adhvaryu´s hüten die sieben Redekundigen als ihr liebes Geheimnis die hinterlassene Spur des Vogels. Ostwärts gerichtet freuen sich die alterlosen Stiere, denn die Götter kommen den Geboten der Götter nach.
8. Die beiden ersten göttlichen Opferpriester nötige ich zum Kommen. Die sieben Lebenskräftigen ergötzen sich nach eigenem Ermessen. Die Wahrheit gelobend sprechen sie nur die Wahrheit, als Hüter des Gesetzes über das göttliche Gesetz nachsinnend.
9. Für den großen Hengst geraten die vielen Stuten in Brunst; dem wunderbaren Bullen sind die Zügel leicht zu lenken. Göttlicher Hotri! Als der Wohlredendste, Kundige, fahre die großen Götter, die beiden Rodasi hierher!
10. Die lobesamen, schön scheinenden Morgenröten, deren Opfer wirksam sind, sind reichlich spendend aufgegangen, o Schatzspender und auch du, Agni, soweit die Erde reicht. - Vergib auch die getane Sünde zu großem Glücke!
11. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,8. An den Opferpfosten


1. Es salben dich, o Baum, die Gottergebenen bei dem Opfer mit göttlicher Süßigkeit. Wenn du aufgerichtet stehen wirst, sollst du uns hier Reichtümer einbringen, oder wenn du im Schoße dieser Mutter Erde ruhen wirst.
2. Der du vor dem entzündeten Feuer angebracht wirst und die hohe Rede, die nie alternde, zu Meistern machende, gewinnst, banne weit von uns die Gedankenarmut, richte dich zu großem Glücke auf!
3. Richte dich auf, o Baum; über der Höhe der Erde, gut eingesenkt mögest du dem, der mit dem Opfer fährt, Ansehen verleihen.
4. Jugendlich, schön gekleidet, umgürtet ist er hergekommen. Neu geboren wird er noch schöner. Ihn richten die weisen Seher empor, Gutes sinnend, im Herzen gottverlangend.
5. Geboren wird er nochmals geboren an dem Glückstag der Tage, im Wettstreit in der Weisheit wachsend. Es heiligen ihn die werkkundigen Weisen mit Bedacht. Zu den Göttern sich wendend erhebt der Redekundige die Stimme.
6. Ihr, die die gottergebenen Männer eingesenkt haben oder die die Axt behauen hat, o Baum, diese göttlichen Pfosten stehen da und sollen uns kindereichen Schatz zu gewinnen suchen.
7. Die abgehauen auf der Erde liegen, die eingesenkt sind, denen der Opferlöffel gereicht wird, die sollen uns Wünschenswertes erstreben, die unter den Göttern den Streit um Grundbesitz schlichten.
8. Die Aditya´s, die Rudra´s, die Vasu´s, die guten Führer, Himmel und Erde, Land und Luft, die Götter sollen einmütig das Opfer begünstigen und sollen das Banner der Opferhandlung aufpflanzen.
9. Wie die Gänse in einer Reihe ziehend, weißgekleidet sind die Pfosten zu uns gekommen. Von den Weisen vorne aufgerichtet begeben sich die Götter in den Schutz der Götter.
10. Wie die Hörner der gehörnten Tiere sehen die Pfosten aus, wenn sie mit dem Knauf versehen auf der Erde stehen. Im Wettkampf mit anderen Priestern uns vielleicht erhörend, sollen sie uns in den Kämpfen ihre Gunst schenken.
11. O Baum. Sprosse mit hundert Zweigen - mit tausend Zweigen möchten auch wir sprossen - du, den diese geschärfte Axt zu großem Glücke gebracht hat.



3,9. An Agni


1. Wir Freunde haben dich erwählt, den Gott die Sterblichen zum Beistand, das holde Kind der Gewässer, schön leuchtend, tüchtig voranstrebend, fehlerlos.
2. Wenn du, der du an den Hölzern deine Freude hast, in deine Mütter, die Gewässer, eingegangen bist, so sollst du, Agni, die Rückkehr nicht vergessen, und daß du, der in der Ferne weilende, früher hier warst.
3. Du bist über das Scharfe hinausgewachsen, nun bist du freundlich. Die einen treten abwechselnd heran, die anderen sitzen herum, in deren Freundschaft du weilst.
4. Nachdem er allen Fehlern und Mängeln entronnen war, fanden ihn die Aufmerksamen, nie Getäuschten wieder, der sich im Wasser versteckt hatte wie ein Löwe im Schlupfwinkel.
5. Der gleichsam von selbst weggelaufen war, den Agni, der dort verborgen war, den führte Matarisvan aus der Ferne her, von den Göttern weg, nachdem er aus dem Holze gerieben war.
6. Dich hielten die Sterblichen fest, der du den Göttern das Opfer zuführst, daß du alle Opfer beaufsichtigst, du Menschenerzeugter, mit deiner Umsicht, o Jüngster.
7. Diese Wohltat von dir, deine Meisterkraft leuchtet selbst dem Einfältigen ein, wenn sich um dich, Agni, die Tiere versammeln, sobald du zu Beginn der Nacht entzündet wirst.
8. Opfert ihm, der die Opferhandlung gut verrichtet, dem scharfen mit reiner Flamme! Den schnellen, flinken Boten, den uralten, anzurufenden Gott ehret durch Gehorsam!
9. Dreihundert dreitausend und neununddreißig Götter ehrten den Agni. Sie beträuften ihn mit Schmalz, legten für ihn das Barhis aus und setzten ihn als ihren Hotri ein.



3,10. An Agni


1. Dich, Agni, zünden die Andächtigen an, den Allherrscher der Völker, den Gott die Sterblichen bei dem Opfer.
2. Dich berufen sie als den Priester bei den Opfern, als Hotri, o Agni. Als Hüter der Opferordnung scheine im eigenen Hause!
3. Wer dir, dem Jatavedas, Brennholz reichlich spendet, der erlangt die Meisterschaft, o Agni, der gedeiht.
4. Er, das Banner der Opfer, Agni soll mit den Göttern kommen zu dem Opfernden von den sieben Opferpriestern gesalbt.
5. Traget dem Hotri, dem Agni, das allererste hohe Wort vor, der wie ein Meister die Glanzlichter der Reden bringt!
6. Den Agni sollen unsere Lobreden erbauen, sobald der Preiswürdige geboren wird, der Gerngesehene zu dem großen Gewinn und Reichtum.
7. Agni! Opfere als bester Opferer den Göttern bei der Opferhandlung für den Gottergebenen! Als der wohlredende Hotri wirst du Herr über alle Unfälle.
8. Leuchte, du Klarer, uns glänzende Meisterschaft zu! Sei der Vertraute der Sänger zum Glück!
9. Dich zünden früh erwacht, laut lobend die Redekundigen an, den unsterblichen Opferfahrer, den Mehrer der Stärke.



3,11. An Agni


1. Agni ist der bevollmächtigte Hotri des Gottesdienstes, der ausgezeichnete. Er kennt das Opfer genau.
2. Er ist der Opferfahrer, der Unsterbliche, er der Fürbitter, als Bote beliebt. Agni bringt es mit Kunst zustande.
3. Denn Agni, das erste Banner des Opfers, versteht es mit Kunst, sein Ziel zu erreichen.
4. Agni, den altberühmten Sohn der Kraft, den Jatavedas, machten die Götter zu ihrem Opferfahrer.
5. Agni ist der nicht zu betörende Führer der menschlichen Stämme, ein das Ziel erreichender, stets neuer Wagen.
6. Überwältiger aller Angriffe, der ungebrochene Geist der Götter ist Agni der Hochberühmteste.
7. Der opferspendende Sterbliche gelangt zu Genüssen, zu einer Wohnung mit dem Fahrzeug des hellflammenden Agni.
8. Alle wohlgeratenen Gedichte möchten wir als die Wortführer durch des Agni Jatavedas Gedanken erlangen.
9. O Agni, alle begehrenswerten Dinge möchten wir in den Preiskämpfen gewinnen. Zu dir haben die Götter sie gebracht.



3,12. An Indra und Agni


1. Indra und Agni! Kommet auf meine Lobreden zu dem ausgepreßten, zu dem vorzüglichen Gewölk. Trinket davon, durch die Dichtkunst angeregt!
2. Indra und Agni! Zu euch gemeinsam kommt des Sängers beachtenswertes Opfer. Trinket durch diese Dichtung angeregt diesen Soma!
3. Indra und Agni, die für Seher gelten, erküre ich mit dem Anreiz des Opfers. Die sollen sich hier an Soma satt trinken!
4. Die beiden in die Flucht treibenden Feindetöter rufe ich, die zusammen Siegreichen, Unbesiegten, Indra und Agni, die am ehesten den Siegerpreis gewinnen.
5. Euch besingen die liederreichen Sänger, die den rechten Ton kennen. Indra und Agni! Ich erbitte mir Speisegenüsse.
6. Indra und Agni! Ihr schüttelt die neunzig Burgen, die von dem Dasa beherrscht waren, zusammen in einer einzigen Unternehmung.
7. Indra und Agni! Von dem heiligen Werke ziehen die Gedanken die Pfade der Wahrheit entlang.
8. Indra und Agni! Euch sind die Kräfte und das Beisammensein und die Genüsse, euch beiden das Vordringen über die Gewässer bestimmt.
9. Indra und Agni! Ihr schließet des Himmels Lichter in euren Siegesgewinn ein. Diese eure Heldentat ist bekannt.



3,13. An Agni


1. Auf euren Gott Agni stimm an, auf ihn das höchste Loblied! Er möge mit den Göttern zu uns kommen und als bester Opferer sich auf das Barhis setzen;
2. Der Wahrhaftige, dessen Willen beide Welten und die Hilfstruppen folgen, ihn rufen sie mit Opfergaben an, ihn die Gewinn Erstrebenden zum Beistand.
3. Der Beredte ist der Lenker dieser Beredten, denn er ist auch der Lenker der Opfer. Bevorzuget diesen euren Agni, der Gabe gibt und gewinnt!
4. Dieser Agni soll unserer Götterladung seinen heilsamsten Schutz gewähren, daraus er das Gut im Himmel und im Wasser über unsere Lande ausschütten möge.
5. Der aufgeleuchtet ist wie nie zuvor mit seinen guten Absichten, den Agni zünden die Sänger an, den Hotri, den Fürsten der Stämme.
6. Und du sollst uns bei dem Segenswort, bei den Lobliedern beistehen, der du die Götter am besten rufst. Flamme uns zum Heile, durch die Marut gestärkt, o Agni, als der größte Tausendgewinner.
7. Schenk uns nun den tausendfachen, kinderreichen, gedeihlichen Schatz, glänzende Meisterschaft, o Agni, höchste, ungeminderte!



3,14. An Agni


1. Der wohlredende Hotri hat die weisen Reden bestiegen; er ist der wahre Opferer, er der weiseste Meister. Der Sohn der Kraft, Agni mit dem blitzenden Wagen, mit Flammenhaaren hat über die Erde seinen Schein verbreitet.
2. Sie ist dir dargebracht - freue dich der Ergebenheitsrede - dir dem Verständigen, du Wahrhaftiger, Übermächtiger. Fahre kundig die kundigen Götter her, setze dich mitten auf das Barhis zum Beistand, du Opferwürdiger!
3. Morgen und Nacht sollen wetteifernd zu dir hereilen, o Agni, heran auf den Pfaden des Windes. Wenn sie ihn als ersten mit Schmalzopfern salben, sind die beiden ins Haus getreten wie der Wagenlenker auf den Wagenstand.
4. Mitra und Varuna, alle Marut singen die Wohlwollen ein, übermächtiger Agni, daß du, o Sohn der Kraft, mit deiner Flamme aufstehen mögest, über die Länder, sie ausbreitend, die Sonne der Männer.
5. Wir haben dir ja heute deinen Wunsch gewährt, indem wir mit ausgestreckten Händen unter Verneigung uns zu dir setzen. Mit opfertätigstem Sinn opfere den Göttern, mit nie fehlendem Nachdenken als der Beredte, o Agni.
6. Denn von dir, du Sohn der Kraft, gehen die vielen Gnaden des Gottes aus, die Belohnungen. Gib uns tausendfältigen Reichtum, wirklichen mit aufrichtigem Worte, o Agni!
7. Für dich ist, du Verständiger, der du Sehergabe besitzest, all das, was wir Sterblichen bei dem Opfer getan haben, o Gott. Achte auf jeden Opfernden, der einen guten Wagen hat. All das mache hier mundgerecht, o unsterblicher Agni!



3,15. An Agni


1. Mit breitem Scheine erglühend vertreib die Feinde, die Dunkelmänner, die Plagen! Ich möchte im Schutz des Hohen, Wohlschützenden sein, ich unter der Führung des Agni, der leicht zu rufen ist.
2. Sei du beim Aufleuchten dieser Morgenröte, du nach Sonnenaufgang unser Hüter! Agni, freue dich am eignen Leibe über mein Loblied wie über die Geburt des leiblichen Sohnes, du Edelgeborener.
3. Du mit dem Herrenauge, du Bulle, erstrahle viele Morgen lang in den dunklen Nächten hellrot, o Agni! Führ uns, du Guter, und bring uns über die Not hinweg; mach uns zu Usij, daß wir Reichtum gewinnen, o Jüngster!
4. Leuchte, o Agni, als der unbezwungene Bulle, der du alle Burgen und Glücksgüter erobert hast, als Leiter des Opfers, des ersten Schutzgeistes, o Jatavedas, des hohen, du guter Führer.
5. Viele lückenlose Schilde hat, o Sänger, der Weise, der bis zu den Göttern leuchtet. Wie ein gewinnender Wagen fahr uns zum Kampfpreis; o Agni, bring du uns die beiden festbegründeten Rodasi!
6. Laß uns Anschwellen, stärke, du Bulle, die Belohnungen; o Agni, laß du für uns die beiden Rodasi wie gute Milchkühe anschwellen. Komm, o Gott, mit den Göttern in schönem Glanze strahlend! Nicht soll uns die böse Absicht eines sterblichen im Wege stehen.
7. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,16. An Agni


1. Dieser Agni verfügt über die Meisterschaft, über großes Glücksgut; er verfügt über einen Schatz an guten Kindern und Kühen, er verfügt über die Niederlage der Feinde.
2. Ihr Herren Marut, haltet euch dazu, diesen Agni zu stärken, bei dem die glückmehren - den Reichtümer sind, welche in den Kämpfen die Übelgesinnten überwinden und allezeit den Feind zu Fall bringen.
3. Mach du uns scharf auf Reichtum, auf die Meisterschaft, du belohnender Agni, du Glanzreicher, auf die höchste, die in Kindern besteht, gesund und mutig ist.
4. Der alle Wesen wirkt und ihnen überlegen ist als der Bezwinger, er erwirkt Vorliebe bei den Göttern. Er steht bei den Göttern fest, fest in der Meisterschaft, fest auch in dem Lob der Herren.
5. Überantworte uns nicht der Gedankenarmut, o Agni, nicht dem Mangel an Söhnen und nicht dem an Kühen, du Sohn der Kraft, nicht dem Tadel! Halte die Anfeindungen ab!
6. Erwirk uns kinderreiche hohe Belohnung bei dem Opfer, du holder Agni! Mach uns größeren Reichtums teilhaft, der zur Freude gereicht, Ansehen gibt, du Glanzreicher!



3,17. An Agni


1. Den ersten Bestimmungen gemäß entzündet, wird er mit Salben gesalbt, allbegehrt, flammenhaarig, in Schmalz festlich gekleidet, der lautere gutopfernde Agni, um den Göttern zu opfern.
2. Wie du früher das Hotriopfer der Erde, wie du das des Himmels kundig vollzogen hast, o Agni Jatavedas, so opfere mit diesem Opfer den Göttern! Wie für Manu fördere heute dieses Opfer!
3. Drei Leben hast du, Jatavedas, drei Usas sind deine Mütter, Agni. Mit diesen erbitte kundig der Götter Gunst und sei dem Opfernden zu Heil und Segen.
4. Den Agni von schönem Glanze, von schönem Aussehen lobend, verneigen wir uns vor dir, dem zu Berufenden, o Jatavedas. Dich machten die Götter zum Boten, zum Rosselenker, zum Opferfahrer, zum Nabel der Unsterblichkeit.
5. Welcher Hotri vor dir am besten geopfert hat, o Agni, abermals seinen Platz einnehmend und aus eigenem Antrieb wohlwollend, nach dessen Muster opfere, du Kundiger, und verrichte für uns die Opferhandlung bei der Götterladung!



3,18. An Agni


1. Sei uns, Agni, wohlgesinnt, wenn wir an dich herantreten, gut wie ein Freund dem Freunde, wie die Eltern dem Sohne; denn trugvoll sind die Menschenvölker. Flamme wieder die Unholde, wenn sie sich stellen!
2. Verbrenn fein, o Agni, die näherstehenden Feinde, verbrenn das böse Wort des geizigen Fremden! Brenn sie, du Guter, der du die Unerkannten erkennst! Es sollen sich deine alterlosen Flammen unverzagt ausbreiten.
3. Einen Wunsch hegend, o Agni, bring ich mit Brennholz, mit Schmalz eine Opferspende dar dir zur Ausdauer und Kraft. So weit ich es vermag, mit beschwörendem Worte benedeiend, bringe ich dieses göttliche Gebet dar, um Hundert zu gewinnen.
4. Flamm auf mit deiner Glut, du Sohn der Kraft, besungen; verleih denen, die den Opferdienst versehen, hohe Kraft, reichlich Glück und Heil den Visamitra´s, o Agni! Wir putzen vielmals deinen Leib.
5. Bring das Kleinod, du guter Gewinner der Schätze - der bist du, Agni, wenn angezündet - das reichliche ins Haus des beglückten Sängers! Du besitzest breite Arme, schöne Formen.



3,19. An Agni


1. Den Agni erwähle ich zum Hotri bei dem Opferfest, den klugen Seher, den allwissenden, unbetörten. Er soll für uns beim Gottesdienst opfern, da er am besten opfert; er erwirkt Gaben zum Reichtum, zum Gewinn.
2. Ich setze für dich, Agni, den Schmalzlöffel mit der Opferspende, zu dir den blinkenden mit der Gabe in Bewegung. Nach rechts gewandt und die Götterschaft herbittend hat er jetzt das Opfer mit den schenkenden Göttern zusammengebracht.
3. Der tut es mit schärferem Geist, der von dir unterstützt wird. Bemühe auch du dich für den, der sich bemüht um Reichtum an guten Kindern! Agni! Wir möchten in der Fülle des männertüchtigsten Schatzes und als deine Lobsänger in der Fülle des Guts sein.
4. Denn die opferliebenden Menschen haben deine, des Gottes, Antlitze, o Agni, vervielfältigt. Fahre du Jüngster die Götterschaft her, auf daß du heute der himmlischen Schar opfern kannst!
5. Wenn die Götter dich zum Hotri bei dem Opfermahl salben wollen, indem sie dich zum Opfern einsetzen, so sei du, Agni, hier unser Beistand und verleih unseren Personen Ruhm!



3,20. An Agni bzw. an alle Götter


1. Der mit den Lobliedern Fahrende ruft am Morgen des Agni, die Usas, die Asvin, den Dadhikra an. Die schönleuchtenden Götter sollen uns hören, die einmütig nach dem Opfer verlangen.
2. Agni, du hast drei Samen, drei Stätten; drei sind deine Zungen, viele, du rechtzeitig Geborener. Drei gottgenehme Leiber hast du; mit diesen wache unablässig über unsere Reden!
3. Agni Jatavedas, eigenmächtiger Gott! Viele sind deine Namen, des Unsterblichen, und viele sind die Zauberkräfte der zauberkräftigen, du alles Zuwegebringender, die sie in dir vereinigt haben, der du nach deinen Verwandten fragst.
4. Agni ist wie Bhaga der Führer der himmlischen Völker, der Gott, der mit den Ritu´s trinkt, der sich an den rechten Brauch hält. Er, der seit alters der Vritratöter, der Allwissende, möge dem Sänger über alle Gefahren hinweghelfen.
5. Den Dadhikra, Agni und die Göttin Usas, den Brihaspati und den Gott Savitri, die Asvin, Mitra, Varuna und Bhaga, die Vasu´s, Rudra´s, Aditya´s rufe ich hierher.



3,21. An Agni


1. Dieses Opfer von uns bring zu den Unsterblichen, diese Opferspenden laß dir schmecken, o Jatavedas! Agni, nimm Platz und genieße als erster von den Tropfen des Fettes, des Schmalzes, o Hotri!
2. Die schmalzigen Tropfen des Fettes träufeln für dich ab, du Lauterer. Eigener Bestimmung folgend tu für uns das Beste, das Erwünschte zur Götterladung!
3. Für dich sind die schmalztriefenden Tropfen, wahrhafter Agni, für den Redegewandten. Als bester Rishi wirst du entzündet; sei Förderer des Opfers.
4. Für dich träufeln, du reicher, machtvoller Agni, die Tropfen des Fettes, des Schmalzes. Von den Dichtern gepriesen bist du mit hohem Glanze gekommen. Laß dir die Opfergaben schmecken, du Weiser!
5. Das kräftigste Fett, aus der Mitte herausgenommen, bringen wir dir dar. Es träufeln für dich, du Guter, die Tropfen auf die Haut. Nimm sie für die einzelnen Götter entgegen!



3,22. An Agni


1. Dies ist der Agni, durch den Indra den ausgepreßten Soma voll Verlangen in seinem Bauch aufgenommen hat. Wie ein Renngespann, das tausendfältigen Preis gewonnen hat, wirst du als der Gewinner gelobt, o Jatavedas.
2. Agni, deine Kraft im Himmel und auf Erden, in den Pflanzen und in den Gewässern, du Opferwürdiger, mit der du die weite Luft durchzogen hast, die ist der funkelnde, wogende Lichtglanz, der Herrscheraugen hat.
3. Agni, du gehst zur Flut des Himmels, du hast die Götter geladen, die die Weisen sind, du gehst zu den Wassern, die im Lichtraum jenseits der Sonne und die sich unterhalb dieser einstellen.
4. Die Agni´s der Quellen zusammen mit denen der Ströme sollen ohne Falsch an diesem Opfer gefallen finden und große Genüsse gewähren, die keine Krankheiten bringen.
5. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,23. An Agni


1. Herausgerieben ist der jugendliche Seher an seinem Platze gut aufgehoben, des Opfers Leiter. Unter den gealterten Hölzern nicht alternd hat hier Agni Jatavedas die Götterspeise empfangen.
2. Den Agni haben reichlich ausgerieben die beiden Bharatiden Devasravas und Devavata, den wohlverständigen. Agni! Blick her mit deinem großen Reichtum, sei uns Bringer von Labsalen Tag für Tag!
3. Die zehn Finger haben als allerersten erzeugt den von den Müttern schöngeborenen Liebling. Preise den Agni des Devavata, o Devasravas, der der Menschen Gebieter sein soll!
4. Ich setze dich ein an den besten Platz der Erde, in die Stätte der Ila an dem Glückstag der Tage. An der Drisadvati, an der Apaya unter dem Menschengeschlecht, an der Sarasvati leuchte prangend, o Agni!
5. Erziel, o Agni, Segen, den vielwirkenden Lohn einer Kuh für den am häufigsten rufenden Sänger! Ein leiblicher Sohn, der das Geschlecht fortpflanzt, soll uns werden. Agni, diese Gnade von dir soll uns zuteil werden!



3,24. An Agni


1. Agni, überwältige die feindlichen Heere, treibe die Nachsteller fort! Unüberwindlich, die Unholde überwindend mögest du dem, der mit dem Opfer fährt, Ansehen verleihen.
2. Agni! Du wirst mit der Idaspende entflammt, du der opfereifrige Unsterbliche. Freu dich fein an unserem Opferwerk!
3. Agni, du Sohn der Kraft, mit deinem Glanze wachsam, mit Schmalz begossen, setze dich nieder auf mein Barhis hier!
4. Agni! Halte unsere Lobreden in Ehren mit allen Agni´s, mit den Göttern, und die sich sonst bei dem Opfer geehrt fühlen.
5. Agni! Gib dem Spender Reichtum an Männern, vollzähligen! Eifere uns an, daß wir reich an Söhnen werden.



3,25. An Agni


1. Agni, du bist des Himmels kluger Sohn und der Sproß der Erde, der Allwissende. Opfere hier den Göttern recht, du Kundiger!
2. Agni, der Kundige, gewinnt die Kräfte, er gewinnt den Siegerpreis, er der zum Empfang des Unsterblichen bereit ist. Fahr du uns die Götter her, du Viehreicher!
3. Agni beleuchtet Himmel und Erde, die allen Völkern gehörenden, unsterblichen Göttinnen, er der Unbetörte, mächtig durch seine Siegesgewinne, glanzreich durch die Huldigung der Menschen.
4. Agni und Indra! Kommet hierher in das Haus des Opferspenders, zum Opfer des Somapressenden, zum Somatrunk nicht fehlend, ihr beiden Götter!
5. Agni, du Sohn der Gewässer wirst im Hause ständig entzündet, du Sohn der Kraft, Jatavedas, deine Stätten durch deine Gunst verherrlichend.



3,26. An Agni Vaisvanara


1. Den Agni Vaisvanara im Geiste erschauend rufen dir Opfer spendend, den worthaltenden Sonnenfinder, den gabenschönen Gott, den Wagenfahrer, den erfreulichen, wir Kusika´s Gutes begehrend mit Lobreden herbei.
2. Den schmucken Agni rufen wir zum Beistand, den Vaisvanara, Matarisvan, den preiswürdigen, den Brihaspati zum Gottesdienst des Menschen, den Redegewaltigen, den Erhörer, den Gast, den Schnelläufer.
3. Wie ein Pferd wiehernd wird er durch die Frauen entzündet, der Vaisvanara von den Kusika´s in jedem Geschlecht. Agni soll uns die Meisterschaft, die besten Rosse, das Kleinod einbringen, indem er auf die Unsterblichen wartend wachsam ist.
4. Die Ehrengaben sollen zum Vorschein kommen! Mit ihren Stärken haben sich die Agni´s zu voller Pracht vereint. Ihre scheckigen Antilopen haben sie angeschirrt, die hochgewachsenen, allwissenden Marut. Die Unbeirrten machen die Berge erzittern;
5. Die allbekannten Marut, durch Agni verschönt, - wir bitten um ihren heftigen, gewaltigen Beistand - die brausenden Rudrasöhne, die in Regen gekleideten, wie Löwen mutgetrieben, die Gabenschönen.
6. Schar um Schar, Rotte um Rotte bitten wir mit Preisreden um den Glanz des Agni, um die Kraft der Marut - ihre Rosse sind scheckig, ihre Gaben unentreißbar; sie kommen zum Opfer, kundig in der Weisheit.
Agni:

7. "Ich bin Agni, von Geburt des Jatavedas. Das Schmalz ist mein Auge, in meinem Munde wird es Götterspeise. Ich bin das dreifache Loblied, der den Raum durchmißt, die unverlöschliche Glut. Opfer bin ich genannt."
8. "Weil er mit drei Sieben das Preislied gesiebt hat, im Herzen den Weg zu dem Gedanken, zum Licht findend, hat er sich aus eigener Kraft das höchste Kleinod verdient und er überschaute Himmel und Erde."
9. "Ihn, der ein unversiegbarer Quell mit hundert Strömen ist, den redekundigen Vater der Worte, wie die Windsbraut im Schoße der Eltern rauschend ihn schützet, ihr beiden Welten, dessen Worte wahrhaft sind!"



3,27. An Agni


1. Eure für die Himmelswelt bestimmten Ehrengaben, in Opferspenden bestehend, sollen mit dem Schmalzlöffel zum Vorschein kommen. Zu den Göttern geht er, ihre Gunst suchend.
2. Agni rufe ich mit Lobeswort an, den redekundigen Ausrichter des Opfers, den Erhörenden, der das Erwartete besitzt.
3. Agni! Wir möchten imstande sein, deine, des Gottes, Siegesrosse zu lenken; wir möchten den Anfeindungen entrinnen.
4. Bei der Opferhandlung entzündet ist der lautere Agni mit den Flammenhaaren anzurufen - an ihn wenden wir uns.
5. Von breiter Gestalt, unsterblich, in Schmalz festlich gekleidet, mit Schmalz schön begossen, ist Agni der Spendenfahrer des Opfers.
6. Den Agni haben sie eifrig mit bereitgehaltenem Löffel so recht von Herzen opfernd zur Gunsterweisung bewogen.
7. Als Hotri geht der unsterbliche Gott voran mit Zauberkraft, die Worte der Weisheit anregend.
8. Der Preisgewinner wird in seine Ehrengaben eingesetzt, bei den Opferhandlungen wird er vorgeführt, der redkundige Ausrichter des Opfers.
9. Mit Andacht wurde der Auserwählte erzeugt. Er empfing den Keim der Wesen, als Kind des Daksa seinen Vater Daksa.
10. Dich, den zu Erwählenden, habe ich eingesetzt, du von der Id mit Kraft erzeugter Sohn des Daksa, den leuchtenden Usij, o Agni.
11. Den Agni, den Lenker, der über die Gewässer hinüberkommt, zünden eifrig bei der Ausübung des rechten Brauches die Redekundigen unter Ehrengaben an.
12. Das Kind der Kraft, der bei der Opferhandlung zum Himmel leuchtet, den Agni rufe ich an, der Sehergabe besitzt.
13. Anzurufen, zu verehren, durch das Dunkel sichtbar, wird Agni, der Bulle entzündet.
14. Der Bulle Agni wird entzündet, der wie ein Roß die Götter fährt. Ihn berufen sie mit den Opfergaben.
15. Dich, den Bullen, wollen wir Bullen, o Bulle, entflammen, den hoch aufleuchtenden, o Agni.



3,28. An Agni


1. Agni, laß dir unsere Opfergabe, den Reiskuchen, bei der Morgenspende schmecken, o Jatavedas, du an Weisheit Reicher!
2. Der Reiskuchen ist gar, o Agni, oder vielmehr für dich zubereitet; den laß dir schmecken, du Jüngster!
3. Agni! Hab nach dem geopfertem Reiskuchen Gelüst, der einen Tag alt ist. Du, der Sohn der Stärke, bist zum Opfer bestellt.
4. Bei der Mittagsspende laß dir, Jatavedas, hier den Reiskuchen schmecken, du Weiser! Agni, deinen, des Jüngsten, Anteil schmälern nicht die in der Opferkunde Erfahrenen.
5. Agni, so mögest du denn bei der dritten Spende den geopferten Reiskuchen genehmigen, du Sohn der Stärke. Und bring das Opfer unter Beifall zu den Göttern, das kostbare, das auf die Götter wartet.
6. Agni, dich stärkend, laß dir das Opfer, den Reiskuchen schmecken, der einen Tag alt ist, o Jatavedas!



3,29. An Agni


1. Dies ist das Reibegestell, das Zeugungsglied ist fertig. Bring die Stammesfürsten herbei, wir wollen wie vordem das Feuer ausreiben!
2. Agni Jatavedas ist in den beiden Reibhölzern verwahrt, wohlaufgehoben wie die Leibesfrucht in den Schwangeren. Tag für Tag ist Agni von den frühwachen Menschenkindern, die Opferspenden haben, anzurufen.
3. Steck ihn kundig in die Ausgestreckte hinein. Gleich nach der Empfängnis hat sie den Bullen geboren. Mit rotem Schopfe - weiß ist sein Aussehen - ist der Sohn der Ila zu rechter Zeit geboren worden.
4. Wir setzen dich ein in die Stätte der Ila im Nabel der Erde, o Agni Jatavedas, daß du die Opferspende fahren sollst.
5. Reibet, o Männer, den nicht doppelzüngigen Seher aus, den klugen Unsterblichen von schönem Aussehen! Das Wahrzeichen des Opfers, den freundlichen Agni, erzeuget zuerst vorweg, ihr Männer!
6. Wenn sie mit den Armen ihn ausreiben, so erstrahlt er in den Hölzern rötlich wie der Preisrenner. Unaufhaltsam wie der prächtige Wagen der Asvin auf der Fahrt, verschont er die Steine, das Gras verbrennend.
7. Geboren erstrahlt Agni, die Augen auf sich ziehend, der siegreiche, redekundige, von den Sehern gepriesen, gabenschön, den die Götter als berufenen allwissenden Opferfahrer zu den Opfern bestellt haben.
8. Setz dich, o Hotri, kundig auf deinen Platz; setz das Opfer in den Schoß der Guttat. Die Götter einladend mögest du den Göttern die Opferspende opfern. O Agni, lege in den Opfernden hohe Kraft!
9. Macht riesigen Rauch, ihr Freunde! Ohne Unfall gelangt zum Ziel! Dies ist der Agni, der Schlachtensieger, der Meister, durch den die Götter die Dasyu´s überwältigten.
10. Dies ist dein zeitgemäßer Schoß, aus dem geboren du erstrahltest. Ihn kennend setz dich nieder, Agni, und fördere unsere Lobrede!
11. Tanunapat heißt der Asurische als Leibesfrucht, zum Narasamsa wird er, wenn er geboren wird, Matarisvan, wenn er in der Mutter sich bildete. Zum Windstrom ward er in seinem Laufe.
12. Mit Geschick ist der Seher herausgerieben, mit Geschick eingesetzt. Agni, vollzieh das Opfer gut, verehre für den Gottverlangenden die Götter!
13. Die Sterblichen haben den Unsterblichen erzeugt, der keine Fehlgeburt ist, den sich durchsetzenden mit starkem Gebiß. Zehn unvermählte Schwestern halten vereint den neugeborenen Mann umfaßt.
14. Von sieben Opferpriestern umgeben erstrahlte er seit alters, wenn er im Schoße der Mutter, an ihrem Euter erglühte. Nicht schließt der Erfreuliche Tag für Tag die Augen, nachdem er aus dem Leibe des Asura geboren wurde.
15. Die Feinde bekämpfend wie die Heereszüge der Marut, verstehen die Erstgeborenen des heiligen Wortes alles. Die Kusika`s haben die erleuchtete heilige Rede zustande gebracht; sie haben den Agni entflammt, jeder einzelne in seinem Hause.
16. Da wir dich heute bei diesem beginnenden Opfer, du kundiger Hotri, hier erwähnt haben - du hast bisher beständig geopfert und beständig den Dienst versehen - so komm des Weges kundig als Kenner her zum Soma!







2. Gruppe        Lieder an Indra


3,30. An Indra


1. Nach dir verlangen die somawürdigen Freunde; sie pressen Soma aus, sie bereiten das Opfermahl. Sie trotzen der üblen Nachrede der Leute, denn außer dir gibt es keine Losung, o Indra.
2. Für dich sind selbst die entferntesten Räume nicht weit ab. Komm doch her mit den Falben, du Falbenlenker ! Für den starken Bullen sind diese Trankopfer bereitet. Die Preßsteine sind eingestellt bei entzündetem Feuer.
3. Indra mit schönen Trinkerlippen, der Gabenreiche, der Überwinder mit der großen Heerschar, der Tatenreiche, Drohende - was du, der Gewaltige, unter den Sterblichen in der Bedrängnis tatest, wo bleiben diese deine Heldentaten, du Bulle?
4. Denn du fürwahr, der du das Unerschütterliche erschütterst, ziehst alleine aus, die Feinde erschlagend. Auf dein Gebot standen Himmel und Erde, die Berge wie festgerammt.
5. Und in Furchtlosigkeit hast du Vielgerufener rühmlich allein eine feste Sprache geführt als der Vritratöter. Selbst diese beiden unbegrenzten Welthälften sind, wenn du sie zusammenfassest, für dich nur eine Handvoll, du gabenreicher Indra.
6. Dein Wagen soll fein mit dem Falbenpaar in gestrecktem Laufe, deine Keule soll die Feinde zermalmend vordringen, o Indra. Erschlage sie, wenn sie sich entgegenstellen, wenn sie von hinten kommen, wenn sie den Rücken kehren ! Mach alles wahr; es soll ein Ende gemacht werden!
7. Welchem Sterblichen du Genüge getan hast, der hat Anteil an dem noch unverteilten Hauswesen. Glückbringend ist deine Gnade, o Indra, in Schmalz gehend; tausendschenkend deine Freigebigkeit, du Vielgerufener.
8. Den mit der Danu zusammenhausenden handlosen Kunaru hast du zerschmettert, vielgerufener Indra. Auf den sich auswachsenden Vritra, den Feindseligen, den Fußlosen hast du, Indra, mit der starken Keule losgeschlagen.
9. Du, Indra, hast die gütige, eifrige, große, unbegrenzte Erde an ihren Platz gesetzt. Er stützte den Himmel, der Bulle, den Luftraum; auf dein Geheiß sollen hier die Gewässer fließen.
10. Ohne zurückzufordern hat sich Vala, der Rinderpferch, noch vor deinem Schlage furchtsam aufgetan. Er machte die Wege frei, um die Rinder herauszutreiben. Die blasenden Chöre der Marut ermutigten dich, den Vielgerufenen.
11. Indra allein hat die beiden schätzereichen gepaarten Himmel und Erde erfüllt. Auch aus der Luft komm zu uns im Kampfe, bring uns als der Wagenlenker der Speise verdoppelt die Gewinne, du Held!
12. Die Sonne verfehlt nicht die vorgezeichneten Richtungen, die Tag für Tag vom Falbenlenker bestimmten. Wenn sie ihre Wege vollendet hat, dann macht sie mit den Rossen Ausspann. Das aber ist sein Werk.
13. Sie verlangen beim Kommen der Morgenröte aus dem Dunkel der Nacht das große, prächtige Antlitz der Aufleuchtenden zu sehen. Alle erkennen, wenn sie in ihrer Herrlichkeit gekommen ist: Des Indra viele Werke sind wohlgetan.
14. Ein großes Licht ist in ihren Eutern verwahrt: die rohe Kuh wandelt die gekochte Milch tragend. Aller Wohlgeschmack ward in der Kuh vereinigt, als Indra sie zur Nahrung bestimmte.
15. Indra, bleib fest ! Die Reisetruhen sind bereit. Tu dem Sänger und seinen Freunden für das Opfer zu Dank! Die hinterlistigen Sterblichen, deren Trachten böse ist, die Schelme, die den Köcher umhaben, sollen erschlagen werden!
16. Man hört das Geschrei von den ganz nahen Feinden. Schleudere auf sie deinen glühenden Keil! Hau ihn unten ab, zerspalte, bezwinge ihn, erschlage den Dunkelgeist, du Gabenreicher, bring ihn in deine Gewalt!
17. Rotte den Dunkelgeist mit der Wurzel aus, Indra ! Hau die Mitte durch, brich die Spitze ab ! Wie lange schon hast du Nachsicht geübt ! Schleuder dein glühendes Geschoß auf den Feind des Segenswortes!
18. Wenn du zum Heil mit deinen Siegesgewohnten, du Anführer, ausziehst, wenn du viele große Speisegenüsse in Besitz nimmst, so möchten wir die Gewinner großen Reichtums sein. Uns soll kinderreiches Glück zuteil werden!
19. Bring uns glänzendes Glück mit, o Indra ! Wir möchten von deiner Gabe etwas auf Vorrat zurücklegen. Wie das Meer hat sich unser Wunsch ausgedehnt; den erfülle, du Herr der Schätze!
20. Dieses Verlangen stille mit Rindern, mit Rossen, mit blinkender Ehrengabe und dehn es noch aus ! Nach dem Sonnenlicht verlangend haben die beredten Kusika´s mit Gedichten dir, dem Indra, ein Fahrzeug bereitet.
21. Schlag uns Rinderherden heraus, du Rinderbesitzer ! Für uns sollen sich die Gewinne, die Belohnungen ansammeln. Du bist der Himmelsherr, o Bulle, dessen Eifer echt ist. Sei uns fein ein Rinderschenker, du Gabenreicher!
22. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,31. An Indra


1. Der Opferlenker kam die Enkelin der Tochter zurechtweisend, des Gesetzes kundig, die Erkenntnis des Gesetzes hochhaltend, wobei der Vater rechtschaffenen Sinnes einverstanden war, indem er den Erguß der Tochter betrieb.
2. Der leibliche Sohn hat seiner Schwester das Erbe nicht überlassen; er machte ihren Mutterleib zu einer Schatzkammer des Gewinners. Wenn die Mütter den Opferfahrer erzeugen, so ist einer von den beiden Guttätern der Erzeuger, der andere ist der, der den Vorteil hat.
3. Agni wurde mit der Zunge zitternd geboren, um die Söhne des großen Rötlichen zu verehren. Groß war die Leibesfrucht, groß auch diese Geburt, groß die Erbauung des Falbenlenkers Indra durch die Opfer.
4. Dem Streiter schlossen sich die siegreichen Scharen an; sie fanden das große Licht aus dem Dunkel heraus. Die Morgenröten erkannten ihn und kamen ihm entgegen aus der Höhle. Indra wurde der alleinige Besitzer der Kühe.
5. Die Weisen bahnten den Weg zu den in der Feste weilenden Kühen, mit vorwärtsstrebendem Sinne trieben die sieben Wortführer zur Eile. Sie fanden jeden richtigen Weg. Der Kundige hat seitdem mit seiner Anbetung diese eingeschlagen.
6. "Wenn die Sarama die Bresche imFelsen findet, so wird sie ihren früheren großen Schutz vollständig machen." Die Leichtfüßige führt die Spitze der Kühe. Sich auskennend ging sie als erste auf den Schall zu.
7. Es kam der erste Wortführer, sich als Freund erweisend. Der Fels brachte für den Guttäter seine Leibesfrucht zur Reife. Der Jüngling gewann mit den Jugendlichen, sich als Freigebiger erweisend. Da ward sogleich der Angiras zum Lobsänger:
8. "Jedem einzelnen gewachsen, allen voranstehend kennt er alle Geschlechter; er erschlägt den Susna. Der Pfadsucher des Himmels, der Rindersucher ging uns singend voran. Der Freund erlöste die Freunde von Unehre."
9. Das Herz voll verlangen nach den Rindern setzten sie sich unter Lobpreisungen nieder, indem sie sich den Weg zur Unsterblichkeit bereiteten. Diese ihre Opfersitzung ist auch jetzt noch häufig, der rechte Brauch, durch den sie die Monate zu gewinnen suchten.
10. Als sie die Herde überzählten, freuten sie sich ihres Eigentums, indem sie die Milch des alten Samens melkten. Ihr Geschrei erhitzte beide Welten. Sie teilten sich in den Nachwuchs, sie verteilten die Männer auf die Kühe.
11. Er, der Vritratöter, ließ samt dem Nachwuchs, der Indra samt den Opfergaben die Kühe durch Zaubergesänge heraus. Die breitäugige, häusliche Kuh, die für ihn die schmalzige Milch trägt, hat ihren leckeren Honig aus sich melken lassen.
12. Wie ein Vater bereiteten sie ihm einen Sitz, denn die Guttäter hatten eine hohen, funkelnden Sitz ausersehen. Sie stützten die beiden Erzeugerinnen durch eine Stütze und während die die Opfersitzung hielten, richteten sie den blendenden empor.
13. Wenn die hohe Disana ihn dazu bestimmt hat, den Vritra niederzustoßen, der an einem Tage groß wurde und in beiden Welthälften sich breit machte, so sind alle Kräfte dem Indra zugestanden, auf den die fehlerlosen Lobreden sich vereinigen.
14. Ich verlange nach deiner großen Freundschaft, nach deinen guten Diensten. Dem Vritratöter gehen viele Gaben zu. Groß ist das Loblied; wir sind in die Gunst des Herrn gekommen. Sei uns, du Gabenreicher, fein ein Beschützer!
15. Er gewann ein großes Land, viel Gold und stellte den Freunden den beweglichen Besitz wieder her. Indra, von den Männern entflammt, erzeugte miteinander Sonne, Morgenröte, den Gang des Himmels, das Feuer.
16. Auch die sich verbreitenden Gewässer ließ der Gebieter in gleicher Richtung laufen, die allschimmernden, süßen, mit geistigen Filtern geläutert. Tag und Nacht laufend trieben sie ihre Rosse an.
17. Die beiden verehrungswürdigen Schatzhalterinnen, die schwarze Nacht und die Morgenröte folgen ihm mit Einwilligung des Sonnengottes, während die Freunde deine Hoheit umringen, um sie für sich in Beschlag zu nehmen, o Indra, sie die Geliebten, Vorstürmenden.
18. Sei du, Vritratöter, der Herr der Geschenke, sei lebenslänglich der befruchtende Stier der Lieder! Komm zu uns mit deinen gütigen Freundschaftsdiensten, du der Große mit deinen großen Hilfen, dich beeilend!
19. Ihn ehre ich nach Art der Angiras´ unter Verbeugung und mache ein vor Zeiten entstandenes Lied zu einem, das dem Ältesten ganz neu ist. Durchkreuze die vielen gottlosen Tücken und laß uns, du Gabenreicher, die Sonne gewinnen!
20. Die ausgebreiteten Nebel haben sich jetzt geklärt, bring uns glücklich an ihr Ende! Du, Indra, der Wagenlenker, bewahre uns vor Schaden; mach uns recht bald zu Erbeutern von Rindern!
21. Der Vritratöter hat als Rinderbesitzer die Rinder zugewiesen. Er schloß die Schwarzen aus mit den feuerfarbigen Wesen. Und die Gnadenbeweise nach dem Rechte zuweisend sperrte er alle seine Tore auf.
22. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,32. An Indra


1. Indra, Herr des Soma, trink diesen Soma, die mittägliche Trankspende, die dir genehm ist. Durch die Lippen brustend, du Gabenreicher, Trestersomatrinker, spann die Falben ab, berausche dich hier!
2. Trink, Indra, den milchgemischten, den mit Mehl angerührten, den klaren Soma! Wir haben ihn dir zum Rausche gespendet. Zusammen mit der marutischen Gefolgschaft, die dir eine Erbauung bereitet, mit den Rudrasöhnen begieße dich zur Genüge!
3. Die Marut, die deine Wut, deine Kraft erhöhten, indem sie deine Stärke besangen, o Indra, mit den Rudrasöhnen als Gefolge trink, du Schönlippiger, bei der mittäglichen Trankspende, du Keulenträger!
4. Eben diese seine Gefährten wurden beredt in süßen Worten, die Marut, die des Indra Truppe waren, von denen zur Eile getrieben er des Vritra verwundbare Stelle fand, der sich für unverwundbar hielt.
5. Wie bei Manu der Trankspende dich erfreuend trink, Indra, den Soma zu voller Kraft. Laß dich, du Falbenfahrer, durch die Opfer herlenken. Du läßt die Wasserfluten mit den Eilenden laufen.
6. Da du die Gewässer losließest, um wie Renner im Wettkampf zu laufen, nachdem du den Vritra erschlagen hattest, o Indra, mit der beweglichen Waffe den Liegenden, den Ungott, der die göttlichen Gewässer eingeschlossen hatte.
7. So verehren wir unter Verbeugung den erstarkten Indra, den hohen, reckenhaften, alterlosen, jugendlichen Indra, den opferwürdigen, dessen Größe beide lieben Welten gemessen, aber nicht ermessen haben.
8. Des Indra viele Werke sind wohlgetan. Alle Götter verfehlen nicht seine Gebote, der die Erde und diesen Himmel gefestigt hat; der Guteswirkende hat die Sonne, die Morgenröte erzeugt.
9. Du Trugloser! Diese deine Größe ist wahrhaft, daß du eben geboren sogleich den Soma trankst. Weder die Tage, noch Tage und Nächte, noch die Monate und Herbste tuen deiner, des Kräftigen, Stärke Einhalt, o Indra.
10. Du trankst, eben geboren, sogleich den Soma im höchsten Himmel zum Rausche, o Indra. Als du in beide Welten eingezogen warst, da wurdest du der erste Brotgeber der Dichter.
11. Du erschlugst den Drachen, der die Flut umlagerte, der sich stark fühlte, du Starkgeborener als der Stärkere. Nicht kam da der Himmel deiner Größe gleich, als du mit der anderen Hüfte die Erde bedecktest.
12. Denn das Opfer wurde für dich, o Indra, stärkend und lieb ist dir das Opfermahl, bei dem der Soma ausgepreßt wird. Begünstige Opfer um Opfer, der du opferwürdig bist! Das Opfer half deiner Keule im Drachenkampf.
13. Durch das Opfer habe ich früher den Indra samt seiner Hilfe hierher gebracht. Zu neuer Huld möchte ich ihn herlenken, der sich an den früheren Preisliedern erbaut hat, der an den mittleren und neuesten.
14. Wenn die Dhisana mich erfüllt, neu geboren hat, will ich den Indra vor dem entscheidenden Tage preisen, auf daß er uns an diesem aus der Not heraushelfe. Ihn rufen beide Teile an wie den zu Schiffe Fahrenden.
15. Aufgefüllt ist für ihn die Kufe. Wohl bekomm´s! Wie ein Wasser Schöpfender habe ich den Eimer zum Trinken ausgegossen. Die lieben Soma´s sind von der rechten Seite dem Indra genaht, daß er sich daran berausche.
16. Nicht hielten dich der tiefe Strom, noch die Felsen, die im Wege standen, auf, du Vielgerufener, als du darum zur Eile getrieben für die Freunde die doch so fest verschlossene Rinderhöhle erbrachst, o Indra.
17. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,33. Visvamitra und die Flüsse


Der Dichter:

1. Aus der Berge Schoße stürzten begierig wie zwei losgebundene Stuten um die Wette laufend, leckend wie zwei schmucke Mutterkühe, Vipas und Sutudri mit ihrer Milchflut hervor.
2. Von Indra angetrieben, um das Zeichen zum Galopp bittend, geht ihr wie zwei Wagenrosse. Wenn ihr mit den Wogen anschwellend euch vereinigt habt, geht die eine von euch in der anderen auf, ihr Schmucken.

Visvamitra:

3. "Ich bin zu dem mütterlichsten Strom gekommen, wir sind an die breite holde Vipas gelangt, die sich beide lecken wie Mutterkühe ein Kalb, indem sie im gemeinsamen Bette weiterlaufen."

Die Flüsse:

4. "So sind wir von der Milchflut anschwellend, im gottgeschaffenen Bette weiterlaufend - nicht ist unser pfeilschneller Galopp aufzuhalten. Was begehrt der Redekundige, daß er die Flüsse ruft?"

Visvamitra:

5. "Haltet meiner somagleichen Rede auf einen Augenblick in eurem Laufe still, ihr Immerfließenden! An den Fluß ergeht ein hohes Ansinnen. Schutzsuchend habe ich, des Kusika Sohn, gerufen."

Die Flüsse:

6. "Indra, der Keulenträger, furchte uns das Bett; er verjagte den Vritra, der die Flüsse umschloß. Gott Savitri mit der schönen Hand leitete uns. Auf seinen Antrieb gehen wir breit dahin."

Visvamitra:

7. "Diese Heldentat ist allezeit zu rühmen, das Werk des Indra, daß er den Drachen zerhieb. Mit der Keule zerschlug er die Schranken; es kamen die Gewässer einen Ausgang suchend."

Die Flüsse:

8. "Dieses Wort solltest du, o Sänger, nicht vergessen, das künftige Geschlechter von dir hören mögen. Sei uns, o Dichter, in deinen Liedern gefällig, setz uns nicht bei den Menschen herab! Ehre sei dir!"

Visvamitra:

9. "Schenket doch, ihr Schwestern, dem Dichter Gehör! Er ist mit Wagentroß und Streitwagen zu euch aus der Ferne gekommen. Beuget euch fein nieder, seid leicht zu durchschreiten, bleibet mit eurer Strömung unter den Wagenachsen, ihr Flüsse!"

Die Flüsse:

10. "Wir wollen deinen Worten Gehör schenken, o Dichter. Du bist mit Wagentroß und Streitwagen aus der Ferne gekommen. Ich will mich dir neigen wie die milchgeschwellte Frau zu ihrem Kinde, während ich dir nachgeben will, wie das Mädchen ihrem Liebsten."

Visvamitra:

11. "Wenn die Bharata´s dich wirklich überschritten haben werden, der auf Rinderbeute ausziehende Heerbann, zur Eile getrieben, von Indra angefeuert, dann soll euer Galopp pfeilschnell dahinschießen. Die Gunst erbitte ich von euch, den Verehrungswürdigen."
12. "Die auf Rinderbeute ausziehenden Bharata´s sind hinübergesetzt; der Redekundige ist der Gunst der Flüsse teilhaft geworden. Schwellet an, erlabend, gabenreich! Füllet eure Euter an, gehet schnell!"
13. Eure Welle soll die Jochzapfen emporheben, ihr Gewässer, gebet die Stränge frei! Nicht sollen die schuldlosen Rinder, die nichts Übles tun, in Verlust geraten!



3,34. An Indra


1. Indra, der Burgenbrecher hat den Dasa mit Zaubergesängen überwunden, der Finder des Gutes, der die Feinde aufteilt. Durch das Kraftwort angefeuert, am Leibe erstarkt, erfüllte der Gabenreiche beide Welthälften.
2. Als Ansporn für dich, den Freigebigen, Starken lasse ich die Rede los, zum Empfang des Unsterblichen bereit. Indra, du bist der Anführer der menschlichen Völker und der göttlichen Stämme.
3. Indra wehrte den Vritra ab durch das Mittel der Stärke; er vereitelte die Listen der Listigen durch das Mittel der Verwandlung. Er erschlug den Vyamsa in den Hölzern gierig brennend. Er machte die Stimmen der Nächte offenbar.
4. Indra, der Sonnengewinner, der die Tage schuf, der Überlegene gewann mit den Usij die Schlachten. Er ließ für Manu das Wahrzeichen der Tage aufleuchten; er fand das Licht zu großer Freude.
5. Indra geriet in Ungeduld, in Eifer, der wie ein Mann viele Mannestaten vollbringt. Er gab dem Sänger diese Gedanken ein und erhöhte deren reine Form.
6. Sie schlagen seine, des Großen, große Taten hoch an; des Indra viele Werke sind wohl getan. Mit seiner Umschlingung zermalmte er die Ränkevollen mit seinen Listen die Dasyu's, an Kraft überlegen.
7. Durch Kampf hat Indra mit Macht den Göttern Freiheit verschafft, der wahre Gebieter, der die Länder erfüllt. Am Sitze des Opferers preisen beredte Seher das alles von ihm mit Lobliedern.
8. Dem vollständigen Sieger, dem vorzüglichen Siegverleiher, der die Sonne und die göttlichen Wasser gewonnnen hat, der die Erde und diesen Himmel gewonnen hat, dem Indra jubeln die Liederfrohen Beifall zu.
9. Er hat die Rennpferde und die Sonne gewonnen, Indra hat die Viele speisende Kuh gewonnen, und er hat den Besitz von Gold gewonnen. Indem er die Dasyu's erschlug, half er der arischen Rasse weiter.
10. Indra gewann die Pflanzen, die Tage; die Bäume gewann er, die Luft. Er spaltete den Vala, vertrieb die Streitenden und ward so der Bezwinger der sich Auflehnenden.
11. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,35. An Indra


1. Besteige das an den Wagen geschirrte Falbenpaar; komm zu uns, wie Vayu die Niyutgespanne besteigend! Im Galopp kommend sollst du bei uns den Trank trinken. Indra! Wohl bekomm´s! Wir haben ihn dir zum Rausche gespendet.
2. Ich schirre dem Vielgerufenen das rasche Gespann, das Falbenpaar an die Joche des Wagens, auf daß sie Indra zu diesem vollständig zugerüsteten Opfer eilig heranfahren.
3. Lenk die beiden Hengste her, die vor Glut geschützten, und sorge für sie, du eigenmächtiger Bulle! Die beiden Rosse sollen fressen, spann hier die rötlichen aus, iß du Tag für Tag die gleichen Gerstenkörner!
4. Mit kräftigem Zuspruch schirre ich dir die beiden durch bloßen Zuspruch geschirrten Falben, deine Kameraden bei dem Somagelage, die Renner. Besteige den festen, leichten Wagen, o Indra, und komm des Weges kundig als Kenner zum Soma!
5. Nicht sollen andere Opferer deine falben Hengste, die geradrückigen, anhalten. Fahr an allen vorüber, wir wollen es dir mit dem ausgepreßten Soma recht machen.
6. Für dich ist dieser Soma, komm heran, zum soundsovielten Male trink wohlgemut von diesem! Setz dich zu diesem Opfer auf das Barhis und nimm den Saft in deinem Bauch auf, Indra!
7. Das Barhis ist für dich ausgelegt, der Soma ist gepreßt, o Indra, die Gerstenkörner sind für deine Falben zum Essen bereitet. Wie du es gewohnt bist, sind dir, dem vielvermögenden Bullen in Begleitung der Marut die Opfergaben gespendet.
8. Diesen Soma haben die Männer, die Berge, die Wasser zusammen mit den Kühen für dich, Indra, zu einem süßen Trank bereitet. Komm, du Recke, und trinke wohlgemut davon, wegekundig, deine gewohnten Straßen kennend!
9. Die Marut, die du am Soma teilnehmen ließest, o Indra, die dich stärkten und dein Gefolge wurden, mit denen zusammen trinke verlangend durch die Zunge des Agni diesen Soma, Indra!
10. Indra! Trink nach eignem Ermessen vom Soma oder trink mit der Zunge des Agni, du Opferwürdiger, oder aus der Hand des Adhvaryu den dargebotenen, du Mächtiger, oder erfreue dich an dem Weihspruch des Hotri zur Opferspende!
11. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,36. An Indra


1. Dieser Darbbringung verhilf fein immer wieder im Verein mit deinen Hilfen zum Sieg. Bei jedem Soma hat er sich an den Stärkungen gestärkt, er der durch große Taten hochberühmt wurde.
2. Dem Indra sind seit lange die Somatränke bekannt, durch die er wie Ribhu starkgliederig ward, zu voller Kraft gelangt. Nimm die dargebotenen doch ja an; trink, Indra, von dem bullenstarken, von dem von Bullenstarken im Wasser Geschwenkten!
3. Trink, stärke dich! Dein sind die gepreßten Somatränke, Indra, die allerersten und auch diese. Wie du den früheren Soma getrunken hast, Indra, so trink als der Gefeierte heute aufs neue!
4. Ein großer Humpen, bei dem Opfer übervoll, besitzt er gewaltige Stärke, kühne Kraft. Nicht einmal die Erde umfaßte ihn, wann die Somatränke den Falbenfahrer berauscht haben.
5. Groß, gewaltig ist er zu voller Manneskraft erwachsen; er hat mit Sehergabe die Kühe zusammengetrieben. Indra ist Bhaga, seine Kühe sind gewinngebend, seine vielen Belohnungen vermehren sich durch Nachwuchs.
6. Als die Ströme sich gleichsam in Galopp setzten, da kamen die Wasser zum Meere wie auf einer Fahrstraße. Noch breiter als dieser Sitz ist Indra, wenn ihn der Soma, der ausgemolkene Stengel anfüllt.
7. Indem sie dem Indra den wohlausgepreßten Soma bringen, wie die Flüsse ihr Wasser, wenn sie sich mit dem Meere vereinigen, melken die behändeten Priester mit den Armen den Stengel; sie läutern die Güsse des Süßtrankes im Gusse durch die Seihen.
8. Wie Seen sind deine somafassenden Seiten; er nimmt auf einmal viele Trankspenden in sich auf. Als Indra die ersten Speisen verzehrte, da erwählte er, der den Vritra erschlug, für sich den Soma.
9. Bring doch mit! Keiner soll dir dabei im Wege stehen! Wir kennen dich ja als den Herrn der Güter. Gewähre uns, o Falbenlenker, deine großmächtige Gabe, die du, Indra, hast!
10. Schenk uns, du gabenreicher trestersomatrinkender Indra, von deinem allbegehrten vielen Reichtum! Gewähre uns hundert Herbste zum Leben, uns vollzählige Söhne, o Indra mit der Trinkerlippe.
11. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,37. An Indra


1. Indra! Wir bringen dich her zur Übermacht, die die Feinde erschlägt, und zum Sieg im Kampf.
2. Sinn und Auge von dir sollen die Priester fein herwärts richten, du ratreicher Indra.
3. Wir beschwören mit allen Lobesworten deine Namen, du ratreicher Indra, wenn es gilt, der Anschläge Meister zu werden.
4. Mit den hundert Eigenschaften des vielgepriesenen, völkererhaltenden Indra verherrlichen wir ihn.
5. Dem vielgerufenen Indra rede ich zu, daß er den Vritra erschlage, daß er in den Kämpfen den Preis gewinne.
6. Sei siegreich in den Preiskämpfen; wir beschwören dich, ratreicher Indra, den Vritra zu erschlagen.
7. Bei den Glanztaten in der Schlacht und bei den in den Schlachten siegreichen Ruhmestaten sei du, Indra, siegreich über die Anschläge!
8. Trink unseren feurigsten, glänzenden, wachhaltenden Soma zum Beistand, du ratreicher Indra!
9. Deine Kraftäußerungen, die unter den fünf Völkern bekannt sind, die erbitte ich mir von dir, ratreicher Indra.
10. Du, Indra, bist zu hohem Ruhme gelangt; erreiche unübertroffenen Glanz! Wir erhöhen deinen Kampfesmut.
11. Komm zu uns aus der Nähe und aus der Ferne, du Mächtiger! Welches deine Welt ist, von der komm hierher, Indra, Herr des Preßsteins!



3,38. An Indra


1. Wie der Zimmermann sein Werk, so habe ich das Gedicht überlegt, wie ein preisgewinnender Renner, der gut eingefahren ist, einen Anlauf nehmend. An die vertrauten fernen Dinge im Geiste rührend wünsche ich, der Weise, daß die Seher zuschauen.
2. Frag auch die mächtigen Geschlechter der Seher! Ihr habt entschlossen, gut handelnd den Himmel gezimmert. Diese wachsende Vertraulichkeit, die im Geiste erstrebte, ist nunmehr in rechter Weise, dir gekommen.
3. Und sie salbten beide Rodasi zur Herrschaft, indem sie hier ihre geheimen Spuren hinterließen. Sie haben die beiden in ihren Maßen gleich gemacht und die Welten in Ordnung gehalten. Sie schieden die beiden Großen, die zusammengestoßen waren, damit sie die Herrschaft ausüben.
4. Alle umringten ihn, als er den Wagen bestieg. Seine Herrlichkeiten anlegend wandelt der Selbsterleuchtende. Dies ist der große Name des Bullen Asura: als Visvarupa Allgestaltig hat er unsterbliche Namen angenommen.
5. Der ältere Bulle gebar als erster; diese seine Erfolge sind zahlreich. Ihr beiden Enkel des Himmels, ihr Könige, übet im Geiste der Weisheit von jeher die Herrschaft aus.
6. Die drei, die vielen, alle Sitze schließest ihr beiden Könige in eurer Weisheit ein. Ich sah, im Geiste dorthin gegangen, auch die Gandharven, deren Haare der Wind sind, in eurem Dienste.
7. Dies ist das Werk dessen, der Stier und Kuh ist. Sie haben den Gesellen der Kuh mit Namen ausgestattet. Indem sie immer andere asurische Gestalt anlegten, haben die Zauberkundigen ihre Gestalt ihm angepasst.
8. Dieses Werk von ihm, dem Savitri, kann mir keiner - wenn er sein goldenes Bildnis aufgerichtet hat. Mit schönem Loblied bringe ich die beiden alles hervorbringenden Rodasi her. Wie eine Frau ihre Kinder bedecken sie schützend die Geschöpfe.
9. Ihr beide führet das Werk des Großen, Uralten aus. Als göttliches Heil möget ihr um uns sein, als die verschiedengestalteten Hüter des Lebendigen, des Unbeweglichen. Alle sehen die Werke des Zauberkundigen.
10. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,39. An Indra


1. Zu Indra als ihrem Gatten kommt aus dem Herzen sich aufschwingend, zum Loblied geformt, die Dichtung, die frühwache, beim Opfer vorgetragen. Indra, nimm das Lied war, das für dich geboren wird!
2. Noch vor Tag geboren, frühwach, beim Opfer abwechselnd vorgetragen, in schöne, helle Gewänder gekleidet, ist dies unsere in alter Zeit entstandene väterliche Dichtung.
3. Auch Zwillinge hat da die Zwillingsmutter geboren - der fliegende Gedanke ist jetzt auf die Spitze der Zunge getreten. Als ein Paar geboren sind sie der Schönheit gesellt. Die beiden Dunkelvertreiber haben sich nach der Glut des Feuers eingestellt.
4. Unter den Sterblichen ist keiner, der sie tadelt, unsere Väter, die um die Rinder zu Kämpfern wurden. Der großmächtige Indra hat ihre eingeschlossenen Kuhherden herausgelassen, der Meisterkünstler.
5. Während der Freund mit den Freunden, den Navagva´s, als seinen Streitern, in die Kniee sich legend den Rindern nachging, fand Indra - das ist wahr - mit den zehn Dasgva´s die Sonne, die im Dunkel weilte.
6. Indra hat den in der Kuh aufgespeicherten Honig, alles was Füße und Klauen hat, in ... der Kuh gefunden. Den im Versteck Befindlichen, Versteckten, im Wasser Verborgenen nahm er in die rechte Hand, er der recht Belohnende.
7. Das Licht zog er dem Dunkel vor, da er den Unterschied kennt. Möchten wir im entscheidenden Augenblick dem Mißgeschick fern bleiben! Erfreue dich an diesen Lobreden des Dichters, der der erste unter den Vielen ist, du Somatrinker, somagestärkter Indra!
8. Licht werde dem Opfer in beiden Welten! Wir möchten dem großen Mißgeschick fern bleiben. Ihr Götter führet ja den Sterblichen zu gutem Ende, wenn er auch vielmals ungeduldig ist in seinem Eifer.
9. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,40. An Indra


1. Indra! Dich, den Bullen, rufen wir zum ausgepreßten Soma, trink du vom süßen Trank!
2. Indra! Nimm den ausgepreßten Soma, der guten Rat schafft, gern an, du Vielgepriesener! Trinke, gieß den Labenden in dich!
3. Indra! Fördere mit allen Göttern unser Opfer, das das Erwartete bringt, du gepriesener Stammesfürst!
4. Indra! Diese ausgepreßten Somatränke begeben sich in deine Wohnung, die schimmernden Säfte, du rechtmäßiger Herr.
5. Nimm den ausgepreßten, vorzüglichen Soma in deinem Bauch auf, Indra; dein sind die himmlischen Säfte.
6. Trink unseren Saft, du Lobbegehrender! Mit den Strömen des Metes wirst du gesalbt. Von dir, Indra, wird die Auszeichnung verliehen.
7. Dem Indra kommen die unversieglichen Herrlichkeiten des Holzgefäßes zu. Wenn er Soma getrunken hat, ward er stark.
8. Komm zu uns aus der Nähe und aus der Ferne, du Vritratöter! Erfreue dich an diesen Lobensworten von uns!
9. Wenn du unterwegs in die Ferne und Nähe gerufen wirst, so komm von dort her, Indra!



3,41. An Indra


1. Komm doch, Indra, gerufen zu mir her, um unseren Soma zu trinken, mit den Falben, du Herr der Preßsteine!
2. Unser Hotri hat sich hingesetzt, die rechte Zeit einhaltend. Das Barhis ist richtig ausgelegt, die Steine sind am Morgen in Tätigkeit gesetzt.
3. Hier werden dir Erbauungen bereitet, der du die Erbauungen zu deinem Gefährt machst. Setz dich auf das Barhis, habe Lust zu dem Reiskuchen, o Held!
4. Ergötze dich an unseren Trankopfern, an diesen Lobgesängen, du Vritratöter, an den Liedern, du lobbegehrender Indra!
5. Die Gedichte liebkosen den breiten Somatrinker, den Herrn der Stärke, den Indra, wie die Kutterkühe ihr Kalb.
6. So berausche dich denn in eigner Person am Tranke zu großer Freigebigkeit! Setz den Sänger nicht dem Tadel aus!
7. Wir sind wach, o Indra, mit Opferspenden dir zugetan und du bist uns zugetan, o Guter.
8. Spann nicht weit von uns aus, komm herwärts du Falbenfreund! Berausche dich hier, o eigenmächtiger Indra!
9. Dich sollen auf leichtem Wagen die beiden Mähnigen herwärts fahren, Indra, die Schmalzrückigen, daß du dich auf das Barhis setzest!



3,42. An Indra


1. Komm, Indra, mit dem Falbenpaar zu unserem ausgepreßten Soma, dem milchgemischten, der für dich ist, uns zugetan!
2. Komm, Indra, zu diesem Rauschtrank, der auf dem Barhis steht mit den Steinen ausgepreßt! Gewiß wirst du dich daran erlaben.
3. Zu Indra sind meine Reden ergangen, darum von hier entsandt, daß er zum Somatrunk einkehre.
4. Den Indra rufen wir hierher zum Somatrunk mit Preisliedern, mit Lobgedichten. Gewiß wird er kommen.
5. Indra! Diese Somatränke sind ausgepreßt; nimm sie, du Ratreicher, in deinem Bauche auf, du Gewinnreicher!
6. Denn wir kennen dich als Schätzeerbeuter, mutig in den Kämpfen, o Seher. Darum bitten wir um deine Huld.
7. Komm, Indra, trink diesen milchgemischten und gerstegemischten von uns, der von den Bullenstarken ausgepreßt ist!
8. Dir, Indra, rede ich zu, in der eigenen Häuslichkeit den Soma zu trinken. Er soll gern in deinem Herzen weilen.
9. Dich, Indra, laden in alter Weise wir Kusika´s, um deine Gunst bittend, zum Trunk des Soma.



3,43. An Indra


1. Komm näher heran auf dem Wagenstand stehend. Dir gehört von alters her der Somatrank. Spanne deine lieben Kameraden aus; zum Barhis rufen dich diese Opferdarbringer.
2. Komm her an vielen Völkern vorbei, zu uns an den Bitten des anderen hohen Herrn vorbei mit den Falben! Denn diese zum Lobgedicht geformten Gedanken rufen dich, Indra, da sie deine Gesellschaft gern haben.
3. Zu unserem an Verbeugungen reichen Opfer komm schnell, Gott Indra, einträchtig mit den Falben, denn ich lade dich dringend mit Gedichten, mit Schmalzbeköstigung zu dem Gelage der Süßtränke.
4. Wenn dich diese beiden bullenstarken Falben herfahren, deine Kameraden, die jochfrommen, schöngliedrigen, so möge Indra an der Trankspende nebst gerösteten Gerstenkörnern sich erfreuen und als Freund des Freundes Lobreden anhören.
5. Gewiß wirst du mich zum Hirten des Volks machen, gewiß zu einem König, du gabenreicher Trestersomatrinker, gewiß mich zu einem Rishi, da ich Soma getrunken habe. Gewiß wirst du mir unsterbliches Gut zudenken.
6. Die angeschirrten, hohen Falben sollen dich herwärts fahren, Indra, deine Zechgenossen, die schöngestriegelten des Bullen Indra, die abermals die verschlossenen Tore des Himmels aufstoßen.
7. Indra! Trink von dem Bullen Soma, der von Bullenstarken im Wasser geschwenkt ist, den dir, dem verlangenden, der Adler gebracht hat, in dessen Rausch du die Völker in Bewegung bringst, in dessen Rausch du die Kuhherden aufgedeckt hast.
8. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,44. An Indra


1. Dieser Soma soll dir begehrenswert sein, der von den goldfarbigen Steinen ausgeschlagene. Indra! Komm gern mit den goldfarbigen Rossen her zu uns, besteige den goldigen Wagen.
2. Gern hast du die Morgenröte erstrahlen, gern die Sonne leuchten lassen. Mit Wissen und Bedacht wächst du goldrossiger Indra über alle Herrlichkeiten hinaus.
3. Den Himmel, der den Goldigen nährt, die Erde von goldigem Aussehen hat Indra gefestigt, die reiche Nahrung der beiden Goldfarbigen, zwischen denen der Goldige wandelt.
4. Sobald der goldige Bulle geboren ist, erleuchtet er den ganzen Lichtraum. Der Goldrossige nimmt die goldige Waffe in die Arme, die goldige Keule.
5. Indra hat die verlangende, glänzende, in helle Farben gekleidete Keule, den mit goldfarbigen Steinen ausgeschlagenen Soma aufgedeckt. Er trieb mit den goldfarbigen Rossen die Kühe heraus.



3,45. An Indra


1. Komm, Indra, mit den erfreulichen Falben, den pfauenschweifhaarigen! Nicht sollen dich irgendwelche Leute festhalten wie die Schlingensteller den Vogel. Geh an ihnen vorbei wie an einem wüsten Land.
2. Indra ist der Vritrafresser, der Valabrecher, Burgenzerstörer, Treiber der Gewässer, Lenker des Wagens, Zurufer der Falben, der Erbrecher auch der Festen.
3. Du hegest Weisheit, tief wie die Meere, viel wie die Kühe. Wie die Milchkühe, die einen guten Hirten haben, zur Weide, wie Kanäle in den See sind sie zu dir gekommen.
4. Bring uns schleunigen Reichtum wie dem, der seine Einwilligung gibt, seinen Anteil! Schüttle, Indra, aus der Not helfendes Gut herab wie einer mit dem Haken die reife Frucht vom Baum schüttelt!
5. Indra, du bist dein eigener selbständiger Herr, gleichmäßig zuteilend, gar selbstherrlich. An Stärke gewachsen, du Vielgepriesener, sei uns der beste Erhörer!



3,46. An Indra


1. Groß sind die Kräfte von dir, Indra, dem streitbaren Bullen, dem Selbstherrn, dem gewaltigen, jugendlichen, ausgewachsenen, kampflustigen, nicht alternden Keulenträger, dem berühmten, großen.
2. Groß bist du Büffel an Stierkräften, ein Schätzegewinner, du Gewaltiger, der die anderen bezwingt. Als der alleinige König der ganzen Welt führe du die Völker zum Kampf und laß sie in Frieden wohnen!
3. Mit seinen Maßen ragt der Glänzende über die Götter insgesamt hinaus, der Unwiderstehliche, Indra an Größe über Himmel und Erde hinaus, über den weiten Luftraum hinaus, der Trestersomatrinker.
4. In den breiten, tiefen, von Geburt gewaltigen, den allfassenden Brunnen der Gedanken, in den Indra gingen schon vorzeiten die ausgepreßten Somatränke ein wie die Flüsse ins Meer.
5. Den Soma, den dir zulieb, Indra, Himmel und Erde tragen wie die Mutter die Leibesfrucht, den lassen sie für dich laufen, den machen die Adhvaryu´s sauber für dich zum Trinken, du Bulle.



3,47. An Indra


1. In Begleitung der Marut als ihr Bulle trink, Indra, zur Kampfeslust den Soma nach eigenem Ermessen zum Rausche! Gieß dir das Gewoge des Metes in den Bauch! Du bist von jeher König der Somasäfte.
2. Einträchtig mit den Marut als Gefolge trink, Indra, als Kenner den Soma, du der Vritratöter, o Held! Erschlage die Feinde, treib die Verächter fort und schaff uns allenthalben Sicherheit!
3. Und trink den Soma nach den Zeiten, du Zeitentrinker, den von uns ausgepreßten, o Indra, mit den Göttern, deinen Freunden, den Marut, die du daran teilnehmen ließest, die dir beistanden! Du erschlugst den Drachen, sie verliehen dir Kraft.
4. Die dich im Drachenkampf stärkten, du Gabenreicher, im Sambarakampf, du Falbenlenker, bei dem Rindersuchen, die dir jetzt zujubeln als deine Barden, trink, Indra, mit den Marut als Gefolge den Soma!
5. Den erstarkten Bullen in Begleitung der Marutschar, der kein geiziger Herr ist, den himmlischen Gebieter Indra, den Allbezwinger, den gewaltigen Siegverleiher, den wollen wir zu erneutem Beistand hierher rufen.



3,48. An Indra


1. Sobald als er geboren war, zog der junge Bulle die Darbringung des ausgepreßten Soma vor. Trink zuerst nach Wunsch, wie dein Wunsch ist, von dem vortrefflichen, milchgewürzten somischen Trank!
2. An dem Tage, da du geboren warst, trankst du im Verlangen darnach den auf dem Berge gewachsenen Rahm des Stengels. Ihn schenkte dir die Mutter, die junge Frau, die deine Erzieherin, zum ersten Mal im Hause des großen Vaters ein.
3. Vor seine Mutter tretend rief er nach Speise; er schaute nach dem scharfen Soma als dem Euter. Die anderen pflegte der Kluge fernzuhalten. Große Taten vollbrachte er, der vielerlei Gesichter trägt.
4. Gewaltig, die Mächtigen bezwingend, von überlegener Stärke, hat er nach Belieben seinen Leib gewandelt. Von Natur dem Tvastri überlegen raubte Indra den Soma und trank ihn aus den Gefäßen.
5. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,49. An Indra


1. Preise den großen Indra, nach dem alle somatrinkenden Stämme ein Verlangen gehegt haben, den wohlbedenkenden, den die beiden Welten und die Götter als meisterlichen Hammer der Feinde erzeugten.
2. Den Selbstherrn und mannhaften Falbenlenker, den keiner jemals in den Kämpfen überwindet; der der höchste Gebieter ist, der mit seinen mutigen Streitern in breitem Ansturm das Leben des Dasyu verkürzte;
3. In den Kämpfen sieghaft wie ein durchhaltender Renner, beide Welten durchdringend, gern schenkend, in Gebeten zu rufen wie Bhaga im Kampfspiel, wie der Vater liebwert, leicht zu errufen, kraftverleihend.
4. Der Träger des Himmels, des Luftraums, gesucht, aufrecht stehend, der wie der Wagenheld Vayu mit den Göttern die Niyut als Gespann hat, der Erheller der Nächte, der Erzeuger der Sonne, der den Anteil austeilt wie Dhisana den Gewinn.
5. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,50. An Indra


1. Unter Svaharuf soll Indra trinken, dem der Soma gehört, wenn der starke Bulle von den Marut begleitet gekommen ist. Da er reichlich Raum hat, soll er sich mit diesen Speisen füllen. Die Opferspende möge dem Verlangen seines Leibes genügen.
2. Ich schirre dir die beiden willfährigen Rosse zu raschem Laufe an, deren Folgsamkeit du von jeher liebtest. Hierher mögen dich die Falben bringen, du Schönlippiger. Trink doch von diesem gutgepreßten angenehmen Soma!
3. Sie haben den Soma, der der Mischung mit Milch bedarf, wohlbekömmlich gemacht, den Indra preisend, daß er die Oberhoheit ausübe. Wenn du Soma getrunken hast und berauscht bist, du Trestersomatrinker, so erstrebe für uns Kühe in Menge!
4. Dieses Verlangen stille mit Rindern, mit Rossen, mit blinkender Ehrengabe und dehn es noch aus! Nach dem Sonnenlicht verlangend haben die beredten Kusika´s mit Gedichten dir, dem Indra, ein Fahrzeug bereitet.
5. Um Glück möchten wir den gabenreichen Indra anrufen in diesem Kampf, den männlichsten zum Beutegewinn, den erhörenden, gewaltigen zum Beistand in den Fehden, der die Feinde erschlägt, der Schätze erobert.



3,51. An Indra


1. Nach dem völkerregierenden, gabenreichen, preisenswerten Indra haben die hohen Lobreden geschrieen, nach dem Vielgerufenen, von den Lobliedern erbauten Unsterblichen, der Tag für Tag wachgerufen wird.
2. Zu dem Ratreichen, wie zu dem Meere, zu dem machtvollen Herren, zu Indra kommen allenthalben meine Lobreden zu dem Gewinner des Siegespreises, dem Burgenbrecher, der eilig die Gewässer überschreitet, der dem Gesetz folgt, dem Begleiter, dem Sonnenfinder.
3. Bei dem Spender des Gutes steht der Sänger in Ehren. Indra bevorzugt die fehlerlosen Gesänge, denn am Sitze des Vivasvat wird er freundlich gestimmt. Preise den vollständigen Sieger, der die Nachsteller erschlägt!
4. Dich, den mannhaftesten der Männer, mit Reden, mit Liedern - besinget inbrünstig den Helden! Er rührt sich zum Siege, der Verwandlungsreiche. Ehre sei ihm, er allein ist von jeher der Herr!
5. Reichlichen Tribut schuldet man ihm bei den Sterblichen; viele Güter trägt die Erde für ihn. Für Indra bewahren die Himmel, die Pflanzen und die Gewässer, die Flüsse, die Wälder, ihren Reichtum.
6. Für dich sind die erbaulichen Reden, für dich, Indra, die Lobesworte allesamt bestimmt, o Falbenherr. Freue dich daran! Sei du der gute Freund neuester Hilfe! Guter Freund verleih den Sängern Kraft!
7. Indra, Marutbegleiteter, trink hier den Soma, wie du bei Saryata vom Safte trankst! Unter deiner Führung, in deinem Schutze, du Held, laden die Weisen mit schönem Opfer ein.
8. Trink hier voll Verlangen den Soma, den von uns ausgepreßten mit den Marut, deinen Freunden, o Indra, wie damals als dich, den eben geborenen, alle Götter zum großen Kampfe umringten, du Vielgerufener.
9. Bei der Überschreitung der Gewässer ist dieser der gute Freund, o Marut. Es jubelten dem Indra die Wunschgewährer zu. Mit ihnen zusammen soll der Vritravertilger den gepreßten Soma an des Opferspenders eigenem Sitze trinken.
10. Diese Trankspende, die mit Kraft ausgepreßt ist, steht ja bereit, du Herr der Gaben. Trink doch davon, du Lobbegehrender!
11. Halte dich bei dem Soma auf, der deiner Natur entsprechen möge! Er soll dich, den Somafreund, berauschen.
12. Er soll in deine Seiten dringen, in dein Haupt mit Erbauung, o Indra, in deine Arme zum Schenken, o Held!



3,52. An Indra


1. Indra! Genieße am Morgen unseren Soma nebst gerösteten Körnern, Brei, Kuchen und dem Loblied!
2. Indra! Genieße den garen Reiskuchen und sprich deinen Beifall aus! Für dich fließen die Opferspenden.
3. Iß unseren Reiskuchen und finde an unseren Lobesworten Gefallen wie der Weibersüchtige an einer jungen Frau!
4. Genieße bei der Morgenspende unseren Reiskuchen, du Altberühmter, denn groß ist dein Verständnis, Indra!
5. Laß dir die gerösteten Körner und den Reiskuchen der Mittagsspende hier munden, wenn der Lobpreiser, der Sänger, der rasch sein Ziel erreicht, auftritt und dich brünstig mit Lobreden herbeiruft.
6. Bei der dritten Trankspende tu unseren Körnern und dem Reiskuchen, der geopfert wird, Ehre an, du Vielgepriesener! Wir möchten dich, o Weiser, in Gesellschaft des Ribhu und Vaja bei guter Beköstigung und Dichtung anlocken.
7. Wir haben Brei bereitet für dich in Gesellschaft des Pusan, geröstete Körner für den Falbenlenker, der die Falben mitbringt. Iß den Kuchen mit dem Gefolge der Marut, trink als Kenner den Soma, du der Vritratöter, o Held!
8. Bietet ihm rasch die gerösteten Körner an, den Reiskuchen dem heldenhaftesten der Männer! Tag für Tag sind die gleichen für dich, Indra, bestimmt; sie sollen dich für den Somatrunk stärken, du Mutiger.



3,53. An Indra


1. Indra und Parvata! Bringet auf eurem hohen Wagen das liebe Labsal guter Söhne mit! Habt beide Gelüst nach den Spenden bei den Opfern, ihr Götter; erbauet euch an den Lobreden, an der Ilaspende euch gütlich tuend!
2. Bleib fein da, du Gabenreicher, geh nicht fort! Ich will dir jetzt gutgepreßten Soma opfern. Den Saum deines Gewandes fasse ich wie der Sohn den seines Vaters, mit süßester Rede, du machtvoller Indra.
3. Laß uns aufsagen, Adhvaryu! Antworte du mir! Wir wollen dem Indra das beliebte Gefährt machen. Setz dich auf das Barhis des opfernden und dann werde dem Indra das Lobgedicht vorgetragen.
4. Die Frau ist das Heim, o Gabenreicher, sie ist der Schoß; dahin sollen dich die angeschirrten Falben fahren. So oft wir Soma pressen werden, soll Agni als Bote zu dir eilen.
5. Geh fort, du Gabenreicher, und komm wieder, Bruder Indra; an beiden Orten hast du ein Ziel, wo man den hohen Wagen einstellt und den siegreichen Esel ausspannt.
6. Du hast jetzt Soma getrunken, fahr heim Indra! Ein schönes Weib und Lust ist dir zu Hause, wo der hohe Wagen eingestellt wird und das Ausspannen des Preisrenners lohnend ist.
7. Diese Gastfreien sind die Angiras´ in anderer Gestalt, die Söhne des Himmels, des Asura Mannen. Weil sie dem Visvamitra reiche Gaben schenken bei dem Tausendopfer, bekommen sie ein langes Leben.
8. In jegliche Gestalt verändert sich der Gabenreiche, am eignen Leib Verwandlungen annehmend, wann er dreimal des Tages auf einen Augenblick gekommen ist oder nach eigenem Ratschluß außer den Zeiten trinkt, der die rechte Ordnung einhält.
9. Der große gottgeborene, gotterregte Rishi staute den flutenden Strom, er mit dem Herrscherauge. Als Visvamitra den Sudas fuhr, da hatte Indra an den Kusika´s seine Freude.
10. Wie die Gänse so machet ihr mit den Preßsteinen taktmäßiges Geräusch, in Lobreden schwelgend bei dem ausgepreßten Somaopfer. Mit den Göttern zusammen trinket, ihr beredten Rishi´s mit dem Herrscherauge, ihr Kusika´s den somischen Süßtrank aus!
11. Gehet ihm zur Seite, ihr Kusika´s, gebet acht, lasset das Roß des Sudas frei, um Reichtum zu gewinnen! Der König möge den Feind im Ost, im West, im Nord schlagen; dann soll er am besten Platz der Erde opfern.
12. Der ich diese beiden Welten, der ich den Indra gepriesen habe - des Visvamitra Kraftwort schützt dies Bharatavolk.
13. Die Visvamitra´s haben dem Keulenträger Indra ein Kraftwort geweiht. Er möge uns reichbeschenkt machen.
14. Was nützen dir die Kühe bei den Kikata´s? Sie melken keine Mischmilch für den Soma, sie machen keinen Gharmatrank heiß. Bring uns die Habe des Pramaganda her, unterwirf uns den Naicasakha, du Gabenreicher!
15. Die Sasarpari, die die geistige Armut verbrannt, brüllte laut, die von Jamadagni geschenkte. Des Surya Tochter breitete bis zu den Göttern ihren unsterblichen, unverwelklichen Ruhm aus.
16. Die Sasarpari brachte diesen gar bald Ruhm über die Stämme der fünf Völker, die auf meiner Seite stehend mir neues Leben verlieh, die mir die Palasti´s und Jamadagni´s gegeben haben.
17. Die beiden Rinder sollen ausdauernd sein und fest die Achse. Nicht soll die Deichsel abreißen, nicht das Joch zerbrechen. Indra soll die beiden Wagenstützen vor Bruch bewahren. Du, dessen Radfelge nicht Schaden nimmt, steh uns zur Seite!
18. Stärke verleih unseren Leibern, Stärke unseren Zugstieren, Indra, Stärke dem leiblichen Samen zum Leben, denn du bist der Stärkeverleiher!
19. Umgürte dich mit der Härte Khadiraholzes, leih dem Spandanaholze und dem Simsapaholze Kraft! Fest, festgemacht, bleibe fest, du Achse! Setz uns nicht auf der Fahrt ab!
20. Dieser Baum soll uns nicht zurücklassen, noch zu Schaden bringen. Bring uns heil bis nach Hause, bis zum Rastmachen, bis zum Ausspannen!
21. Mit den zahlreichen bestmöglichen Hilfen mach uns heute regsam, du gabenreicher Held Indra! Wer uns Feind ist, der soll unterliegen. Wem wir Feind sind, dem soll der Odem ausgehen!
22. Er macht ihn heiß wie man eine Axt erhitzt, er zerhackt ihn wie den Simbalabaum. Wie ein siedender Topf, der überkocht, wirft er Schaum aus, o Indra.
23. Nicht versteht er sich auf das Wurfgeschoß, ihr Leute. Sie lenken ein Lodharoß, indem sie es für ein Opfertier halten. Nicht läßt man einen Klepper mit dem Rennpferd wettlaufen, nicht führt man einen Esel als Vorspann vor das Pferd.
24. Indra! Diese Söhne des Bharata verstehen sich nur auf das Abfallen, nicht auf den Endlauf. Sie spornen das eigene Roß an, als wäre es ein fremdes; sie führen den Renner, der die Schnellkraft einer Bogensehne hat, beim Wettlauf im Kreise herum.







3. Gruppe        Lieder an die Visvedeva´s


3,54. An alle Götter


1. Diese Stärkung haben sie dem in weiser Rede bewanderten Großen, dem immer wieder Anzurufenden, dargebracht. Er soll uns mit seinen häuslichen Gesichtern erhören, Agni soll uns mit seinen himmlischen erhören, der nie Ermattende.
2. Ein hohes Lied will ich dem hohen Himmel, der Erde singen. Mein Wunsch geht suchend, den Weg kennend zu ihnen, an deren beider Loblied bei den Opfern die Götter voll Ergebenheit zusammen mit ihnen sich ergötzen.
3. Euer Gesetz soll die Wahrheit sein, Himmel und Erde! Tretet fein für unser großes Wohlergehen ein! Diese Verbeugung gilt dem Himmel, der Erde, o Agni. Ich warte mit einem Labsal auf; ich bitte um Belohnung.
4. Denn auch die früheren Propheten haben bei euch, ihr gesetzestreuen Rodasi, Gehör gefunden. Auch die Herren haben euch in der Schlacht, im Zweikampf gesegnet, o Erde, bei euch Gehör findend.
5. Wer weiß es gewiß, wer kann es hier verkünden, welcher Weg zu den Göttern geht? - Sichtbar sind ihre untersten Sitze - welcher Weg zu ihrem fernsten, verborgenen Walten führt?
6. Der Seher mit dem Herrenauge hat sie erschaut, die gesondert im Schoße des Gesetzes schwelgen. An getrennten Orten haben sie ihren Sitz bereitet wie der Vogel und sind doch einträchtig in gleichem Geiste.
7. In gleicher Weise und doch getrennt stehen die beiden fern endenden auf fester Grundlage immer wachsam. Zwar sind die Jugendlichen Schwestern, doch führen sie paarweise männlichen und weiblichen Namen.
8. Diese beiden fassen alle Geschöpfe in sich; sie tragen die großen Götter und kommen doch nicht ins Wanken. Das Eine beherrscht alles was sich regt und was fest ist, was geht und was fliegt, das Verschiedenartige, verschieden Geborene.
9. Von Ferne erkenne ich das Uralte: Das ist unsere Abstammung von dem großen Vater, dem Erzeuger, auf dem Weg zu dem die Götter eifrig Beifall spendend auf ihrem weiten, abgesonderten Wege dazwischen treten.
10. Dieses Loblied trage ich vor, ihr Rodasi. Die weichherzigen Götter sollen es hören, deren Zunge Agni ist, die jugendlichen Allkönige Mitra, Varuna, die Aditya´s, die weit und breit bekannten Seher.
11. Savitri mit goldener Hand und schöner Zunge, der dreimal des Tages auf das Opfer ein Anrecht hat - Wenn du, Savitri, deinen Weckruf an die Götter gerichtet hast, dann weise uns Vollzähligkeit zu!
12. Der Gutes wirkende, schönhändige, huldreiche, gesetzestreue Gott Tvastri möge uns diese Dinge zu unseren Gunsten gewähren. Ihr Rbhu´s ergötzet euch in Gesellschaft des Pusan! Die Preßsteine aufrichtend habt ihr Opfer geformt.
13. Die Marut mit blitzenden Wagen, speerbewaffnet, des Himmels Jungen, zur rechten Zeit geboren, die unverzagten, die Sarasvati, alle Opferwürdigen sollen zuhören. Bringt Reichtum nebst Söhnen, ihr Vornehmen!
14. Zu Vishnu gehen die Loblieder, die Preisgesänge zu dem Vielmeisternden wie bei der Fahrt eines siegreichen Glückshelden. Er ist der weitschreitende Riese, dessen Gefolge viele Frauen sind. Nicht kommen die jungen Frauen, die Gebärerinnen zu kurz.
15. Indra, der über alle Manneskräfte gebeut, hat die beiden Welthälften mit seiner Größe ausgefüllt, der Burgenzerstörer, der Vritratöter mit kühner Heerschar. Bring du uns zusammenraffend viel des Viehs her!
16. Die Nasatya´s sind meine Väter, die sich nach ihren Angehörigen erkundigen. Die Verwandtschaft der Asvin ist ein schönes Wort. Ihr beide seid uns ja Geber von Reichtümern, ihr erhaltet die Schenkung durch gleich vollkommene Gaben, wenn ihr nicht hintergangen werdet.
17. Das ist ein großes, schönes Wort von euch, ihr Seher, daß ihr Götter alle in Indra seid. Du vielgerufener Indra bist mit den lieben Ribhu´s befreundet. Formet dies Gedicht von uns zum Preisgewinn!
18. Aryaman, Aditi sind uns anbetungswert. Nicht zu hintergehen sind die Gebote des Varuna. Bewahret uns davor, in Kinderlosigkeit zu geraten. Unser Lebensweg sei kinderreich, reich an Vieh.
19. Der Bote der Götter, der oftmals beauftragt wird, soll uns in vollem Maße als schuldlos melden. Es mögen uns die Erde, der Himmel und die Gewässer, die Sonne mit den Gestirnen, der weite Luftraum erhören.
20. Es sollen uns die bullenhaften Berge erhören, die feststehenden, die sich an der Idaspende gütlich tun. Mit den Aditya´s soll uns Aditi erhören, die Marut sollen uns ihren glückbringenden Schutz gewähren.
21. Immer soll unser Weg gut zu gehen, nahrungsreich sein. Ihr Götter, durchtränkt die Pflanzen mit Süßigkeit! Bhaga, das Glück, möge in meiner Freundschaft nicht fehlen, o Agni. Ich möchte zu einem Wohnsitz des Reichtums mit großem Viehstand gelangen.
22. Laß dir die Opfer schmecken, strahle Labsale aus, teil uns die Ehren zu! Besiege alle diese Feinde im Kampf, o Agni; alle Tage erstrahle uns wohlgesinnt!



3,55. An alle Götter


1. Damals als die früheren Morgenröten aufgingen, da wurde das große Wort geboren auf der Fährte der Kuh. Der Dienste der Götter wartend sage ich: Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
2. Dabei mögen uns die Götter und die spurenkundigen Vorfahren ja nicht irreführen, o Agni. Zwischen den Sitzen der beiden uralten Rodasi ist deine Leuchte. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
3. Meine Wünsche fliegen nach vielen Seiten, mit rechtem Fleiß beleuchte ich die früheren Dinge. Bei dem entflammten Feuer wollen wir die Wahrheit verkünden. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
4. Der gemeinsame König, auf viele Stellen verteilt, ruht in den ruhenden Müttern sich selbst überlassen in jedem Holze. Eine andere trägt das Kalb die Mutter sitzt ruhig. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
5. In den früheren hausend, in die späteren nachwachsend ist er sogleich in den neugeborenen jungen Pflanzen. Die Schwangeren gebären ihn unbelegt. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
6. Im Jenseits zur Ruhe gehend wandelt nunmehr das Zweimütterkind als einsames unangebundenes Kalb. Dies ist das Walten des Mitra und Varuna. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
7. Das Zweimütterkind ist der Hotri, bei dem Opfer der Allherr. Er bewegt sich nach der Spitze zu, der untere Teil bleibt ruhen. Unter ergötzlichen Reden bringen sie ergötzliche Opferspenden dar. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
8. Alles herankommende sieht man sich ihm zuwenden wie einem kämpfenden Helden in nächster Nähe. Das Gebet mischt sich unter den schuldigen Tribut der Kuh. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
9. Der ergraute Bote ist brünstig nach ihnen, der Große geht mit seinem Lichtglanz zwischen Himmel und Erde. Seine Schönheiten anlegend blickt er uns an. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
10. Vishnu, der Wächter, hütet den höchsten Hort, seine lieben, unsterblichen Formen annehmend. Agni kennt alle diese Welten. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
11. Die Zwillingsschwestern haben sich verschiedene Farben zugelegt, die eine Farbe dieser beiden glänzt, die andere ist schwarz. Die dunkle Nacht und die rötliche Usas sind Schwestern. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
12. Wo die beiden immermelken Kühe, Mutter und Tochter, gemeinsam das Kalb säugen, rufe ich die beiden am Sitze der Wahrheit an. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
13. Das Kalb der anderen leckend brüllte sie. In welcher Welt hat die Kuh ihr Euter verborgen? Die Ila schwoll von Milch der Wahrheit. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
14. Unten kleidet sich die Vielfarbige in schöne Formen; sie richtet sich empor, das anderthalbjährige Rind leckend. Ich durchwandere als Wissender die Stätte der Wahrheit. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
15. Zwei Formen sind wie zwei Spuren dem Meister aufgeprägt: von diesen ist die eine verborgen, die andere offenbar. In gleicher Richtung geht ihr Weg und ist doch getrennt. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
16. Es sollen heranrauschen die Milchkühe, die kein Junges haben und doch immer melk sind, die ergiebigen, nicht vorgemolkenen, immer wieder aufs neue sich verjüngend. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
17. Wenn der Stier unter anderen Kühen brüllt, legt er in die andere Herde seinen Samen, denn er ist der Herrscher, er der Bhaga, er der König. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
18. Jetzt wollen wir des Helden schönes Rossegespann verkünden, ihr Leute; die Götter kennen es. Je fünf und fünf in sechs Reihen geschirrt fahren sie ihn her. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
19. Gott Tvastri, der Bestimmer, der alle Formen bildet, hat den Nachwuchs vermehrt und in großer Zahl erzeugt und alle diese sind seine Geschöpfe. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
20. Er hat die beiden gepaarten großen Gefäße zustande gebracht. Beide sind mit seinem Gute vollgestopft. Er ist berühmt als der Held, der Schätze findet. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
21. Und diese unsere Erde bewohnt der Allnährende wie ein König, der gute Freunde hat, Wacht haltend wie die in Deckung liegenden Männer. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.
22. Ihren Tribut schulden dir die Pflanzen und die Gewässer; für dich, Indra, trägt die Erde ihren Reichtum. Als deine Freunde wollen wir an dem Gute Anteil haben. - Groß ist die einzige Asuramacht der Götter.



3,56. An alle Götter


1. Weder die Zauberkundigen noch die Weisen schmälern diese feststehenden ersten Gesetzt der Götter. Nicht sind Himmel und Erde, die truglosen, mit aller Weisheit zu schmälern, noch sind die feststehenden Berge niederzubeugen.
2. Sechs Lasten trägt der Eine ohne zu gehen. Zur höchsten Ordnung sind die Kühe gekommen. Drei Erden stehen unten ......; zwei sind verborgen, eine ist sichtbar.
3. Der Bulle Allgestalt hat drei Bäuche und drei Euter, vielfach besitzt er Nachkommenschaft. Er, der drei Gesichter hat, herrscht als Mächtiger; er ist der besamende Bulle aller Kühe.
4. Im entscheidenden Augenblick wurde ihr Pfadsucher erweckt. Der Aditya´s lieben Namen habe ich angerufen. Selbst die göttlichen Gewässer standen ihm still; gesondert gehend wichen sie ihm aus.
5. Dreimal drei sind die Stätten der Seher, ihre Ströme, und dreier Mütter Kind ist der Herr über die Opfer. Drei sind die rechtwandelnden Wasserfrauen, die dreimal des Tages ein Anrecht auf Opfer haben.
6. Dreimal des Tages weise uns, o Savitri, wünschenswerte Dinge zu, Tag für Tag dreimal am Tage! Weise uns dreifach Reichtümer, Güter zu; o Bhaga, Schützer, o Dhisana, verhilf zum Gewinn!
7. Dreimal des Tages weist Savitri an; Mitra und Varuna, die beiden Könige mit der schönen Hand, selbst die Gewässer, selbst die beiden weiten Rodasi bitten um Savitri´s Kleinod, daß er es zuweise.
8. Dreifach sind die höchsten, schwer erreichbaren Lichthimmel. Drei Mannen des Asura sind Herrscher. Die gesetzestreuen, eifrigen, schwer zu hintergehenden Götter sollen dreimal des Tages bei dem Opfer zugegen sein.



3,57. An alle Götter


1. Wer sich meine Dichtung ausersehen hat, hat eine Milchkuh gefunden, die hirtenlos sich selbst überlassen weidet, die alsbald viel der Labung als Milch gibt. Indra und Agni werden ihr darum Beifall spenden.
2. Indra und Pusan, die bullenstarken mit geschickter Hand, haben gar erfreut das ergiebige Euter wie das des Himmels gemolken. Wenn sich alle Götter an ihr gütlich tun, möchte ich dabei eure Huld erlangen, ihr Götter.
3. Die Schwestern, die dem Bullen einen Dienst zu leisten wünschen, die erkennen ehrfurchtsvoll ihr Kind in ihm. Zu dem Sohne kommen brüllend die Milchkühe, zu ihm, der große Farbenpracht trägt.
4. Ich lade Himmel und Erde, die festbegründeten, ein, während ich unter Nachsinnen bei der Opferhandlung die Preßsteine in Gebrauch nehme. Diese deine Zungen, die dem Menschen viele Wünsche bringen, steigen gern gesehen empor, die anbetungswürdigen.
5. Deine süße, hochweise Zunge, o Agni, die sich breit machend bis zu den Göttern erklingt, mit der heiße hier alle Opferwürdigen zur Gunsterweisung sich setzen und gib ihnen die Honigtränke zu trinken.
6. Deine Fürsorge, o Agni, die wie der Strom des Berges unversieglich quillt, die wunderbare, o Gott, die gewähre uns, o Jatavedas, und deine Gunst, die allen Menschen gehört, du Guter!







4. Gruppe        Lieder an verschiedene Götter


3,58. An die Asvin


1. Die Milchkuh des alten Samens gibt ihre beliebte Milch; der Sohn der Daksina macht seinen Gang zwischen Himmel und Erde. Usas bringt in glänzender Auffahrt die Helligkeit. Das Loblied der Usas hat die Asvin aufgeweckt.
2. Gut im Geschirr fahren sie zur rechten Zeit euch entgegen, die Opfertränke richten sich nach euch auf wie der Sohn nach seinen Eltern. Von uns sollt ihr wachgerufen werden. Weiset ab das Dichten des Knausers! Wir haben eure Gunst gewonnen. Kommet näher!
3. Mit den gutgeschirrten Rossen auf leichtrollendem Wagen fahrend höret auf dieses Geklapper des Preßsteines, ihr Meister! Warum haben gerade euch, Asvin, die frühgeborenen Redner als die genannt, die am besten dem Mangel begegnen?
4. Denket her, kommet jedenfalls gern her - alle Leute rufen die Asvin an - denn diese Süßtränke, bei denen die Kuhmilch das Beste ist, haben sie wie Freunde euch dargereicht vor Anbruch der Morgenröte.
5. Über gar viele Räume, ihr Asvin - ein Loblied wird euch unter den Menschen, ihr Gabenreiche - kommet hierher auf den gottbegangenen Wegen! Ihr Meister, für euch sind diese Auftischungen von süßen Getränken.
6. Euer altbewohnter Aufenthalt, eure gute Freundschaft, euer Eigentum ist bei dem Stamm des Jahnu, ihr Herren. Die gute Freundschaft erneuernd wollen wir uns jetzt zusammen gemeinsam am Süßtrank ergötzen.
7. Ihr wohlverständigen Asvin, ihr Jünglinge, trinket einträchtig mit Vayu und den Niyutgespannen kommend gern den Soma, der über einen Tag alt ist, nicht fehlend, ihr gabenschöne Nasatya´s!
8. Euch umfingen reichliche Genüsse, die mit den Liedern wetteifern, nicht zu verschmähende, o Asvin. Euer Wagen, der zur rechter Zeit geborenen, durch die Preßsteine zur Eile getrieben, umfährt in einem Tage Himmel und Erde.
9. Asvin! Der für euch bestimmte Soma gibt am meisten Süßigkeit aus: den trinket, kommt ins Haus! Euer Wagen der viele Gestalten annimmt, kommt am liebsten zum Treffort des Somaopferers.



3,59. An Mitra


1. Der sich Mitra nennt, eint die Menschen. Mitra erhält Erde und Himmel. Mitra gibt auf die Völker Acht, ohne die Augen zu schließen; dem Mitra opfert die schmalzreiche Spende!
2. Mitra! Der Sterbliche, der für dich eine Labung hat, soll den Vorrang haben, der dir, o Aditisohn, mit einem Gelübde dient. Von dir beschützt, wird er nicht erschlagen noch ausgeraubt; nicht trifft ihn Ungemach von nah oder fern.
3. Frei von Krankheit, an der Opferspeise uns gütlich tuend, mit aufgestemmten Knieen, soweit die Erde reicht, dem Gelübde des Aditisohn nachzukommen suchend, möchten wir in der Gunst des Mitra stehen.
4. Dieser verehrungswürdige, freundliche Mitra ist als gutregierender König geboren, als Meister. An dieses Opferwürdigen Gunst, an seinem glückbringenden Wohlwollen möchten wir teilnehmen.
5. Dem großen Aditisohn soll man mit Verneigung nahen. Er eint die Menschen, ist dem Sänger freundlich. Diesem hochgeschätzten Mitra opfert diese erwünschte Spende ins Feuer!
6. Gewinnbringend ist die Gunst des völkererhaltenden Gottes Mitra, ruhmglänzend seine Herrlichkeit.
7. Der weitbekannte Mitra, der an Größe über den Himmel, an Ruhm über die Erde reicht;
8. Dem Mitra sind die fünf Völker ergeben, dessen Macht überlegen ist. Er trägt alle Götter.
9. Mitra bei Göttern und Ayu´s , hat er für den Barhis legenden Mann die Speisen bestimmt, deren Gelübde erwünscht ist.



3,60. An die Ribhu´s und Indra


1. Da und dort, durch Nachdenken, durch Familienbeziehung, durch Wissenschaft haben die Usij diese Dinge von euch erfahren, ihr Herren, durch welche Zauberkünste ihr je nach dem Anstoß eine andere Gestalt annehmend, ihr Söhne des Sudhanvan einen Opferanteil erlangt habt.
2. Durch die Künste, mit denen ihr die Becher formtet, durch den Erfindungsgeist, mit dem ihr aus dem Felle die Kuh heraustriebet, durch das Nachdenken, mit dem ihr die beiden Falben gebildet habt, durch all dies habt ihr Ribhu´s göttlichen Rang erlangt.
3. Die Ribhu´s erlangten des Indra Freundschaft; des Manu Enkel haben als Künstler sich auf die Fahrt begeben. Die Söhne des Sudhanvan haben die Unsterblichkeit erworben, nachdem sie mit rechtem Fleiße gearbeitet hatten, kunstfertig mit Kunstfertigkeit.
4. Mit Indra fahret ihr auf gleichem Wagen zum Soma ; nun seid ihr im Besitz der Krone aller Wünsche. Euren Kunstwerken ist nichts gleichzustellen, ihr fahrende Sänger, noch euren Heldentaten, ihr Ribhu´s, des Sudhanvan Söhne.
5. Indra, zusammen mit den Ribhu´s samt Vaja, schütte den mit Wasser begossenen, ausgepreßten Soma in deinen Händen in dich hineien! Durch die Dichtung angeregt, du Gabenreicher, berausche dich im Hause des Spenders zusammen mit den Söhnen des Sudhanvan, den Herren!
6. Indra, berausche dich in Gesellschaft der Ribhu´s und des Vaja hier bei uns, bei diesem Trankopfer nach Kräften, du Vielgepriesener! Dir haben sich diese Somaweideen zu eigen gegeben auf Geheiß der Götter und nach den Satzungen des Menschen.
7. Indra, mit den Ribhu´s samt Vaja um die Wette fahrend komm hierher zum gottesdienstlichen Lobgesang des Sängers, mit hundert eifrigen Wünschen für den Ayusohn, tausend Wege kennend, zur Darbringung des Opfers!



3,61. An Usas


1. Usas, durch Belohnung belohnende! Erfreue dich als Verständige an des Sängers Loblied, du Gabenreiche! Alt und doch jugendlich, wunscherfüllend kommst du Göttin deiner Bestimmung nach, du Allbegehrte.
2. Göttin Usas erstrahle du, Unsterbliche, auf schimmerndem Wagen, Schenkungen aufbringend. Die lenksamen Rosse von breiter Gestalt sollen dich, die Goldfarbige, herfahren!
3. Usas, allen Wesen dich zuwendend stehst du aufrecht als das Wahrzeichen der Unsterblichkeit. Dem gleichen Ziele zueilend dreh dich wie ein Rad her, du Neueste!
4. Wie eine Frau, die die Naht auszieht, kommt die gabenreiche Usas, die Herrin des Frühtriebes. Die Sonne hervorbringend hat die Holde, Kunstreiche sich bis zur Grenze des Himmels und der Erde ausgebreitet.
5. Ich lade für euch die erstrahlende Göttin Usas ein; bringet unter Verneigung euer Loblied dar! Die Süßigkeitbringende hat am Himmel ihre Gestalt aufgerichtet. Die Leuchtende ist aufgeleuchtet erfreulichen Anblicks.
6. Die ordnungsliebende Tochter des Himmels ward durch die Lobgesänge erweckt; die Reiche hat beide Welten prangend erstiegen. Die ankommende, erstrahlende Usas gehst du, Agni, um schönen Besitztum bittend an.
7. Im Urgrund des Gesetzes nach den Morgenröten verlangend ist der Bulle in beide große Welten eingezogen. Groß ist das Kunststück des Mitra und Varuna; wie Gold hat er nach vielen Seiten seinen Glanz verbreitet.



3,62. An verschiedene Götter


1. Diese Lieder an euch, die uns als Übereifer vorkommen, sind für euresgleichen nicht dringlich gewesen. Wo bleibt dieser euer Ruhm, Indra und Varuna, daß ihr euren Freunden Lohn einbringt?
2. Diese Sänger fleht euch am häufigsten, Reichtum begehrend, am oftesten um Gunst an. Indra und Varuna, höret einmütig mit den Marut, mit Himmel und Erde meinen Ruf!
3. Uns soll das Gut gehören, Indra und Varuna, uns ein Schatz von lauter Söhnen, ihr Marut. Uns sollen die Schützerinnen mit ihrem Schutz den Vorzug geben, uns Hotra, Bharati mit ihren Ehrengaben!
4. Brihaspati! Laß dir unsere Opfer gefallen, du Allgöttlicher; schenke dem Opferspender Kleinode!
5. Den lauteren Brihaspati verehret bei den Opfern mit Preisliedern! Er liebt unbeugsame Kraft.
6. Den Bullen der Völker, den alle Gestalten tragenden, untrügbaren, den begehrenswerten Brihaspati.
7. Dies neueste Loblied ist für dich, du ... Gott Pusan; für dich wird es von uns aufgesagt.
8. An diesem Loblied von mir finde Gefallen - bevorzuge das Belohnung erwartende Gedicht - wie der Weiberlüsterne an einer jungen Frau!
9. Pusan, der nach allen Wesen asschaut und sie überschaut, er sei unser Gönner.
10. Dieses vorzügliche Licht des Gottes Savitri empfingen wir, der unsere Gedanken anregen soll.
11. Durch die Wunscherfüllung des Gottes Savitri Belohnung erwartend bitten wir um die Gabe des Bhaga.
12. Die redekundigen Männer verehren den Gott Savitri mit Opfern, mit Lobliedern, von frommen Gedanken getrieben.
13. Soma kommt seinen Weg findend, er gelangt in die Gesellschaft der Götter, um sich in den Schoß des rechten Brauches zu setzen.
14. Soma soll uns, dem zweifüßigen und dem vierfüßigen Vieh gute Speisen schaffen, die keine Krankheit bringen.
15. Unsere Lebenszeit verlängernd, die Nachsteller überwindend, hat sich Soma an seinen Platz gesetzt.
16. Mitra und Varuna! Besprengt unseren Weidegang mit Schmalz, mit Honig die Landstriche, ihr Wohlbedachten!
17. Mit dem Wort weithin dringend, reich an Huldigungen herrschet ihr kraft eures Verstandes am längsten, lauteren Waltens.
18. Von Jamadagni gepriesen setzet euch in den Schoß des rechten Brauches, trinket Soma, ihr Wahrheitsmehrer!