Zweiter Liederkreis




1. Gruppe        Lieder an Agni


2,1. An Agni


1. Du, Agni, wirst mit Tagesanbruch geboren, du als Brennlustigster, du wirst aus dem Wasser, du aus dem Stein, du aus den Bäumen, du aus den Pflanzen, du Männerherr wirst rein geboren.
2. Dir, Agni, kommt das Amt des Hotri zu, dir das Amt des Potri zu seiner Zeit, dir das Amt des Nestri; du bist der Agnidh des Gesetzestreuen. Dir kommt das Amt des Prasastri zu, du wirkst als Adhvaryu. Du bist sowohl der Brahman als auch der Hausherr in unserem Hause.
3. Du, Agni, bist Indra, der Bulle aller Seienden, du bist der weitschreitende, verehrungswürdige Vishnu. Du bist der Reichtum findende Hohepriester, o Brahmanaspati. Du, o Austeiler, bist der Purandhi gesellt.
4. Du, Agni, bist König Varuna, der die Gebote aufrecht hält, du bist Mitra, der anzurufende Meister. Du bist Aryaman, der wahre Herr, von dem ich Nutzen haben möchte. Du, Gott, bist Amsa, der an dem Opfer Anteil gewährt.
5. Du, Agni, schenkst als Tvastri dem Verehrer gute Söhne; deine Genossenschaft sind die Weiber, du Weiberfreund, du wie Mitra geehrter. Du schenkst als der Treiber von Rennpferden gute Rosse; du, der Güterreiche, bist die Stärke der Männer.
6. Du, Agni, bist Rudra, der Asura des großen Himmels; als Marutheer verfügst du über die Stärke. Du fährst mit den rötlichen Windrossen, dem Hausstand heilbringend; du schützest als Pusan in eigener Person die Verehrer.
7. Du, Agni, bist der Schätzespender für den, der dir dient; du bist Gott Savitri, der Schätze bringt, Du, o Fürst, verfügst als Bhaga über das Gut, du bist im Hause der Schützer des, der dir willfährig war.
8. Dir, Agni, dem Clanfürsten, lassen die Clangenossen im Hause den Vortritt, dir dem zugänglichen König. Du, schön von Aussehen, bist Herr über alles; du wiegst Tausende, Hunderte, Zehn auf.
9. Zu dir, Agni, als ihrem Vater kommen die Männer mit ihren Wünschen, zu dir, den am Leib glänzenden mit Opferdienst, auf daß du ihr Bruder seiest. Du bist der Sohn dessen, der dir willfährig war; du schützest als liebreicher Freund vor Unbill.
10. Du, Agni, bist Ribhu, vor dem man zu seiner Zeit sich verbeugen muß; du verfügst über den Siegergewinn, über Reichtum an Vieh. Du erstrahlst; sei bereit zu schenken; du bist der Prüfer, wenn du das Opfer ausrichtest.
11. Du, Gott Agni, bist Aditi für den Spender; als Hotra, Bharati, erbauest du dich an der Lobrede. Du dienst als die langlebige Ida zum Gelingen, du Schätzeherr bist die Feindetöterin Sarasvati.
12. Du, Agni, bist wohlgepflegt die höchste Kraft; in deiner köstlichen Farbe ist alle Schönheit beisammen zu sehen. Du bist der förderliche große Gewinn, du bist reichlicher, allseitig ausgedehnter Besitz.
13. Dich, Agni, haben die Aditya´s zu ihrem Munde, dich die lauteren zu ihrer Zunge gemacht, o Seher. Dir folgen die von Gaben Begleiteten zum Opfer; in dir verzehren die Götter die geopferte Spende.
14. In dir, Agni, verzehren all die Unsterblichen, die Truglosen, durch deinen Mund die Götter die geopferte Spende. Durch dich lassen sich die Sterblichen ihr Tränklein schmecken. Du bist als Leibesfrucht der Pflanzen rein geboren worden.
15. Du bist diese alle zusammen und wiegst sie an Größe auf und überragst sie noch, du edelgeborener Gott Agni, wenn sich deine Kraft hier in voller Größe entfaltet, über Himmel und Erde, über beide Rodasi.
16. Die reichen Gönner, die den Sängern eine Schenkung zutreiben mit Rindern an der Spitze und mit Rossen als Glanzpunkt, o Agni, diese und uns führe also zum Glück!
- Wir möchten das große Wort führen als Meister in der weisen Rede.



2,2. An Agni


1. Erbauet durch Opfer den Jatavedas, verehret den Agni mit Opfergabe, mit fließender Lobrede, den entflammten, wohlbeköstigten, den Sonnenmann, den himmlischen Hotri, der bei den Opferverbänden an der Deichsel sitzt!
2. Nach dir haben sie alle Nächte und Morgen geschrieen, o Agni, wie die Milchkühe auf der Frühweide nach dem Kalb. Wie der Lenker des Himmels am Tage durch Menschenalter hindurch, so scheinst du alle Nächte nacheinander, du Vielbegehrter.
3. Ihn, den Guteswirkenden, haben die Götter auf dem Grunde des irdischen Raums zum Lenker von Himmel und Erde bestellt, den hellflammenden Agni, der wie ein Streitwagen allbekannt, wie ein Freund unter den Völkern zu rühmen ist.
4. Ihn, der im irdischen Raum im eignen Hause heranwächst, setzten sie, den wie Gold schönglänzenden, in den Vogel, den geflügelten Sohn der Prisni, der mit den Augen die beiden Geschlechter beobachtet wie ein Wächter die Wege.
5. Er soll als Hotri den ganzen Opferdienst zusammen halten; ihn zeichnen die Menschen mit Opferspenden, mit Lobrede aus. Der Goldzahnige, der in den Gewächsen flackert, er bescheint beide Welten wie der Himmel mit den Sternen.
6. Wenn du entzündet wirst, strahle uns reiches Gut aus zum Glück; nachdem du erloschen warst, strahle uns wieder Reichtum zu ! Gewinne uns Himmel und Erde, daß wir gut fahren, daß beide die Opfer des Menschen gern annehmen, o Gott Agni !
7. Gib uns, Agni, große, gib tausendfältige Gewinne, eröffne uns wie Tore den Gewinn, daß es kundbar werde ! Mach Himmel und Erde durch das Segenswort geneigt ! Wie die helle Sonne sollst du alle Morgen leuchten.
8. Alle Morgen, Nacht für Nacht entzündet soll er wie die Sonne mit rötlichem Licht scheinen. Mit den Opfergaben des Menschen versieht Agni den Gottesdienst gut, er der König der Stämme, für den Ayusohn ein gerngesehener Gast.
9. So ist die menschliche Dichtung bei den unsterblichen Bewohnern des hohen Himmels für uns milchstrotzend geworden, du allerbester Agni, eine melkende Kuh für den Dichter in den Opferverbänden, indem sie selbst hundertwertigen, mannigfachen Lohn heischt.
10. Agni, wir möchten entweder zu Roß die Meisterschaft besitzen oder durch das Segenswort uns vor den anderen Leuten auszeichnen. Unser Glanz soll über den fünf Völkern hoch wie die Sonne erstrahlen, unübertreffbar.
11. Sei du unser Preislicher, du Gewaltiger, von dem die edlen Gönner die Nutznießung haben, zu dem die Sieger zum Opfer kommen, o Agni, der im eigenen Hause bei leiblichen Kindern leuchtet!
12. Beiderseitig, Sänger und reiche Gönner, wollen wir in deinem Schutze sein, Agni Jatavedas. Erwirk uns Gut, Reichtum, vielschimmernden, sich mehrenden, an Kindern und guter Nachkommenschaft!
13. Die reichen Gönner, die den Sängern eine Schenkung zutreiben mit Rindern an der Spitze und mit Rossen als Glanzpunkt, o Agni, diese und uns führe also zum Glück!
- Wir möchten das große Wort führen als Meister in der weisen Rede.



2,3. Aprilied


1. Entflammt, auf die Erde niedergesetzt steht Agni da allen Wesen zugewandt. Seit alter Zeit der lautere, hochweise Hotri soll Agni, der Gott, die Götter als Würdige verehren.
2. Narasamsa, der die Formen des Opfers einweiht, der an Größe die drei Himmel aufwiegt, der schönstrahlende, der mit schmalztriefenden Gedanken die Opferspende netzt, er soll an der Spitze des Opfers die Götter vereinen.
3. Von uns im Geiste als der Würdige berufen, sollst du, Agni, heute die Götter noch vor dem menschlichen Hotri verehren. Fahr du die unentwegte Schar der Marut her! Verehret, ihr Männer, den Indra, wenn er auf dem Barhis sitzt!
4. Göttliches Barhis, anwachsend, Helden tragend bist du zum Reichtum hingebreitet auf dieser Vedi, eine schöne Last tragend. Setzet euch, ihr Vasu´s auf dieses mit Schmalz gesalbte Barhis, ihr Allgötter, Aditya´s, alle opferwürdig.
5. Es sollen sich die göttlichen, gern betretenen Tore weit auftun, unter Verneigung angerufen. Die vielfassenden, alterlosen sollen sich breit machen, die angesehene, aus Meistern bestehende Kaste heiligend.
6. Nacht und Morgen, seit alters erwachsen, wirken für uns ihre trefflichen Werke wie zwei fröhliche Weberinnen, die vereint den aufgespannten Aufzug und die Verzierung des Opfers verweben, sie die gutmelkenden, milchreichen Kühe.
7. Die beiden ersten göttlichen Hotri, die kundigeren, mögen in Versen richtig zusammen opfern in schönerer Gestalt. Indem sie zur rechten Zeit zusammen opfern, mögen sie die Götter vereinen im Nabel der Welt an den drei Feuererhöhungen.
8. Sarasvati, die unseren frommen Gedanken in Erfüllung bringt, die Göttin Ila, Bharati, die alle übertrifft, diese drei Göttinnen sollen sich nach eigenem Ermessen auf dieses Barhis setzen und wie ein lückenloser Schirm schützen.
9. Ein bräunlicher Sohn, der nicht zur Last fällt, ein Stärkebringer, wird pünktlich geboren, ein götterliebender. Tvastri soll uns den Nabel von Nachkommenschaft entbinden. Nunmehr soll es in die Obhut der Götter übergehen!
10. Der Baum soll dabei stehen, der das Tier freigibt. Agni möge mit Verständnis die Opfergabe gar machen. Der göttliche Zurichter soll des Weges kundig die dreifach besalbte Opfergabe den Göttern zuführen.
11. Das Schmalz gehört zu ihm, Schmalz ist sein Mutterschoß, in Schmalz steckt er sich, Schmalz ist sein Element. Aus eigener Vollmacht fahre die Götter her, ergötze dich, befördere unter Svaharuf die Opferspende, du Bulle!



2,4. An Agni


1. Ich rufe den schönleuchtenden Agni, euren Preis, den gutbeköstigten Gast der Clane, der wie ein Freund gewonnen werden muß, der Gott unter dem götterfreundlichen Volke, der Jatavedas.
2. In der Wohnung der Gewässer ihm dienend setzten die Bhrigus ihn abermals unter die Clane des Ayu: "Er soll über allen Wesen stehen, Agni, der Rosselenker der Götter, der mit raschen Rossen fährt."
3. Den Agni setzten die Götter unter die menschlichen Clane ein als lieben Freund wie die, die in Frieden wohnen wollen, einen Mittler. Er erhellt die Nächte, die nach ihm verlangen, der dem freigebigen Opferer in seinem Hause zur Gunst geneigt ist.
4. Erfreulich ist sein Wachsen wie das des eigenen Besitzes, sein Anblick, wenn der Brennlustige sich in Lauf setzt, der in den Pflanzen züngelnd - wie ein Wagenroß schüttelt er seinen Schweif.
5. Was sie mir als unheimliche Erscheinung des Holzfeuers rühmen, er hat diese Farbe wie für die Usij vertauscht. Er prangt in prangendem Glanz in Fröhlichkeit, er der alt geworden alsbald jung wird.
6. Der nach den Hölzern ausschaut wie der Durstige nach Wasser, er rauscht wie das Wasser auf seinem Wege, wie die Wagenräder, dessen Wege schwarz sind, der glutreiche, erfreuliche ist erprangt wie der Himmel, der durch die Wolken lächelt.
7. Der sich ausgebreitet hat über die Erde hin brennend, er geht wie ein Tier ohne Hirten selbst seinen Weg suchend. Der flammende Agni, der das dürre Holz verbrennt, hat auf seinen schwarzen Seitenwegen den Erdboden gleichsam zu seinem Mahle bereitet.
8. Nun ward dir im Gedenken an frühere Gunst bei dem dritten Opfer ein Gedicht vorgetragen. Gib uns, Agni, den hohen Siegerpreis von lauter Söhnen, von vielem Vieh, einen Schatz an guten Kindern!
9. Auf das die Gritsamada´s durch dich, Agni, die Nebenbuhler heimlich überwinden, sie die Meister, die die Gegner bezwingen - dazu gib dem Sänger und zugleich den freigebigen Gönnern die Kraft!



2,5. An Agni


1. Der ansehnliche Hotri ist jetzt geboren, der Vater zum Schutze für seine Väter, seinen angestammten Reichtum zur Schau tragend. Möchten wir im Stande sein, seine Rosse zu lenken.
2. An dem sieben Zügel gespannt sind als dem Leiter des Opfers - wie Manu lenkt er den achten göttlichen - all das bringt er als Potri zuwege.
3. Sobald er aber im Lauf ist und die Segensworte spricht, so besorgt er auch dieses Amt. Alle Weisheit hat er umspannt wie die Felge das Rad.
4. Mit lauterem Sinne ward ja der Lautere als Prasastri geboren. Wer seine feststehenden Regeln kennt, wächst wie die Zweige nach.
5. Diese ........ Milchkühe schließen sich seiner Farbe als des Nestri an. Gewiß sind die Schwestern, die hierher gekommen sind, ihm lieber als drei andere.
6. Wenn die Schwester genaht ist, das Schmalz der Mutter bringend, da freut er sich als Adhvaryu über ihr kommen wie die Gerste über den Regen.
7. Er selbst soll zu seiner eigenen Befriedigung als Opferpriester den Opferpriester bestellen. Und mögen wir dann von dem Loblied und Opfer den rechten Gewinn haben. Wir haben es gespendet.
8. Auf daß er kundig allen Opferwürdigen es recht mache, sei dieses Opfer in deiner Hut, o Agni, das wir bereitet haben.



2,6. An Agni


1. Mögest du dies Brennholz von mir, diese Huldigung gern annehmen Agni, und höre fein auf diese Lobrede!
2. Damit wollen wir dir aufwarten, Agni, Kind der Kraft, du Roßbeuter, mit diesem Liede, du Edelgeborener.
3. Dich, den Lobbegehrenden, wollen wir unter Lobesworten, dich den Schätzebegehrer, du Schätzegeber, pfleglich pflegen.
4. Sei du nun ein freigebiger Herr, du schätzespendender Schätzeherr; wehre uns die Feindschaften ab!
5. Bring du uns Regen vom Himmel, du uns unbestrittenen Gewinn, du uns tausendfältige Labsale!
6. Zu dem, der als Schutzsuchender dich für uns mit Lobrede beruft, o jüngster Bote, bestopfernder Hotri, komm her!
7. Denn du, Agni, vermittelst als Kundiger zwischen den beiderlei Geschlechtern, du Seher, als Bote, wie ein befreundeter Brautwerber zwischen zwei Familien.
8. Als Kundiger mögest du die Götter freundlich stimmen und ihnen in richtiger Ordnung opfern, du Verständiger, und auf diesem Barhis Platz nehmen.



2,7. An Agni


1. Du jüngster Bharatide Agni, bring uns den vorzüglichsten, glänzenden, vielbegehrten Reichtum mit, du Guter!
2. Nicht soll die Mißgunst eines Gottes noch eines Sterblichen über uns Macht bekommen. Hilf uns von dieser und von der Feindschaft!
3. Und mit dir wollen wir alle Feindschaften wie Wasserströme durchwaten.
4. Hell, lobenswert leuchtest du lauterer Agni hoch auf, wenn du mit Schmalz begossen wirst.
5. Die werden von uns, o Bharatide Agni, Geltkühe, Stiere, trächtige Tiere geopfert.
6. Holz bekommt als Speise, Schmalz als Tränklein der uralte, auserwählte Hotri, der geheimnisvolle Sohn der Kraft.



2,8. An Agni


1. Wie der Wettfahrende seinen Wagengespannen, so sprich doch du den Gespannen des Agni lobend zu, des angesehensten Lohnbringers!
2. Der ein guter Führer für den freigebigen Opferer ist, ohne sich selbst aufzureiben den Nebenbuhler aufreibt, von schönem Aussehen, wenn ihm Schmalz geopfert wird.
3. Der um seiner Schönheit in den Häusern bei Dunkelwerden und am Morgen gepriesen wird, dessen Gebot nicht übertretend wird;
4. Der wie die Sonne in ihrem Glanze prangend mit seiner Flamme erglänzt, mit seinen alterlosen Flammen sich besalbt.
5. Den Atri nach seiner Selbstherrlichkeit, den Agni haben die Lieder gestärkt. Alle seine Herrlichkeit hat er angelegt.
6. Wir möchten der Hilfe der Götter Agni, Indra, Soma teilhaft sein, ohne Schaden zu erleiden. Wir wollen die Angreifer bestehen.



2,9. An Agni


1. Der Hotri hat sich auf seinem Hotri-Sitz als Bekannter niedergesetzt, der funkelnde, leuchtende, wohlverständige, der für die unverletzlichen Gebote sorgt, der beste, hellzüngige Agni, der Tausend einbringt.
2. Du bist der Bote, du auch unser mittelbarer Schirmer; du, Bulle, führest zum Glück. O Agni, sei du mit deinem Lichte der unablässige Schützer zur Fortdauer unseres Samens, unserer eigenen Personen!
3. Wir wollen dir dienen an deinem höchsten Geburtsort, o Agni; wir wollen dir mit Lobliedern dienen an deinem unteren Aufenthaltsort. Aus welchem Schoße du entsprungen bist, den verehre ich. In dir, wurden von jeher die Opferspenden geopfert.
4. Agni, opfere du die Spende als der bessere Opferer! Befürworte pünktlich die Schenkung, die Ehrengabe, denn du bist der Herr der Reichtümer, du der Erdenker glänzender Rede!
5. Dein beiderseitiger Reichtum erschöpft sich nicht, der du Tag für Tag geboren wirst, o Meister. Mach, Agni, den Sänger reich an Vieh, mach ihn zum Besitzer eines Schatzes an guten Kindern!
6. Sei du uns gnädig mit diesem Antlitz, den Göttern opfernd und sie zum Heil am besten herbittend; als unbetörter Hirt und als unser mittelbarer Schirmer, schein, o Agni, hell und reich!



2,10. An Agni


1. Agni ist als Erster laut zu rufen wie ein Vater, wenn er an der Stätte des Opfergenusses vom Menschen entzündet ist, in Schönheit gekleidet, der kluge Unsterbliche, reich zu putzen, ruhmbringend ist dieser wie ein Rennpferd.
2. Der prächtig strahlende Agni möge meinen Ruf mit allen Lobesworten erhören, der verständige Unsterbliche. Zwei Braune oder zwei Rotfüchse fahren seinen Wagen; auch hat er sich zwei rötliche als Gespann genommen, der auf die Feuerstätte zu verteilende.
3. In der Ausgestreckten erzeugten sie ihn, dessen Geburt leicht ist. Agni ward die Leibesfrucht in den vielfarbigen Hölzern. Auch in der Nacht verweilt der Kluge durch seine Herrlichkeit vom Dunkel unverhüllt.
4. Ich begieße den Agni mit der Opferspende, mit Schmalz, der bei allen Wesen wohnt, in die Breite sich ausdehnt, groß an Kraft, vielfassend, durch die Speisen wild erscheinend.
5. Ich begieße ihn mit Schmalz, der nach allen Seiten sein Gesicht zukehrt. Arglosen Sinnes möge er sich´s schmecken lassen. Schön wie ein junger Mann, auf seine Farben eifersüchtig läßt sich Agni nicht berühren, wenn er mit seinem Leib auf und ab flackert.
6. Der mächtige möge sein Teil nach seiner Wahl herauskennen. Wenn wir dich zum Boten haben, wollen wir wie Manu reden. Den vollkommenen Agni rufe ich laut mit der Zunge, mit Beredsamkeit, Schätze verdienend ihn, der die Worte mit Süßigkeit mischt.







2. Gruppe        Lieder an Indra


2,11. An Indra


1. Erhöre den Ruf, o Indra, versieh dich nicht ! Wir möchten dir zum Schenken der Güter ausersehen sein, denn diese Stärkungen richten dich auf, die, nach dem Gut verlangend, wie die Ströme rinnen.
2. Du ließest die großem Ströme laufen, o Indra, die du anschwelltest, die vielen von dem Drachen umstellten, du Held. Den Dasa, der sich sogar für einen Unsterblichen hielt, hiebst du herunter, durch die Loblieder aufgerichtet.
3. Unter Lobliedern, an denen du Held deine Freude hast, und unter den rudrischen Lobgesängen, o Indra, laufen diese, an denen du dich zu ergötzen pflegst, nur für dich weiter wie die glänzenden Gespanne für Vayu.
4. Indem wir deinen glänzenden Mut aufrichten und die glänzende Keule in deine Arme legen - Wenn du Indra, der Glänzende, dich bei uns aufgerichtet hast, sollst du die dasischen Stämme mit der Sonne bezwingen.
5. Den im Versteck befindlichen, sich versteckenden, in den Gewässern versteckten, verborgen hausenden, zauberischen, und der Wasser und Himmel festgebannt hatte, den Drachen erschlugst du Held mit Manneskraft.
6. Ich will nun deine früheren großen Taten preisen, Indra, und wir wollen deine neueren Taten preisen. Ich will die willige Keule in deinen Armen preisen, ich will deine beiden Falben preisen, die zwei Strahlen der Sonne sind.
7. Dein um den Preis laufendes Falbenpaar hat sein schmalztriefendes Getöse ertönen lassen. Die Erde hat sich gleichmäßig ausgebreitet, selbst der Berg, der davonlaufen wollte, ist stillgestanden.
8. Der Berg setzte sich fest, nicht von der Stelle gehend; in das Geblöke der Mütter einstimmend hat er sein Gebrüll erhoben. In die Ferne, bis zum anderen Ende den Ton verstärkend verbreiteten sie das von Indra entsandte Geblase weiter.
9. Indra stieß den zauberischen Vritra weg, der den großen Strom belagerte. Es bebten beide Welten aus Furcht vor seiner, des Bullen, brüllender Keule.
10. Es brüllte seine, des Bullen, Keule, daß der Menschliche den Unmenschen verzehren solle. Er brachte die Zaubereien des zauberischen Danava zu Fall, nachdem er Soma getrunken hatte.
11. Trink, trink doch, tapferer Indra, den Soma ! Dich sollen die berauschenden Preßtränke berauschen. Deine Seiten füllend sollen sie dich stärken. Der also gepreßte Füller hat früher dem Indra geholfen.
12. Bei dir, Indra, haben wir Redekundigen Zuflucht gesucht. Wir wollen Gewinn von der Dichtung haben, indem wir sie richtig pflegen. Um Gunst bittend möchten wir Anerkennung finden, wir möchten alsbald dir zum Schenken von Reichtum ausersehen sein.
13. Wir möchten dir die sein, o Indra, die schutzsuchend deine Kraft zur Hilfe stärken. Schenk uns den kräftigsten Schatz, den wir begehren, o Gott, den Reichtum, der in Söhnen besteht, o Indra!
14. Schenk uns Wohnung, schenk uns den Mitra, schenk uns die marutische Heeresmacht, o Indra, und alle, die einträchtig mit dir sich berauschen: Die Vayu´s trinken den ersten Reihen des Soma vor.
15. Nach dir sollen sie verlangen, an denen du dich zu berauschen pflegst. Trink dich satt, trink tüchtig Soma, Indra ! Stärke uns fein in den Kämpfen, du Überwinder ! Du stärktest den Himmel durch die hohen Schlachtgesänge.
16. Groß sind fürwahr nur die, die etwa durch Loblieder deine Gunst gewinnen können, du Überwinder, wenn sie das Platz bietende Barhis auslegen. Mit deinem Beistand, o Indra, sind sie zu Sieg gelangt.
17. An den starken Somatränken dich berauschend trink, tapferer Indra, den Soma bei den Trikadruka´s , indem du befriedigt ihn im Bart abschüttelst. Komm mit beiden Falben zum Trunk des Soma!
18. Leg deine Stärke an, o Held, mit der du den Vritra herabhiebst, den Danu Aurnavabha! Für den Arier decktest du das Licht auf; der Dasyu wurde links liegen gelassen, o Indra.
19. Die wir den Gewinn davontragen möchten, indem wir mit deiner Hilfe alle Widersacher, die Dasyuá mit dem Arier überwinden, uns gabst du damals den Tvastrisohn Visvarupa in die Hand, den Sohn des zur Freundschaft gehörenden Tvastri dem Trita.
20. Gestärkt an diesem gepreßten, berauschenden Soma des Trita hat er den Arbuda niedergestreckt. Wie die Sonne das Rad ließ er es rollen. Indra spaltete in Begleitung der Angiras´ den Vala.
21. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,12. An Indra


1. Der Gott, der eben geboren besonnen als Erster mit Umsicht die Götter beschirmte, vor dessen Wut beide Welten Furcht hatten ob der Größe seiner Manneskraft - der, ihr Leute, ist Indra.
2. Der die schwankende Erde festigte, der die tobenden Berge zur Ruhe brachte, der das Luftreich weiter ausmaß, der den Himmel stützte - der, ihr Leute, ist Indra.
3. Der den Drachen erschlug und die sieben Ströme laufen ließ, der die Kühe heraustrieb nach Beseitigung des Vala, der zwischen zwei Steinen Feuer erzeugte, der Spielgewinner in den Kämpfen - der, ihr Leute, ist Indra.
4. Durch den alle diese Umwälzungen geschehen sind, der die dasische Rasse unterworfen und verdunkelt hat, der die Reichtümer des großen Herrn wegnahm wie ein siegreicher Glücksspieler den hohen Einsatz - der, ihr Leute, ist Indra.
5. Nach dem sie fragen: Wo ist er ? - nach dem Furchtbaren, und sie sagen von ihm: "Er ist nicht" - er läßt die Reichtümer des großen Herrn verschwinden wie der Glücksspieler die schlechten Würfel, glaubt an ihn - der, ihr Leute, ist Indra.
6. Der dem Schwachen, der dem Kranken, der dem notleidenden armen Priester Mut macht, der dem beisteht, der die Preßsteine in Gebrauch nimmt und Soma keltert, mit der schönen Trinkerlippe - der, ihr Leute, ist Indra.
7. Unter dessen Befehl die Rosse, die Rinder, die Dorfmannschaften und alle Wagen stehen, der die Sonne, die Morgenröte erschaffen hat, der der Leiter der Gewässer - der, ihr Leute, ist Indra.
8. Den zwei Schlachthaufen, wenn sie aneinander geraten, anrufen, die beiderseitigen Feinde hüben und drüben - auch die zwei, die den gleichen Wagen bestiegen haben, rufen ihn jeder besonders an - der, ihr Leute, ist Indra.
9. Ohne den die Völker nicht siegen, den die Kämpfenden um Beistand rufen, der sich jedem gewachsen zeigt, der das Unbewegte bewegt - der, ihr Leute, ist Indra.
10. Der alle, die großen Frevel begehen, mit seinen Geschossen erschlagen hat, ehe sie sich dessen versehen, der dem Vermessenen seine Vermessenheit nicht vergibt, der den Dasyu erschlägt - der, ihr Leute, ist Indra.
11. Der den Sambara, als er im Gebirge hauste, im vierzigsten Herbst auffand, der den gewaltigen Drachen, den Danu, wie er dalag, erschlug - der, ihr Leute, ist Indra.
12. Der ein gewaltiger Stier, der sieben Zügel braucht, die sieben Ströme losließ zum Laufen, der den himmelersteigenden Rauhina wegstieß mit der Keule im Arm - der, ihr Leute, ist Indra.
13. Selbst Himmel und Erde beugen sich ihm; vor seiner Wut fürchten sich selbst die Berge, der als der Somatrinker bekannt ist, der die Keule im Arm, der die Keule in der Hand hält - der, ihr Leute, ist Indra.
14. Der mit seiner Gunst dem beisteht, der keltert und kocht, der vorträgt und das Opfer zugerichtet hat, für den die feierliche Rede eine Stärkung ist, für den diese Gabe - der, ihr Leute, ist Indra.
15. Der du dem, der keltert und kocht, gar hartnäckig Gewinn herausschlägst, du bist allerdings wirklich. Wir möchten allezeit deine Lieben sein, o Indra. - Als Meister wollen wir das Wort der Weisheit reden.



2,13. An Indra


1. Die Jahreszeit ist seine Gebärerin. Von ihr geboren ging er alsbald ins Wasser, in dem er erstarkt. Da ward er eine üppige, von Milch strotzende Frau. Die erste Milch des Stengels, die ist preisenswert.
2. Sie laufen nach dem gemeinsamen Ziel, ihre Milch mit sich führend, sie bringen ihm, der alle Formen annimmt, Nahrung: Die Ströme haben den gleichen Weg zu laufen. Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
3. Der eine begleitet mit Worten das, was er spendet; der eine, dessen Geschäft dies ist, geht hin und her, indem er dabei dessen Formen verändert. Er hält alle Stöße des einen aus. Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
4. Sie sitzen da, indem sie den Kindern den Vorrat austeilen. Dem Ankommenden begießen sie den Rücken, der wie der Reichtum größer wird. Ohne Bissen zu machen ißt er mit den Beißzähnen die Speise seines Vaters. Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
5. Damals ließest du die Erde den Himmel schauen, der du, o Drachentöter, die Bahnen der Flüsse freimachtest. Dich, den Gott, haben die Götter mit Lobliedern wie ein Rennpferd mit Wasser neugeboren. Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
6. Der du die Nahrung und Gedeihen austeilst, aus dem Feuchten das Trockene und Süße gemolken hast, du hast dir bei Vivasvat einen Schatz angelegt. Du allein gebeust über alles - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
7. Der du die blühenden und fruchttragenden Pflanzen nach der Ordnung und die Flüsse über das Feld verteilt hast, und der du die unvergleichlichen Geschosse des Himmels erzeugtest, selbst breit die Meere ringsum ausgebreitet hast. - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
8. Der du den Narmara samt seinen Schätzen , um den Priksa und Dasavesa zu erschlagen, nach dem unbesetzten Eingang von Urjayanti fuhrest, auch heute noch tatenreich bist du darum preisenswert.
9. Oder als du in Erhöhung des Einen hundert mal zehn gefesselt hast, da du dem Antreiber beistandest, da hast du für Dabhiti die Dasyu´s in den Schlaf der keines Strickes bedarf, eingeschnürt. Du wardst der Helfer des gut Zuredenden - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
10. Alle Bollwerke mussten ihm seine Stärke zugestehen; sie lieferten dem Gewinner ihren Schatz aus. Du hast die sechs Räume befestigt, die fünf Richtungen, und hast sie von jenseits umfasst - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
11. Schönen Preis verdient deine Heldenkraft, du Held, da du mit einem einzigen Entschluß das Gut verlangst. Die Kraft des Sieghaften, der von Natur standfest ist, tat sich hervor. Was du alles getan hast - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
12. Du hießest die zu fließen gewohnten Flüsse stillstehen zum Durchschreiten, für Turviti und Vayya machtest du einen Weg. Den Aussetzling, der in der Tiefe steckte, holtest du herauf, der du dem Blinden, dem Lahmen zu Ruf verhalfst - Der du dies zuerst gemacht hast, - darum bist du preisenswert.
13. Entschließ dich, uns diese Lohngabe zu schenken, du Guter - groß ist dein Schätzevorrat - eine ansehnliche Lohngabe, o Indra, in der du tagtäglich deinen Ruhm suchen solltest. - Wir wollen das große Wort führen als Meister der Weisheit.



2,14. An Indra


1. Adhvaryu´s! Traget für Indra den Soma auf, schenket den berauschenden Trank in Humpen ein, denn der Held hat immer Lust nach diesem Trunk ! Opfert dem Bullen; darnach eben hat er Verlangen.
2. Adhvaryu´s! Der den Wasser sperrenden Vritra erschlagen hat wie einen Baum mit einem Blitze, dem traget diesen Soma auf, der darnach verlanget ! Dieser Indra hat das anrecht auf dessen Trunk.
3. Adhvaryu´s! Der den Dribhika erschlagen hat, der die Rinder heraustrieb - denn er hatte die Valahöhle aufgesperrt - für ihn lasset den Soma laufen wie den Wind in der Luft. Decket Indra mit Soma zu wie ein Greis mit Kleidern sich zudeckt!
4. Adhvaryu´s!Der den Urana erschlagen hat, welcher neunundneunzig Arme reckte, der den Arbuda hinab in die Tiefe stieß, diesen Indra treibt zur Eile, wenn der Soma aufgetragen wird!
5. Adhvaryu´s! Der den Asna recht erschlagen hat, der den gefräßigen Susna, der den Vyansa, der den Pipru, Namuci, der den Rudhikra diesem Indra opfert vom Tranke!
6. Adhvaryu´s! Der die hundert Burgen des Sambara brach, die vielen wie mit einem Stein, der die hundert, die tausend Mannen des Varcin wegfegte - traget ihm Soma auf!
7. Adhvaryu´s! der hundert und tausend erschlug und in den Schoß der Erde säte. Die Mannen des Kutsa, des Ayu, des Atithigva niederrang - traget ihm Soma auf!
8. Adhvaryu´s! Was ihr Herren auch wünschen möget, das erlangt ihr von Indra, wenn ihr gehorsam das Opfer darbringt. Traget dem Berühmten den mit den Händen geläuterten Soma auf, opfert dem Indra Soma, ihr Opferwilligen!
9. Adhvaryu´s! Erweiset ihm Gehorsam, schöpfet den im Holzgefäß Geläuterten in den Holzbecher ! Mit Wohlgefallen verlangt er nach dem Soma in eurer Hand - dem Indra opfert den berauschenden Soma!
10. Adhvaryu´s! Füllet den gastfreien Indra mit Soma an wie das Euter der Kuh mit Milch ! Ich kenne ihn; das steht für mich fest: Der Verehrungswürdige beachtet den, der mehr geben will.
11. Adhvaryu´s! Der König ist des himmlischen Guts, des irdischen, das im Boden liegt, den Indra füllet mit Soma wie ein Speicher mit Korn ! Das soll euer Geschäft sein.
12. Entschließ dich, uns diese Lohngabe zu schenken, du Guter - groß ist dein Schätzevorrat - eine ansehnliche Lohngabe, o Indra, in der du tagtäglich deinen Ruhm suchen solltest. - Wir wollen das große Wort führen als Meister der Weisheit.



2,15. An Indra


1. Nun will ich dieses Großen große, des Wahrhaften wahrhafte Taten verkünden. Bei den Trikadruka´s trank er Soma; in dessen Rausch hat Indra den Drachen erschlagen.
2. Da, wo kein Balken haftet, stützte er den hohen Himmel, er füllte beide Welten, den Luftraum an. Die Erde hat er befestigt und ausgebreitet. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
3. Er hat mit Maßen wie ein Wohnhaus die vorwärts gehenden Bahnen abgesteckt; mit der Keule öffnete er die Kanäle der Flüsse. Er ließ sie in ihren langgstreckten Bahnen nach Lust laufen. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
4. Er holte die Entführer des Dabhiti ein, die ganzen Waffen verbrannte er im entzündeten Feuer. Er versah ihn mit Rindern, Rossen und Wagen. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
5. Er brachte den großen Strom in seinem Laufe zum Stillstand, er brachte die Nichtschwimmer heil hinüber. Dem Wasser entstiegen zogen diese auf Reichtum aus. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
6. Er ließ durch seine Macht den Sindhu nordwärts fließen. Mit der Keule zerschmiß er den Karren der Usas, indem er die langsamen mit den geschwinden zerhieb. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
7. Er kannte das Versteck der Jungfern; zum Vorschein kommend erhob sich der Aussetzling. Der Lahme stand fest, der Blinde wurde sehend. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
8. Er erbrach den Vala, von den Angiras´ gepriesen; er zersprengte die Festen des Berges, er räumte ihre künstlichen Wälle fort. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
9. Den Cumuri und Dhuni hast du in Schlaf versenkt; du hast den Dasyu erschlagen, dem Dabhiti standest du bei. Selbst der Stockträger fand dabei Gold. - Im Rausche des Soma hat das Indra getan.
10. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,16. An Indra


1. Dem Allerhöchsten bringe ich euer Loblied dar wie die Opfergabe in dem entflammten Feuer. Den Indra, der alterlos, alt machend, seit Alters erwachsen und doch jugendlich ist, den rufen wir zum Beistand.
2. Ohne welchen großen Indra gar nichts geschieht, in ihm sind alle Kräfte vereinigt. Im Bauch trägt er den Soma, im Körper die überlegene Stärke, die Macht, in der Hand die Keule, im Haupte die Überlegung.
3. Nicht können beide Heere deine Indrakraft umspannen, nicht die Meere, die Berge deinen Wagen, o Indra. Deine Keule holt keiner ein, wenn du mit den Rennern viele Meilen dahinfliegst.
4. Denn alle geben ihm den Rat, den er befolgt, dem opferwürdigen, kühnen Bullen: Als Bulle opfere dir selbst als der Kundigere die Opferspende ! Trink, Indra, den Soma durch den bullengleichen Glanz!
5. Die Kufe des Bullen klärt sich, die Woge der Süßigkeit zum Trank, für den Bullen, dessen Speise der Bulle Soma ist. Bullen sind die beiden Adhvaryu´s, Bullen die Preßsteine, sie schlagen den Bullen Soma für den Bullen Indra aus.
6. Ein Bulle ist deine Keule und dein Wagen ist ein Bulle; Bullen sind deine Falben, bullenhaft sind deine Waffen. Du Bulle gebeutst über den bullenhaften Rauschtrank. Indra, trink dich am bullenhaften Soma satt!
7. Ich rudere dir gleichsam das Schiff der Beredsamkeit in dem Wettbewerb zu; Kühn fahre ich mit der hohen Rede während der Somaspenden. Gewiß wird er dieses Wort von uns bedenken. Von Indra schöpfen wir wie von einem Quell des Guten.
8. Bevor wir in die Enge getrieben werden, wende dich uns zu wie zu dem Kalbe die Kuh, die von der Weide voll Milch ist. Noch einmal wollen wir fein mit deinen Gnaden uns vereinen wie die Stiere mit den Weibchen, du Ratreicher.
9. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,17. An Indra


1. Singet ihm dieses neue Lied in Angirasweise, daß sich wie vormals seine Kräfte regen, wie damals als er mit Gewalt all die eingesperrten Kuhherden, die festverschlossenen im Somarausch herschaffte.
2. Er soll derselbe sein, der um die erste Größe zu behaupten, seine Kraft erprobend die volle Größe erreichte. Der Held, der in den Kämpfen seinen Leib umgürtete, er setzte den Himmel mit Macht sich aufs Haupt.
3. Da vollbrachtest du deine erste große Heldentat, als du zuerst durch dieses Sängers Kraftwort deinen Mut einsetztest. Durch den Wagenkämpfer mit den falben Rossen befreit laufen die Ströme getrennt nach dem gemeinsamen Ziel weiter.
4. Der da in voller Kraft über alle Welten an Größe hinauswuchs, sich zum Herren machend, - dann durchzog der Wagenlenker Surya beide Welten mit Licht. Er packte die hartnäckige Finsternis ein, sie zunähend.
5. Er befestigte mit Kraft die vorwärts gehenden Berge; abwärts strebend machte er die Tätigkeit der Flüsse. Er befestigte die allnährende Erde, er stützte mit Zaubermacht den Himmel, daß er nicht herabfalle.
6. Sie ist für seine Arme passend, die der Vater aus jeglicher Schöpfung aus seinem Besitze gefertigt hatte, die Keule, mit der er laut tosend den Krivi schlug und niederrang, daß er auf der Erde lag.
7. Wie eine alte Jungfer, die bei den Eltern lebt, vom gemeinsamen Wohnsitz aus um Liebesglück, so flehe ich dich um Glück an. Gib ein Vorzeichen, teile zu, bring her, gib einen Anteil für meine Person, mit dem du eine Ehre antun wirst!
8. Dich, den Gastfreien, wollen wir rufen, Indra. Du, Indra, gibst Arbeit, Lohn. Steh uns bei mit augenfälligem Beistand ! Mach uns, du Bulle, Indra, reicher!
9. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,18. An Indra


1. Am Morgen wird der neue Wagen geschirrt, der gewinnreiche mit vier Jochen, drei Peitschen, sieben Zügeln, mit zehn Rudern, von Menschen gemacht, das Himmelslicht erringend. Er soll mit unseren Wünschen, mit unseren frommen Gedanken in Lauf gesetzt werden.
2. Er ist dafür bereits erstmals und zum andern, und auch zum dritten Male, der Hotri des Manu. Als den Sproß einer anderen erzeugten ihn andere, er gesellt sich anderen, der häusliche Stier.
3. Die beiden Falben will ich nun mit neuer, wohlgesetzter Rede an Indra´s Wagen schirren, daß er komme. Nicht sollen dich dabei - denn es gibt viele Redekundige - die anderen Opfernden aufhalten.
4. Komm mit zwei Falben, o Indra, mit vieren, mit sechsen, da du gerufen wirst, mit acht, mit zehn zum Somatrunk. Dieser Soma ist ausgepreßt, o Freigebiger, verschmäh ihn nicht!
5. Komm mit zwanzig, mit dreißig hierher, mit vierzig Falben fahrend, mit fünfzig gut eingefahren, o Indra, mit sechzig, mit siebenzig zum Somatrunk!
6. Komm mit achtzig, mit neunzig hierher, mit hundert Falben komm gefahren, denn dieser Soma bei den Sunahotra´s ist dein, für dich, Indra, zum Rausch eingeschenkt!
7. Zu meiner Erbauungsrede komm, o Indra, lege alle beiden Falben an des Wagens Deichsel ! An vielen Orten solltest du zwar geladen werden; berausche dich, o Held, bei dieser Somaspende!
8. Nicht soll meine Freundschaft mit Indra auseinander gehen. Für uns soll seine Lohngabe wie eine Kuh ergiebig sein. Unter seiner höchsten Obhut und Hand wollen wir bei jedem Beginnen Sieger sein.
9. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,19. An Indra


1. Ein Trunk ward getan von diesem Safte zur Berauschung, ihr Andächtigen, von dem ausgepreßten Labetrank, an dem sich Indra vor alters gestärkt, an den er sich gewöhnt hat und ebenso die segensprechenden Männer.
2. Von diesem Süßtrank berauscht, zerhieb Indra mit der Keule in der Hand den die Flut versperrenden Drachen und machte, daß die Labsale der Flüsse dem Meere zueilten wie Vögel zu den Futterplätzen.
3. Der mächtige Indra, der Drachentöter, trieb die Flut der Gewässer hin zum Meere. Er erzeugte die Sonne, fand die Kühe; er regelte die Reihenfolge der Tage durch die Nacht.
4. Viele Feinde, denen keiner gewachsen ist, opfert Indra dem opferwilligen Menschen, er erschlägt den Vritra, er der sofort für die Männer erreichbar war, die um den Gewinn der Sonne sich stritten.
5. Dieser Gott Indra gab gepriesen die Sonne frei für den Soma opfernden Sterblichen, als Etasa den einen Makel verdeckenden Reichtum ihm gleichsam als seinen Anteil darbrachte, um ihm gefällig zu sein.
6. Er gab noch am gleichen Tage seinem Wagenlenker Kutsa den gefräßigen Susna, den Welscher, in die Hand. Für Divodasa zerstörte Indra die neunundneunzig Burgen des Sambara.
7. So haben wir dir, Indra, ein Loblied losgelassen recht wie Preiskämpfer die Rennpferde um den Ruhmespreis zu gewinnen. Wir möchten diese deine Freundschaft erlangen, uns eifrig darum bemühend. Wende die Waffe des gottlosen Widersachers ab!
8. Also haben die Gritsamada´s auf dich, o Held, ein Gedicht gefertigt wie Schatzsuchende als Richtzeichen. Die Segensprechenden mögen von dir, Indra, aufs neue Labsal, Stärkung, guten Wohnsitz, Beliebtheit erlangen.
9. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,20. An Indra


1. Wir führen dir, Indra, - nimm doch ja Kenntnis von uns - eine Stärkung vor wie einer, der den Siegerpreis begehrt, seinen Wagen, laut preisend, im Geist nachsinnend, um die Gunst eines Herren gleich dir zu erlangen.
2. Du bist, Indra, mit deinen Hilfen ein überlegener Schützer für uns Leute, die dir ergeben sind. Du bist der gewaltige Verteidiger des Spenders der in solcher Absicht dir naht.
3. Der jugendliche Indra soll uns ein oftgerufener Freund, ein gütiger Schützer der Herren sein, er der den Vortragenden, den das Opfer Herrichtenden, den Kochenden und Lobsingenden mit seiner Hilfe weiterbringen wird.
4. Diesen Indra will ich preisen und loben, an dem sie vordem ihre Stärke und Zuversicht hatten. Er möge, darum gebeten, auch des jüngsten segensprechenden Ayu´s Wunsch nach Gut erfüllen.
5. Indra fand an den Preisliedern des Angiras´ Gefallen und gab ihrem Segenswort Gewicht, indem er ihm den rechten Weg suchte, indem er die Usas´ samt der Sonne raubte, er der Gepriesene. Er hat sogar des Asna alte Werke zerschlagen.
6. Dieser unter dem Namen Indra berühmte Gott erhob sich für Manu, der größte Meister. Als Sieger trennte er den lieben Kopf des Dasa Arsasana ab, der Eigenmächtige.
7. Der Vritratöter Indra sprengte die dasischen Burgen, die die Schwarzen in ihrem Schoß bargen, der Burgenbrecher. Er schuf für Manu Land und Gewässer. Ganz und gar gab er der Rede des Opfernden Gewicht.
8. Diesem Indra ward von den Göttern im Kampf um das Wasser ganz und gar die Überlegenheit zugestanden. Als sie ihm die Keule in die Arme legten, da erschlug er die Dasyu´s und warf die ehernen Burgen nieder.
9. Nun soll diese deine reichliche Lohngabe, o Indra, dem Sänger nach Wunsch ergiebig sein. Suche den Sängern zu nützen; das Glück soll nicht an uns vorübergehen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,21. An Indra


1. Ihm, der alles ersiegt, Beute ersiegt, Sonnenlicht ersiegt, völlig besiegt, Männer besiegt, Ackerland ersiegt, Rosse, Rinder, Gewässer ersiegt, dem opferwürdigen Indra bringe den begehrten Soma dar!
2. Dem überlegenen, zerstörenden, gewinnenden, unbezwungenen Bezwinger, dem Meister, dem lautrufenden, unüberwindlichen Wagenlenker, dem völlig bezwingenden Indra sprechet ein Huldigungswort!
3. Völlig bezwingend, Menschen vertilgend, Menschen bezwingend, umstürzend, streitbar, nach Gutdünken groß geworden, als Heersammler, als Bezwinger unter den Stämmen anerkannt - des Indra vollbrachte Heldentaten will ich verkünden.
4. Der unnachgiebige Bulle, der Tod des Widerspenstigen, unergründlich, überragend, von unerreichter Weisheit, dem Schwachen Mut machend, dreinschlagend, unnachgiebig, breit - Indra, der Opferherrliche, erzeugte die Morgenröten, die Sonne.
5. Durch Opfer fanden die Usij den Weg, die Gewässer überschreitend, ihren Gedanken Schwung gebend, nachsinnend. Unter Zuruf und Niedersitzen haben sie hilfesuchend, sich anspornend, von Indra die Kühe, die Schätze erlangt.
6. Indra, gewähre uns die herrlichsten Schätze, Einsicht des Verstandes, Beliebtheit, Zunahme der Reichtümer, Unversehrtheit der Leiber, Anmut der Rede, glückliche Tage!



2,22. An Indra


1. Bei den Trikadruka´s trank der vielmutige Büffel sich an dem gerstegemischten Soma, dem von Vishnu gepreßten, satt, so viel er begehrte. Der hat ihn begeistert, das große Werk zu tun, ihn den großen, breiten. - Er stand ihm zur Seite, der Gott dem Gott, dem wahrhaften Indra der wahrhafte Indu.
2. Da war der Zornfunkelnde durch seine Stärke im Kampf dem Krivi überlegen. Er füllte beide Welten mit seiner Größe an; er wuchs noch weiter. Den einen Teil nahm er in seinem Bauche auf; er reichte noch weiter. - Er stand ihm zur Seite, der Gott dem Gott, dem wahrhaften Indra der wahrhafte Indu.
3. Zugleich mit deiner Umsicht geboren bist du zugleich mit deiner Stärke gewachsen, zugleich mit den Manneskräften gewachsen, die Verachter bezwingend, dich hervortuend, dem Lobsänger die Gabe, das erwünschte Gut schenkend. - Er stand ihm zur Seite, der Gott dem Gott, dem wahrhaften Indra der wahrhafte Indu.
4. Dies mannhafte Werk von dir, du Tänzer Indra, ist als die erste Tat früh am Tag zu verkünden, daß du durch die Kraft des Gottes den Lebenshauch frei strömen ließest, indem du die Wasser strömen ließest. Jedem Gottlosen war er an Stärke überlegen. Er schaffte Stärkung, der Ratreiche, er schaffe Labung!







3. Gruppe        Lieder an Brahmanaspati


2,23. An Brahmanaspati


1. Wir rufen dich, den Herrn der Sängerscharen an, den hochberühmtesten Weisen der Weisen, den Oberherrn der Segensworte, o Brahmanaspati. Höre uns an und setz dich mit deinen Hilfen auf den Sitz!
2. Die weisen Götter selbst haben von dir, du asurischer Brihaspati, ihren Anteil am Opfer empfangen. Wie die große Sonne durch ihr Licht die Morgenröte, so erzeugest du alle Segensworte.
3. Indem du die Ausreden und die Finsternis des Herzens zerstreust, besteigest du den lichten Wagen des Gesetzes, o Brihaspati, den furchtbaren, der die Feinde überlistet, die Unholde tötet, die Kuhhöhle aufsprengt, das Himmelslicht findet.
4. Mit guten Weisungen leitest du, schützest du den Mann, der dir zu spenden pflegt; ihn soll keine Not treffen. Du schaffst brennende Pein, du vereitelst den bösen Eifer des Feindes des Priesterworts: Das ist deine hehre Größe, o Brihaspati.
5. Über ihn kommen weder Not noch Gefahr von irgend einer Seite, nicht Mißgunst noch Doppelzüngige; alle Tücken scheuchst du von dem hinweg, den du als guter Hirte behütest, o Brahmanaspati.
6. Du bist ein weitblickender Hirte und Wegebereiter. Zu deinem Dienste sind wir mit Liedern wach. Brihaspati, wer uns eine Falle stellt, den soll sein eigenes Unheil wutentbrannt zermalmen.
7. Oder wenn ein mißgünstiger Sterblicher, ein ........ Wolf uns schuldlosen Abbruch tun will, so lenke ihn vom Wege ab, o Brihaspati; schaff uns guten Weg für diese Götterladung!
8. Wir rufen dich als den Schützer der Leiber an, als den uns günstigen Fürsprecher, du Befreier. O Brihaspati, schmettere die Götterschmäher nieder. Nicht sollen die Böswilligen höhere Gunst als wir erlangen.
9. Durch dich, den Wohlgedeihlichen, möchten wir die begehrten menschlichen Güter empfangen, o Brahmanaspati. Die Mißgunst, die in der Ferne, die in der Nähe uns bedroht, die lohnverweigernde ersticke!
10. Durch dich den reichlich spendenden und lohnenden Verbündeten möchten wir höchste Lebenskraft erlangen, o Brihaspati. Nicht soll der Übelredende, Schadensüchtige über uns Macht haben. Wir möchten als Belobte durch unsere Gedichte vorwärtskommen.
11. Ein unnachgiebiger Bulle, gern in den Streit ziehend, ein Ausbrenner des Feindes, in den Schlachten siegreich, bist du der wahrhafte Vergelter, o Brahmanaspati, der Bezwinger selbst des Gewaltigen, der sich seiner Härte freut.
12. Wer mit gottlosem Sinne Schaden stiften will, wer unter den Gebietern sich für gewaltig hält und mordlustig ist, dessen Todeswaffe soll uns, o Brihaspati nicht treffen. Wir vereiteln den bösen Eifer des Böswilligen, Vermessenen.
13. In den Kämpfen zu rufen, unter Verneigung zu verehren, zu Beutekämpfen ausziehend, jeden Siegerpreis gewinnend, hat Brihaspati alle schadenfrohen Zurücksetzungen des hohen Herrn wie Wagen zerbrochen.
14. Mit hitzigster Glut brenn die Unholde, die dich, den Krafterprobten, der Schmähung preisgegeben haben! Offenbare diese deine Kraft, die eines Preisliedes würdig sein soll! Brihaspati, mache die Ausreden zunichte!
15. Brihaspati, gib uns den wunderbaren Schatz, der mehr wert sei als der des hohen Herrn, der unter den Menschen lichtvoll, weisheitsvoll erstrahlt, der mächtig leuchtet, du Wahrheitgeborener.
16. Gib uns nicht den Räubern preis, die, sich an die Spuren der Falschheit hängend, als Betrüger nach den Speisen gierig sind. Sie behaupten die Schwäche der Götter und leugnen die Schwäche in ihrem eigenen Herzen. O Brihaspati, sie wissen nichts weiter als ihren Saman.
17. Denn aus allen Wesen erschuf dich der Seher Tvastri, aus einem jeden Saman. Brahmanaspati ist der Vergelter, der Schuldeinzieher, der Vernichter der Falschheit, der Erhalter der hohen Wahrheit.
18. Dir zu Ehren tat sich der Berg auf, als du Angirase die Rinderherde herausließest. Mit Indra im Bunde hast du die vom Dunkel umschlossene Flut der Gewässer frei gemacht, o Brihaspati.
19. O Brahmanaspati, sei du der Lenker dieses Liedes und erwecke Nachkommenschaft! Alles das ist löblich, was die Götter begünstigen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in weiser Rede.



2,24. An Brahmanaspati


1. Gibt dieser Darbringung den Vorzug, der du Herr darüber bist. Mit dieser neuen großen Lobrede wollen wir dir huldigen und laß unsere Absicht in Erfüllung gehen, daß unser Belohner, dein Freund, gepriesen werden soll, o Brihaspati.
2. Der das Biegsame mit Kraft niederbog und er zersprengte im Grimm die Sambarafesten. Das unbewegliche brachte Brahmanaspati ins Wanken, da er in den schätzereichen Berg ein und hindurch drang.
3. Das war die Aufgabe für den Göttlichsten der Götter: Das feste lockerte sich, das Harte gab nach. Er trieb die Kühe heraus, spaltete mit dem Zauberwort den Vala, er beseitigte das Dunkel, ließ die Sonne scheinen.
4. An dem Brunnen mit dem Steinmund, mit dem süßen Strom, den Brahmaspati mit Gewalt aufgeschlossen hat, an dem haben alle getrunken, die die Sonne sehen. Sie schöpften allesamt reichlich von dem wasserspendenden Quell.
5. "Diese Geschöpfe müssen teilweise alt sein; durch Monate und Jahre waren euch die Tore verschlossen". Ohne Eifersucht gehen beide je eine andere Richtung nach den Richtungen, die Brahmanaspati bestimmt hat.
6. Sie, die bei ihrer Ankunft den im Versteck verborgenen fernsten Schatz der Pani´s antrafen, die kundig die Täuschungen entdeckt hatten, sind wieder dahin ausgezogen, von woher sie gekommen waren, um in den Berg einzudringen.
7. Die wahrhaften Seher, die die Täuschungen entdeckt hatten, machten sich wieder von da auf die großen Wege. Sie fanden das mit den Armen angefachte Feuer im Fels: "Es ist ja kein fremdes", denn sie hatten es zurückgelassen.
8. Mit seinem schnellschießenden Bogen, dessen Sehne die Wahrheit ist, trifft Brahmanaspati dahin, wohin er will. Vortrefflich sind seine Pfeile, mit denen er, der das Herrenauge hat, schießt; sie sind anzuschauen, als ob sie aus dem Ohre entsprungen seien.
9. Er ist der Bevollmächtigte, der die Kämpfer zusammenbringt und auseinanderbringt, der vielgepriesene, der Herr des Gebets im Kampfe. Wenn der ..... durch Einsicht den Sieg, die Gewinne davonträgt, dann brennt nach Lust die brennende Sonne.
10. Ausreichend, reichlich, an erster Stelle ist die Gabe des gern schenkenden; des Brihaspati Gewinne sind leicht zu erlangen, dankenswert, diese Gewinne des schauwürdigen Siegers, von dem beiderlei Geschlechter, alle Stämme nutzen haben.
11. Der du dem diesseitigen Opferbund zu allen Dingen tüchtig, groß und erfreulich an Macht gewesen bist - der Gott hat sich den anderen Göttern gleichkommend weit ausgedehnt: alle diese Welten umspannt Brihaspati.
12. Euch beiden geht alles in Erfüllung, ihr Gabenreiche. Auch die Gewässer übertreten nicht euer Gebot. Kommt, Indra und Brahmanaspati, zu unserem Opfer wie zwei siegreiche Verbündete zum Mahle!
13. Auch die schnellsten Zugtiere gehorchen ihm. Als Wortführer in der Versammlung beliebt trägt er durch Einsicht die Gewinne davon. In der Feindschaft zäh, nach Wunsch die Schuld einziehend, ist Brahmanaspati im Kampfe Sieger.
14. Des Brahmanaspati Eifer ging ganz nach Wunsch in Erfüllung, wenn er ein großes Werk vollbringen wollte, der die Kühe heraustrieb, und er teilte sie der Himmelswelt aus. Mächtig wie ein großer Strom lief die Herde auseinander.
15. O Brahmanaspati, wir wollen allezeit die Lenker eines leicht zu regierenden Besitzes sein. Häufe du uns Söhne auf Söhne, wenn du, durch Zauberwort mächtig, meinem Rufe nachkommst!
16. O Brahmanaspati, sei du der Lenker dieses Liedes und erwecke Nachkommenschaft! Alles das ist löblich, was die Götter begünstigen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in weiser Rede.



2,25. An Brahmanaspati


1. Wer das Opferfeuer entzündet, wird die Neider überwinden. Wer den Göttern Erbauung schafft und Opfer spendet, wird die Übermacht haben. Der überdauert den Sohn von seinem Sohne, wen immer Brahmanaspati zu seinem Verbündeten macht.
2. Mit seinen Söhnen wird die Söhne des Neiders überwinden, mit Kühen seinen Reichtum ausbreiten - er merkt es an sich selbst, sein Same und Kindeskind nimmt zu - wen immer Brahmanaspati zu seinem Verbündeten macht.
3. Wild wie die Stromflut, übermag er an Kraft die Drohenden wie der Bulle die verschnittenen Ochsen; wie der Andrang des Feuers ist er nicht aufzuhalten, wen immer Brahmanaspati zu seinem Verbündeten macht.
4. Für ihn strömen die himmlischen Gewässer unversieglich; als Erster gelangt er mit seinen Kriegern zu Rindern, mit ungeschwächter Kraft schlägt er mächtig, wen immer Brahmanaspati zu seinem Verbündeten macht.
5. Ihm rauschen alle Ströme und vervielfältigten ihren lückenlosen Schirm; glücklich gedeiht in der Götter Gunst, wen immer Brahmanaspati zu seinem Verbündeten macht.



2,26. An Brahmanaspati


1. Wer aufrichtig redet, wird die Neider überwinden, der Gottergebene wird mehr gelten als der Gottlose. Wer gut zuredet, wird in den Kämpfen den schwer zu überbietenden Feind überwinden. Der Opfernde wird des Opferlosen Wohlstand aufteilen.
2. Opfere, o Mann, rede den sinnenden Priestern zu, fasse den löblichen Vorsatz zur Feindebesiegung; bereite das Opfer, auf daß du glücklich werdest. Wir erbitten dazu die Gunst des Brahmanaspati.
3. Der trägt mit seinem Volke, der mit seinem Stamme, der mit seinem Geschlecht, der mit seinen Söhnen den Sieg, mit seinen Mannen die Beute davon, wer gläubigen Sinnes den Vater der Götter, den Brahmanaspati mit Opfer zu gewinnen sucht.
4. Wer ihm mit schmalzreichen Opferspenden aufgewartet hat, den bringt Brahmanaspati vorwärts. Er befreit ihn aus Bedrängnis, bewahrt ihn vor Schaden. Selbst aus Not schafft ihm der Wunderbare Befreiung.







4. Gruppe        Lieder an die Aditya´s


2,27. An die Aditya´s


1. Diese salbungsvollen Lobreden opfere ich den Aditya´s mit der Zunge als Löffel, den Königen von alters her. Es sollen uns Mitra, Aryaman, Bhaga, Varuna von starker Art, Daksa, Amsa erhören.
2. An diesem Loblied von mir sollen heute einmütig Mitra, Aryaman, Varuna Gefallen finden, die reinen Aditya´s, die lauter wie die Somagüsse, die ohne Falsch, ohne Makel, ohne Schaden sind.
3. Die Aditya´s, in die Weite und Tiefe reichend, selbst unbetört, während sie zu betören suchen, mit vielen Augen durchschauen sie das Böse und Gute im Innern. Alles, auch die fernsten Dinge sind den Königen nahe.
4. Die Aditya´s, die erhalten was geht und steht, die Götter sind die Hüter der ganzen Welt, weitdenkend, ihre Asurawürde wahrend, das Recht schützend, Buße fordernd.
5. Ich möchte, ihr Aditya´s, diese Gunst von euch erfahren, die besonders in Gefahr tröstlich ist, o Aryaman. Unter eurer Führung, Mitra und Varuna, möchte ich die Abwege wie ein Wagenfahrer die Spalten vermeiden.
6. Denn euer Weg ist gut zu gehen, Aryaman, Mitra, ist dornenlos, recht, o Varuna. Auf diesem verteidigt uns, o Aditya´s, gewähret uns euren schwer zu verdrängenden Schild!
7. Aditi, die Mutter der Könige, und Aryaman sollen uns auf guten Wegen über die Anfeindungen hinwegbringen ! Unter dem großen Schirm des Mitra und Varuna möchten wir, viele Männer zählend, unverletzt stehen.
8. Sie erhalten die drei Erden und die drei Himmel; die drei Gebote sind in ihrem Wissensbereich. Durch die Wahrheit ist eure Hoheit groß, ihr Aditya´s, ist sie lieb, Aryaman, Varuna, Mitra.
9. Sie erhalten die drei himmlischen Lichträume, sie die goldigen, reinen, wie Somagüsse lauteren. Nicht bedürfen sie des Schlafes, noch schließen sie die Augen, nicht sind sie zu betören, deren Wort für den rechtschaffenen Sterblichen weithin reicht.
10. Du, Varuna, bist König über alle, über die Götter, o Asura, und die Sterblichen. Gewähre uns hundert Herbste zu schauen ! Wir möchten die früheren wohlgesetzten Lebensalter erreichen.
11. Ich unterscheide weder rechts noch links, weder vorn noch hinten, o Aditya´s. Sei es in Einfalt, ihr Guten, sei es in Klugheit, von euch geführt möchte ich zum ungefährdeten Licht gelangen.
12. Wer den rechten Führern, den Königen Opfer gespendet hat, und wem sie Gedeihen geben und dauernder Wohlstand zuteil wird, der fährt als Reicher voran zu Wagen, als Schätzespender in weisen Reden gepriesen.
13. Der Reine wohnt unbeirrt an weidereichen Gewässern, er erreicht ein hohes Alter, hat treffliche Söhne. Nicht töten sie ihn aus der Nähe oder Ferne, wer unter Führung der Aditya´s steht.
14. Aditi, Mitra und Varuna, seid gnädig, wenn wir gegen euch irgend welche Sünden begangen haben. Ich möchte, o Indra, zum weiten, ungefährdeten Lichte gelangen; nicht soll das lange Dunkel über uns kommen.
15. Für ihn quellen vereint beide Welten des Himmels Regen. Ein Glücklicher heißend, gedeihend, beide Wohnplätze erobernd zieht er in die Schlacht. Beide Parteien werden ihm gefügig.
16. Die Listen, die ihr gegen den Heimtückischen habt, ihr Verehrungswürdige, die Schlingen, die ihr dem Schelm stellt, ihr Aditya´s, an denen möchte ich wie ein Rosselenker mit dem Wagen vorbeifahren. Unversehrt möchten wir unter eurem breiten Schirm sein.
17. Nicht möchte ich, o Varuna, eines lieben Gönners, eines freigebigen Freundes entraten, noch möchte ich des leicht zu regierenden Besitztums ermangeln, o König. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der weisen Rede.



2,28. An Varuna


1. Dies Lied auf den weisen, selbstherrlichen Aditisohn soll alle vorhandenen an Größe übertreffen, der als Gott überaus angenehm zu verehren ist. Ich bitte um Ruhm vor dem reichen Varuna.
2. In deinem Gebote wollen wir glücklich sein, da wir dich, Varuna, in guter Absicht gepriesen haben, bei dem Nahen der rinderreichen Morgenröten tagtäglich wie die Opferfeuer früh erwachend.
3. Wir wollen unter deinem Schutze, des Heldenreichen, stehen, dessen Worte weithin reichen, du Führer Varuna. Ihr unbetörten Söhne der Aditi, ihr Götter, lasst euch zu einem Freundesbunde herbei!
4. Der Sohn der Aditi ließ sie laufen und verteilte sie: Die Ströme gehen den regelrechten Weg des Varuna; sie werden nicht müde und spannen nicht aus. Rasch wie die Vögel fliegen sie in ihrem Kreislauf.
5. Löse die Sünde von mir wie einen Gurt ! Wir möchten dir den Born der Wahrheit recht machen. Der Faden soll nicht reißen, während ich meine Dichtung webe, noch soll der Maßstab des Werkmeisters vor der Zeit brechen.
6. Halte fein die Furcht von mir fern, o Varuna, nimm dich meiner an, du wahrhaftiger Allkönig ! Löse von mir die Angst, wie einen Strick vom Kalbe, denn fern von dir vermag ich auch nicht einen Augenblick zu sein.
7. Triff uns nicht, o Varuna, mit deinen Waffen, die bei deiner Suche nach dem Sündigen, o Asura, diesen versehren. Nicht möchten wir vom Lichte Abschied nehmen. Erspare uns fein die Unbilden, auf daß wir leben.
8. Unsere Ehrfurcht haben wir dir früher ausgesprochen, o Varuna, und wollen sie jetzt und in Zukunft aussprechen, du Starkgearteter. Auf dich sind wie auf einen Fels unerschütterlich die Gesetze gegründet, du Untrügbarer.
9. Verbann darum meine eigenen Verschuldungen, laß mich nicht von anderen Getanes büßen, o König ! Viele Morgen sind noch nicht aufgegangen; mach uns Aussicht, daß wir an diesen leben werden!
10. Wenn ein Verbündeter oder Freund im Traume mir dem Furchtsamen Furcht einredet, o König, oder ein Dieb oder Wolf uns nachstellt, so behüte du uns vor dem, o Varuna!
11. Nicht möchte ich, o Varuna, eines lieben Gönners, eines freigebigen Freundes entraten, noch möchte ich des leicht zu regierenden Besitztums ermangeln, o König. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der weisen Rede.



2,29. An alle Götter


1. Ihr eifrigen Aditya´s, die ihr die Gebote aufrecht haltet, beseitigt meine Sünde wie die heimlich Gebärende ihr Kind. Varuna und Mitra, ihr Götter, euch, die Erhörenden, rufe ich zur Gunst an, der ich die glückbringende kenne.
2. Ihr Götter seid die Vorsehung, ihr die Stärke. Haltet die Anfeindungen weit ab ! Als Austeiler habt Nachsicht und erbarmet euch unser heute und in Zukunft!
3. Was sollen wir wohl mit eurer künftigen, was mit eurer alten Freundschaft, ihr Guten? Schaffet ihr uns, Mitra und Varuna, Aditi, Indra und die Marut, Heil!
4. Ei, ihr Götter, ihr seid doch die Freunde, darum erbarmet euch meiner, des Schutzbedürftigen ! Nicht soll euer Wagen auf der Wahrheitsbahn in der mittleren Reihe fahren. Nicht wollen wir der Freunde, wie ihr seid, müde werden.
5. Ich allein habe viele Sünde gegen euch gefehlt, daß ihr mich gezüchtigt habt wie der Vater den Sohn, der dem Spiele frönt. Fern sollen eure Schlingen, fern die Übel sein, ihr Götter. Fasset mich nicht im Sohn wie einen Vogel über seiner Brut!
6. Seid heute geneigt, ihr Verehrungswürdige! in euer Herz möchte ich mich einschleichen, da ich mich bange. Behütet uns, ihr Götter, vor dem Verschlingen des Wolfes, behütet uns vor dem Fall in die Grube, ihr Verehrungswürdige!
7. Nicht möchte ich, o Varuna, eines lieben Gönners, eines freigebigen Freundes entraten, noch möchte ich des leicht zu regierenden Besitztums ermangeln, o König. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der weisen Rede.







5. Gruppe        Lieder an verschiedene Gottheiten


2,30. An Indra und andere Götter


1. Dem Gott Savitri, der ihnen den rechten Weg bereitet, dem Drachentöter Indra zuliebe stehen die Gewässer nie still. Tag für Tag geht das Farbenspiel der Gewässer. Wie lange ist ihr erster Erguß her?
2. Wer dem Vritra dafür heimzahlen werde, den sagte seine Mutter dem Kundigen voraus. Ihre Bahnen ihm zu Gefallen furchend gehen die Rauschenden Tag für Tag nach ihrem Ziele.
3. Denn aufrecht stand er im Luftraum und schleuderte auf Vritra seine Waffe, denn in Nebel sich hüllend hatte Vritra ihn angelaufen. Mit seiner scharfen Waffe besiegte Indra den Gegner.
4. Brihaspati! Triff mit deinem Feuerbrand wie mit einem Schleuderstein die Mannen des Asura Vrikadvaras. Wie du schon früher mutig erschlagen hast, so erschlag unseren Feind, o Indra!
5. Wirf hoch vom Himmel den Stein herab, mit dem du somatrunken den Feind vertilgen sollst ! Wenn es gilt, reichlichen leiblichen Samen zu gewinnen, wenn Kühe, so mach mit uns halbpart, o Indra!
6. Denn dem nehmet ihr beide die Besonnenheit, auf den ihr es abgesehen habt. Ihr seid Ermutiger des opfernden Schwachen. Indra und Soma, stehet uns bei, schaffet freie Bahn in dieser gefahrvollen Lage!
7. Nicht soll es mich erschöpfen noch ermüden, noch mich verdrießen. Nicht wollen wir sagen: Presset ihm keinen Soma, der mir spenden, der geben, der uns bedenken wird, der zu mir, wenn ich Soma bereite, mit Kühen kommen wird.
8. Sarasvati, steh du uns bei, mit den Marut verbündet besiege mutig die Feinde ! Auch den vermessenen Anführer der Sandika´s, der seine Stärke zeigen will, erschlägt Indra.
9. Wenn uns ein Unbekannter nachstellt, oder töten will, den nimm aufs Korn und triff ihn mit der scharfen Waffe ! Brihaspati, besieg die Feinde mit Waffen, liefere den Schädiger der Tücke aus, o König!
10. Mit unseren tapferen Soldaten, du Tapferer, vollbring die Heldentaten, die du zu tun vorhast ! Schon lange sind sie ausgeräuchert worden. Erschlag sie und bring uns ihre Schätze!
11. Dieser Marutschar rede ich gunstheischend für euch mit Lobrede zu, unter Verbeugung dem göttlichen Volke, auf daß wir einen Schatz an lauter Mannen erlangen, einen kinderreichen, Tag für Tag rühmlichen.



2,31. An alle Götter


1. Unseren Wagen bevorzuget, Mitra, und Varuna, im Bunde mit den Aditya´s, den Rudra´s, den Vasu´s, wenn sie davonfliegen wie Vögel aus dem Neste, ruhmbegierig, kampffroh, im Holze sitzend.
2. Dann bringet, ihr einmütigen Götter, unseren nach dem Siegerpreis strebenden Wagen über andere zu Ehren bei den Clanen, wann die Rennpferde mit den Tritten die Strecke zurücklegend, mit den Hufen auf dem Rücken der Erde stampfen!
3. Auch dieser Indra, der allen Völkern bekannte, klugsinnige, soll samt der marutischen Heerschar des Himmels mit seinen gefahrabwendenden Hilfen unserem Wagen zur Seite stehen zu großem Gewinne, zur Erringung des Siegerpreises.
4. Auch dieser Gott Tvastri, der Bezwinger der Welt, möge mit den Götterfrauen vereint den Wagen beschleunigen und Ila, Bhaga, Brihaddiva und die beiden Welten, Pusan, Purandhi und die Asvin, die Gatten.
5. Auch jene beiden beliebten Göttinnen, Morgen und Nacht, die verschieden aussehenden, die die Wesen treiben. Und auch ihr, wenn ich euch beide, Erde und Himmel mit der neuesten Rede preise und die dreifache Kraft des Stehenden zur Unterlage mache.
6. Und wir wünschen euch ein Lob wie das der Usij. Ahi budhnya und der einfüßige Ungeborene, Trita, Ribhuksan, Savitri, Apam napat, der die Renner zum Lauf treibt, fand Gefallen an der Dichtung und dem Opferdienst.
7. Ich wünsche, daß euch, ihr Opferwürdige, diese dargebrachten Worte gefallen. Die Ayu´s haben sie zu neuem Preise zusammengefügt. Ruhm heischend, den Siegerpreis begehrend möchten sie wie das Gespann am Wagen ihre Absicht erreichen.



2,32. An verschiedene Götter


1. Himmel und Erde, seid Gönnerinnen dieser Rede von mir, der ich recht wandelnd Gewinn wünsche ! Euch beide, deren Leben lange währt, die gepriesenen, stelle ich dabei voran, Schätze begehrend, und halte euch hoch.
2. Nicht sollen uns heimliche Kniffe eines Ayu an dem entscheidenden Tage überlisten. Überantworte uns nicht solchen Unbilden ! Nicht soll sich unsere Freundschaft lösen. Sei dieses Wortes von uns eingedenk wohlwollenden Sinnes ! Darum ersuchen wir dich.
3. Bring uns gnädigen Sinnes Erhörung, die milchgebende, strotzende, unversiegliche Kuh ! Wie ein siegesstarkes Rennpferd mit den Fersen und mit Worten sporne ich dich an, du allezeit Vielgerufener.
4. Ich rufe die leicht zu rufende Raka mit schönem Loblied; die Holde soll uns erhören, soll es von selbst merken. Sie soll ihr Werk mit unzerbrechlicher Nadel nähen; sie soll einen vollwertigen, lobeswürdigen Sohn schenken.
5. Deine ausgezeichneten Gnaden, o Raka, mit denen du dem Opferspendenden Schätze schenkst, mit diesem komm heute wohlwollend zu uns, indem du, Holde, Wohlstand für Tausend spendest!
6. Sinivali mit breitem Zopfe, die du Schwester der Götter bist, genieße die geopferte Spende, teil uns Nachkommenschaft zu, o Göttin!
7. Sinivali mit schönen Armen, schönen Fingern, die leicht gebärende, viel gebärende, dieser Stammesfürstin opfert die Spende!
8. Die Gungu, die Sinivali, die Raka, die Sarasvati, die Indrani habe ich zur Gnade gerufen, die Varunani zum Heile.



2,33. An Rudra


1. Deine Huld soll kommen, du Vater der Marut, verwehr uns nicht den Anblick der Sonne ! Es möge unser Kriegsmann zu Roß verschont bleiben. Wir möchten uns durch deine Kinder fortpflanzen, o Rudra.
2. Durch deine heilsamsten Arzeneien, die du gibst, o Rudra, möchte ich hundert Winter erleben. Jage die Anfeindungen, die Not weit weg von uns, treib die Krankheiten auseinander!
3. Du bist an Herrlichkeit der Herrlichste alles Geborenen, der Stärkste der Starken, du Keulenträger Rudra. Führ uns Heil an das Ende der Not, wehre alle Anfälle von Gebreste ab!
4. Nicht wollen wir dich, Rudra, mit unseren Verbeugungen erzürnen, nicht durch schlechtes Lobgedicht, du Bulle, nicht durch Mitanrufung anderer Götter. Richte unsere Mannen auf mit deinen Arzeneien ! Ich höre, daß du der beste Arzt der Ärzte bist.
5. Wer mit Anrufungen, mit Opfergaben ihn ruft, indem er denkt: ich möchte den Rudra mit Lobliedern abfinden - Solchem Verdacht möge uns der mildherzige, leicht zu errufende, rotbraune Rudra mit der schönen Lippe nicht preisgeben.
6. Begeistert hat mich der Bulle mit der Marutschar durch seine starke Kraft, mich den Schutzbedürftigen. Ohne Gebreste möchte ich sie wie den Schatten in der Sonnenglut erreichen: des Rudra Gnade möchte ich zu gewinnen suchen.
7. Wo ist, Rudra, diese deine mildtätige Hand, die heilend, kühlend ist, die das von Göttern kommende Gebreste fortnimmt ? Du solltest doch mit mir Nachsicht haben, du Bulle!
8. Auf den rotbraunen, weiß angetanen Bullen, den hohen, hebe ich ein hohes Loblied an. Verneige dich vor dem Strahlenden mit Verbeugungen ! Wir preisen den furchtgebietenden Namen des Rudra.
9. Mit festen Gliedern, vielfarbig hat sich der Rotbraune, Gewaltige mit leuchtendem Goldschmuck geschmückt. Von dem Herrscher dieser großen Welt, von Rudra trennt sich fürwahr nie die Asurawürde.
10. Mit Fug und Recht verfügst du über all diese Gewalt; nicht gibt es ja etwas Stärkeres als du bist, Rudra.
11. Preise den berühmten, auf dem Hochsitz thronenden Jüngling, der wie ein wildes Tier aufspießt den Gewaltigen ! Gepriesen habe mit dem Sänger Erbarmen o Rudra ! Einen anderem als uns sollen deine Heerscharen niederwerfen!
12. Wie der Knabe gegen den lobenden Vater, so habe ich mich gegen dich, Rudra, verneigt, wenn du nahst. Den Geber von vielem, den rechtmäßigen Herrn feiere ich. Gepriesen gewähre du uns deine Arzeneien!
13. Eure lauteren Arzeneien, ihr Marut, die heilsamsten, ihr Bullen, die wohltuenden, die sich unser Vater Manu erbat, diese und Heil und Segen wünsche ich von Rudra.
14. Das Geschoß des Rudra soll uns verschonen, die große Ungnade des Furchtgebietenden soll uns umgehen. Entspanne die straffen Bogen unsern Gönnern zuliebe; sei gegen unseren leiblichen Samen barmherzig, du Belohner!
15. So sei es, du rotbrauner, staunenerregender Bulle, daß du weder zürnest noch tötest, o Gott. Sei hier, o Rudra, ein Ruferhörer ! Wir möchten das große Wort führen als die Meister in der weisen Rede.



2,34. An die Marut


1. Die strömenden Marut von kühner Kraft, an Stärke furchtbar wie wilde Tiere, singend, wie Feuer flammend, den Trestersoma trinkend, Sturm blasend, deckten die Kühe auf.
2. Wie die Himmel durch die Sterne fallen die Spangenträger ins Auge; sie blitzen wie die Gewitterregen, wenn euch, Marut, mit dem Goldschmuck auf der Brust, der Bulle Rudra erzeugt hat im hellen Euter der Prisni.
3. Sie benetzen ihre Rosse wie die Rennpferde im Wettlauf; sie überholen sich gegenseitig mit den raschen Ohren des Hengstes. Ihr Marut mit goldenen Zahnreihen fahret kräftig, schüttelnd, mit euren gefleckten Antilopen, ihr Einmütige!
4. Sie sind herangewachsen, um alle diese Welten zu stärken, oder zu dauernder Freundschaft, die Gabenraschen. Ihre Rosse sind gefleckt, ihre Gaben unentreißbar; sie sind gleich Adlern zu bestimmter Zeit ausfliegend, wenn sie auf der Deichsel sitzen.
5. Mit den flammenden Kühen, deren Euter übervoll sind, kommt, ihr Speerglänzende, auf staublosen Wegen zum Rausche des Süßtranks wie die Gänse zu den Weideplätzen, ihr einmütigen Marut!
6. Kommt, ihr einmütigen Marut, zu unseren Segensworten, zu den Somaspenden ebenso wie das Lob der Herren ! Machet es ergiebig wie eine milchgebende Stute am Euter, macht das Lied für den Sänger lohngeschmückt!
7. Schenket uns, ihr Marut, den Siegeshelden zu Wagen, erfolgreiches Segenswort, das Tag für Tag Eindruck macht, Speisesegen den Sängern, dem Dichter in dem Opferbund Lohn, die Gabe des Geistes, unverletzliche, unüberwindbare Stärke!
8. Wenn die Marut mit dem Goldschmuck auf der Brust ihre Rosse an die Wagen schirren, die im Glück freigebigen, dann schwellen sie für den opferspendenden Mann große Labung wie die Milchkuh auf der Weide für ihr Junges.
9. Wenn uns, ihr Marut, ein böser Sterblicher unter Wölfe fallen ließ, ihr Guten, so schützet uns vor Schaden - überfahret den mit glühendem Rade, schleudert, Rudrasöhne, eure Waffe nach dem Verwünschten!
10. Diese eure wunderbahre Fahrt, ihr Marut, ist denkwürdig, ob die Freunde dabei das Euter der Prisni melken, oder ob ihr untrüglichen Rudrasöhne dem Trita helfet, um den Tadel des Lobsängers, um das Alter der Alternden auf sich zu nehmen.
11. Die großen, eilig gehenden Marut laden wir zu eurer Darbringung für den raschen Vishnu ein. Die goldfarbigen, überragenden bitten wir um ihre preisliche Gabe, unter Segensworten den Opferlöffel bereit haltend.
12. Die Dasagva´s haben zuerst das Opfer ausgeführt. Die sollen uns bei dem Aufgang der Morgenröte anspornen: Wie die Morgenröte mit ihren rötlichen Farben die Nächte aufdeckt, so deckten sie die Kuhhöhle auf mit dem herrlichen, glänzenden, rinderwogenden Lichte.
13. Die Rudrasöhne sind mit ihren Scharen wie die Usas mit ihren rötlichen Farben an den Sitzen der Weltordnung groß geworden. In Roßgestalt herabharnend nahmen sie ihre leuchtende, schöne Farbe an.
14. Diese bittet er um ihren großen Schutz zum Beistand, sie preisen wir mit dieser Huldigung, die er, um die Oberhand zu bekommen, wie Trita die fünf Opferpriester, mit ihrem Rade näher heranlenken möchte zur Hilfe.
15. Die Hilfe, durch die ihr dem Schwachen über die Not helfet, mit der ihr den Lobredner vom Tadel befreit, diese eure Hilfe sei uns zugewandt, ihr Marut. Eure Huld soll fein wie die brüllende Milchkuh kommen!



2,35. An Apam Napat


1. Nach dem Siegerpreis strebend habe ich meine Beredsamkeit ergossen. Der Flußentstammte möge an meiner Lobrede Gefallen finden. Gewiß wird der Apam Napat, der Rossetreiber, sie zieren, denn er soll seine Freude daran haben.
2. Wir möchten ihm dies von Herzen kommende wohlgesetzte Dichterwort gut vortragen; gewiß wird er es verstehen. Apam Napat, der Herr, hat kraft seiner Asuramacht alle Wesen erzeugt.
3. Während die einen sich vereinigen, münden andere ins Meer; die Flüsse füllen den gemeinsamen Ozean. Diesen reinen, leuchtenden Apam Napat umgeben die reinen Gewässer.
4. Ohne verschämt zu lächeln, umkreisen ihn die Jungfrauen, die Gewässer, den Jugendlichen putzend. Mit seinen hellen, geübten Gliedern leuchtet er reichlich bei uns, ohne Brennholz leuchtet er in den Gewässern, dessen Festgewand das Schmalz ist.
5. Ihm wünschen die drei Weiber Nahrung zu bringen, auf daß er nicht hinfällig werde, dem Gott die Göttinnen. Er hat sich in den Gewässern wie nach dem ..... ausgestreckt; er saugt auch ihre Milch, die zum ersten Male geboren haben.
6. Dort ist der Geburtsort des Rosses und dieser Sonne. Behüte die Lohnherren, daß sie nicht Tücke und Schaden treffe ! In den rohen Burgen erreichen ihn weder Mißgunst noch Täuschungen, den man auch in der Ferne nicht vergessen soll.
7. In dessen eigenem Hause die gutmelke Kuh steht, die schwellt seine Lebenskraft; er ißt die gutbekömmliche Nahrung. Apam Napat, der in den Gewässern kräftige Nahrung hat, erstrahlt, um dem Verehrer seine Schätze zu spenden.
8. Der im Wasser mit reinem göttlichen Glanze weithin erstrahlt, wahrhaft, unverlöschlich, als dessen Zweige pflanzen sich die anderen Wesen und die Gewächse mit ihrem Nachwuchs fort.
9. Denn Apam Napat hat ihren Schoß bestiegen, aufrecht stehend, während sie quer liegen, in Blitz sich kleidend. Seine höchste Hoheit tragend umkreisen ihn die goldfarbigen Jugendlichen.
10. Goldähnlich, wie Gold aussehend ist der Apam Napat, derselbe auch goldfarbig, nachdem er sich niedergelassen hat aus goldenem Schoße kommend. Die Goldgeber geben ihm Nahrung.
11. Dieses sein Antlitz und der teure Name des Apam Napat, wird heimlich groß, den die Jungfrauen hier entzünden. Goldfarbiges Schmalz ist seine Speise.
12. Ihm als dem untersten nächsten Freunde der vielen wollen wir mit Anbetung, mit Verbeugung, mit Opferspenden aufwarten. Ich reibe den Rücken der Feuerstätte, suche ihn mit Spänen aufzufangen, versehe ihn mit Nahrung, schmeichle ihm mit Versen.
13. Er erzeugte als der Bulle in ihnen die Leibesfrucht. Als Kind saugt er an ihnen; sie lecken ihn. Apam Napat von unverwelklicher Farbe wirkt hier gleichsam mit dem Körper eines anderen.
14. Ihn, der an diesem fernsten Orte seinen Stand hat, der allezeit mit fleckenlosen Flammen leuchtet und sich selbst mit Gewändern bekleidet, umschweben die jüngsten Gewässer, indem sie dem Apam Napat ihr Schmalz als Speise bringen.
15. Ich habe, o Agni, dem Volke gute Wohnung gewährt, ich habe den Lohnherren ein gutes Lied gewährt. Alles das ist löblich, was die Götter begünstigen. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in weiser Rede.



2,36. Götterturnus


1. Für dich zur Eile getrieben hat er sich in Kuhmilch, in Wasser eingehüllt; die Männer haben ihn mit Steinen durch die Schafhaare gemolken. Trink, Indra - svaha! - den geopferten und mit Vasatruf gesegneten Soma aus dem Becher des Hotri, der du als erster das Anrecht darauf hast.
2. Mit den Opfern, den scheckigen Antilopen und den Speeren eng verwachsen, auf der Fahrt fein geputzt und Freunde von Zieraten, setzet euch auf das Barhis, ihr Söhne des Bharata, trinket, ihr Mannen des Himmels, den Soma aus dem Becher des Potri!
3. So kommet denn zu uns wie nach Hause, ihr leicht zu Errufende; setzet euch auf das Barhis, seid fröhlich! Und berausche du dich gern am Trank, o Tvastri, mit dem lieben Gefolge der Götter und ihrer Frauen.
4. Fahr die Götter hierher, du Redekundiger, und opfere ihnen! Nimm willig Platz, o Hotri, auf den drei Sitzen! Nimm die vorgesetzte somische Süßigkeit entgegen; trink aus dem Becher des Agnidh, erlabe dich an deinem Anteil!
5. Dieser Soma ist der Mutmehrer deines Leibes. Als Kraft und Stärke ist er schon vor alters in deine Arme gelegt. Für dich, du Gabenreicher, ist er gepreßt, für dich aufgetragen. Trink du dich daran satt aus dem Becher des Brahman!
6. Genießet beide das Opfer, achtet auf meinen Ruf! Der Hotri hat sich niedergesetzt nach den vorausgehenden Einladungsworten. An die beiden Könige wendet sich die Huldigung. Trinket die somische Süßigkeit aus dem Becher des Prasastri!



2,37. Götterturnus


1. Berausche dich nach Lust an dem Trank aus dem Becher des Hotri! Adhvaryu´s! Er wünscht voll eingeschenkt. Ihm bringet diesen! Er verlangt darnach, er pflegt zu schenken. Trink, o Dravinodas, den Soma aus dem Becher des Hotri zu den Zeiten!
2. Ich rufe jetzt den, den ich früher rief. Er ist anzurufen, der den Namen Geber besitzt. Die somische Süßigkeit ist von den Adhvaryu´s vorgesetzt; trinke, o Dravinodas, den Soma aus dem Becher des Potri zu den Zeiten!
3. Deine Zugtiere sollen feist werden, mit denen du fährst. Sei dauerhaft, ohne Unfall, o Baum! Ihn an dich ziehend, lobend, du Mutiger, trink, o Dravinodas, den Soma aus dem Becher des Nestri zu den Zeiten!
4. Er hat aus dem Becher des Hotri getrunken und aus dem Becher des Potri gezecht und aus dem Becher des Nestri das vorgesetzte Labsal gekostet. Den vierten Becher, den ungeschmälerten, unsterblichen, soll Dravinodas trinken, der Sohn des Dravinodas.
5. Schirret beide heute den eilenden, männerführenden Wagen an, daß er die Richtung zu uns nehme! Hier ist euer Ausspann. Durchtränket die Opfergaben mit Süßigkeit, kommt darum her und trinket den Soma, ihr Gewinnreiche!
6. Laß dir, Agni, das Brennholz, laß dir die Opferspende gefallen, laß dir den für das Volk gesprochenen Segen, laß dir das Preislied gefallen! Mit allen Göttern gib allen großen Göttern zu ihrer Zeit gern den verlangenden die Opfergabe zu trinken, du Guter!



2,38. An Savitri


1. Dieser Gott Savitri hat sich zum vielten Male aufgemacht, um die Weisung zu geben, der Wagenfahrer, dessen Werk dies ist, denn jetzt verteilt er den Göttern sein Kleinod, und dem Opfereifrigen gewährte er Anteil am Glück.
2. Denn der Gott mit der breiten Hand streckt aufgerichtet die beiden Arme aus, auf daß alles ihm gehorche. Auch die Gewässer fügen sich seinem Gebote, selbst der Wind rast in seinem Umlauf.
3. Auch wer mit schnellen Rossen fährt, soll jetzt ausspannen; auch dem Wanderer gebot er Rast vor seinem Marsche. Auch der Freßgier der Schlangenspießer hat er Einhalt getan: Auf des Savitri Gebot ist die Nacht gekommen.
4. Die Webende hat das ausgebreitete Gewebe wieder zugedeckt; mitten in der Arbeit hat der Künstler sein Werk niedergelegt. Er rührt sich und hat sich erhoben; er hat die Zeiten geschieden. Rasch entschlossen ist Gott Savitri gekommen.
5. Wer ins Haus gehört, begibt sich in die verschiedenen Wohnungen, jedes Alter; die entstehende Glut des Feuers breitet sich aus. Das beste Teil hat die Mutter dem Sohne hingesetzt, nach seinem von Savitri geweckten Verlangen.
6. Wer auf Gewinn ausgezogen war, kehrt heim; aller Wanderer Wunsch ging heimwärts. Jeder ließ die Arbeit halbgetan liegen und ist heimgekehrt nach dem Gebot des göttlichen Savitri.
7. Ihren von dir bestimmten, im Wasser liegenden Anteil suchen die Fischer im Wasser; die Wildjäger zerstreuten sich über das trockene Land. Die Bäume sind für die Vögel: Nicht verfehlen sie diese seine Gebote, des Gottes Savitri.
8. Varuna geht, sobald es möglich ist, in seine Wasserheimat, der rastlos im Augenzwinkern hin und her zuckt. Jeder Vogel ging in sein Nest, das Vieh in den Pferch. Je nach ihrem Standort hat Savitri die Arten gesondert.
9. Des Gebote weder Indra, noch Varuna, Mitra, Aryaman, noch Rudra verfehlen, noch die Unholde, diesen Gott Savitri rufe ich jetzt unter Verbeugungen zum Heil.
10. Indem wir Bhaga, die Dhi, die Purandhi aneifern - Narasamsa, der Herr der Götterfrauen, möge uns dabei helfen - möchten wir die Lieblinge des Gottes Savitri sein, wann Gut einkommt und Reichtümer sich ansammeln.
11. Uns soll vom Himmel, vom Wasser, von der Erde als dein Geschenk diese erwünschte Ehrengabe zukommen, die den Sängern Glück bringen soll und deinem Freunde, dem Lobredner, dessen Worte weithin dringen, o Savitri.



2,39. An die Asvin


1. Ihr seid früh wach, wie zwei Preßsteine an dasselbe Geschäft gehend, zu dem, der aufgetischt hat, wie zwei Geier zum Baume kommend. An Weisheit wie zwei Hohepriester, die das Loblied vortragen, seid ihr vielerorts einzuladen wie zwei Abgesandte und Brautwerber.
2. In der Frühe ausziehend wie zwei wagenfahrende Männer, wie Zwillingsböcke geht ihr nach eigener Wahl miteinander, wie Frauen mit ihrem Leibe prunkend, wie Ehegatten unter den Leuten Rat wissend.
3. Wie die Hörner des Tieres gehet voran zu uns her, in Eile wie die trabenden Hufe. Am Morgen wie Cakravakavögel, ihr Morgendliche, kommt heran wie Wagenfahrer ihr Mächtige!
4. Wie zwei Schiffe bringet uns hinüber, wie die Joche, uns wie die Nabenstücke, wie die Radspeichen, wie die Radkränze! Wie Hunde keine Beschädigung unserer Leiber duldend, wie ein Panzer behütet uns vor Gliederbruch!
5. Wie der Wind nie altersschwach, rasch wie die Flußströmung, wie die Augen mit dem Blick, kommet herwärts! Wie die Hände für den Leib am dienlichsten, wie die Füße führet uns zum Glück!
6. Wie zwei Lippen Honig zum Munde redend, wie zwei Brüste schwellet für uns zum Leben. Wie die Nase seid die Schützer unseres Leibes, wie die Ohren höret gut auf uns!
7. Wie zwei Hände für uns eure Kraft vereinigend, treibt uns Reichtümer auf wie Erde und Himmel den Staub. Diese Lobreden, die euch gelten, o Asvin, macht schneidig wie ein Beil mit dem Schleifstein!
8. Diese Erbauungen, Segenswort und Lobgesang haben euch, Asvin, die Gritsamada´s bereitet. Freuet euch an ihnen, ihr Herren, und kommet herbei! - Wir möchten das große Wort führen als die Meister in der Weisheit!



2,40. An Soma und Pusan


1. Soma und Pusan, euch Schöpfer der Reichtümer, Schöpfer des Himmels und der Erde die geborenen Hirten der ganzen Welt, machten die Götter zum Nabel der Unsterblichkeit.
2. Über die Geburt dieser beiden Götter freuten sich alle Götter; sie beseitigten die unerfreuliche Finsternis. Mit beiden, mit Soma und Pusan erzeugte Indra die gekochte Milch in den rohen Kühen.
3. Soma und Pusan, den den Raum durchmessenden Wagen mit sieben Rädern, der nicht jeden befördert, der nach verschiedenen Richtungen fährt, mit dem bloßen Gedanken geschirrt wird, den treibet ihr Bullen an, der fünf Zügel hat.
4. Der eine nahm seinen Sitz hoch im Himmel, der andere auf der Erde, in der Luft. Die beiden sollen uns vielbegehrten viehreichen Besitzzuwachs geben; sie sollen unseren Nabel von Nachkommenschaft entbinden.
5. Der eine hat alle wesen erschaffen, der andere wandelt alles beschauend. Soma und Pusan, begünstigt mein Gedicht! Mit euch wollen wir alle Kämpfe siegreich bestehen.
6. Pusan soll die Dichtung beleben, der Allbewegende; Soma, der Herr des Reichtums, soll Reichtum bringen. Die Göttin Aditi, die Unvergleichliche, soll günstig sein. - Wir möchten das große Wort führen als Meister der Rede.



2,41. An verschiedene Götter


1. Vayu! Du hast tausendfache Wagen, mit denen komm, mit dem Niyutgespann fahrend, zum Somatrunk!
2. Mit dem Niyutgespann fahrend komm, o Vayu! Dieser klare Soma ist dir gereicht. Du pflegst in das Haus des Somabereiters zu kommen.
3. Von dem klaren, von dem mit Milch gemischten Soma, der mit dem Niyutgespann fährt, kommt heut und trinkt, ihr Herren Indra und Vayu!
4. Dieser Soma ist für euch, Mitra und Varuna, gepreßt, ihr Wahrheitsmehrer. Höret hier auf meinen Ruf!
5. Die beiden Könige, frei von Trug, sitzen am dauernden höchsten Sitz, der tausend Säulen hat.
6. Die beiden Allkönige, die den Schmalzaufguß bekommen, die Aditi-Söhne, die Herren der Himmelsgabe, geleiten den, der nicht krumme Wege geht.
7. Ihr Nasatya Asvin! Fahret fein eure Rinder und Rosse bringende, männerschützende Umfahrt, ihr Rudra´s,
8. Der kein Fremder noch Nahestehender Trotz bieten kann, kein übelredender, feindseliger Sterblicher, ihr Schatzreiche!
9. Bringet, ihr Asvin, uns Reichtum mit, wie rotes Gold aussehenden, ihr .... , Behaglichkeit schaffenden!
10. Indra allein entfernt drohende große Gefahr, denn er ist der Standfeste, vor allen Völkern sich Hervortuende.
11. Wenn sich Indra unser erbarmen sollte, dann erreicht uns von hinten kein Übel, von vorn wird uns Glück zuteil.
12. Indra möge uns von allen Seiten Gefahrlosigkeit schaffen, der vor allen Völkern sich hervortuende Besieger der Feinde.
13. Ihr Götter alle, kommet, erhöret diesen Ruf von mir, setzet euch auf dieses Barhis nieder!
14. Für euch ist dieser scharfe, der süße berauschende Soma bei den Sunahotra´s; trinket diesen erwünschten!
15. Ihr Götter mit Indra als Oberstem, mit den Marut als Gefolge und Pusan als Gönner, erhöret alle meinen Ruf!
16. Beste Mutter, bester Fluß, beste Göttin Sarasvati, wir fühlen uns geehrt; schaff uns Ehre, o Mütterchen!
17. Auf dir, Sarasvati, der Göttin, ruhen alle Lebensalter. Ergötze dich bei den Sunahotra´s, teil uns Nachkommenschaft zu, o Göttin!
18. An diesen Segensworten erfreue dich, o Sarasvati, an Belohnungen reiche, an den Gebeten, die dir, du Wahrhaftige, die Gritsamada´s als Opfer bringen, wie sie den Göttern lieb sind.
19. Beide sollen vorgehen, die dem Opfer Glück bringen. Euch beide erwählen wir und den das Opfer fahrenden Agni.
20. Himmel und Erde sollen heute dies unser gelungenes, den Himmel erreichendes Opfer den Göttern anbieten.
21. In euer beider Schoß, ihr Truglosen, sollen die opferwürdigen Götter heute hier zum Somatrunke sich setzen!



2,42. An den Weissagevogel


1. Schreiend, seine Herkunft kund tuend stößt er die Stimme hinaus wie der Fährmann das Schiff. Wenn du, o Vogel, von guter Vorbedeutung sein solltest, so soll dich kein böser Blick jeglicher Art treffen.
2. Nicht soll dich der Adler, nicht der Greif aufspießen, nicht soll dich der Schütze, der pfeilbewehrte Mann treffen. In der Richtung der Väter schreiend rede hier, von guter Vorbedeutung, Glück verheißend!
3. Schrei rechts vom Hause, von guter Vorbedeutung, Glück verheißend, o Vogel! Nicht soll ein Dieb über uns Macht haben, noch ein Übelredender. - Wir möchten das große Wort führen als Meister in der Weisheit.



2,43. An den Weissagevogel


1. Die Weissagevögel antworten wie die Sänger nach rechts gewandt zur rechten Zeit ihre Stimme erhebend. Beide Reden redet er wie der Samasänger, die Gyatri- und die Tristubhweise beherrscht er.
2. Du singst, o Vogel, wie der Udgatri seine Weise; du redest feierlich wie der Sohn des Brahman bei den Somaopfern. Wie ein brünstiger Bulle brüllt, wenn er zu den Mutterkühen kommt, so verkünde du uns von allen Seiten Glück, o Vogel, von überall her verkünde uns Gutes, o Vogel!
3. Wenn du dich ankündigst, so künde uns Glück, o Vogel; wenn du schweigend sitzest, dann sinne Wohlwollen für uns; wenn du auffliegend wie eine Laute erklingst - Wir möchten das große Wort führen als die Meister in der Weisheit.